Hyundai mustert die Ioniq-Limousine aus

Hyundai mustert die Ioniq-Limousine aus
Copyright:

Hyundai

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Nach nur gut sechs Jahren Bauzeit schickt Hyundai seinen E-Auto-Pionier Ioniq in Frührente. Auch die beiden Hybridvarianten der Limousine – eine mit, eine ohne Stecker – werden ab Juli nicht mehr gebaut, wie der Hersteller mitteilt. Der letzte Ioniq, der von der Produktionslinie im südkoreanischen Ulsan rollt, werde das Ende eines bedeutenden Kapitels in der jüngeren Geschichte von Hyundai markieren, so Hyundai. Als das Modell 2016 auf den Markt kam, war es das erste Auto der Welt mit drei elektrifizierten Antriebssträngen zur Auswahl: Hybrid, Plug-in-Hybrid und Batterie-Elektrisch.

Die weltweite Einstellung des Ioniq stelle eine lang geplante Entscheidung von Hyundai dar, um den sich ändernden Verbraucheranforderungen im Automobilsektor gerecht zu werden, so der Hersteller. Bei seiner Einführung im Jahr 2016 war der Ioniq eines der effizientesten E-Autos auf dem Markt. Glatte Linien und eine fließende Form verliehen dem Ioniq einen damals klassenführenden cw-Wert von 0,24, was den Luftwiderstand senkte und die Kraftstoffeffizienz verbesserte. Manch E-Fahrer soll es geschafft haben, den Ioniq im Alltag mit weniger als zehn kWh Verbrauch auf 100 Kilometer zu bewegen.

Die herausragende Effizienz des Ioniq ebnete den Weg für Hyundais Fortschritte bei elektrifizierten Modellen und legte den Grundstein für die aktuelle Ioniq Produktpalette“, so der Hersteller weiter. Der Ioniq war ein First Mover, der mit hoher Sicherheit und Effizienz neue Standards setzte – was von Preisträgern und anderen Institutionen nicht unbemerkt blieb: Nach seiner Veröffentlichung im Jahr 2016 wurde der Ioniq von vielen Seiten für sein Design gelobt und gewann unter anderem die begehrten Red Dot Design Awards und zwei Good Design Awards. Zwischen 2017 und 2019 führte er mehrmals das ADAC Ecotest-Ranking sowie den Green NCAP Score an wurde mehrmals mit dem Women’s World Car of the Year sowie dem Car of the Year Award bedacht.

Die kompakte Limousine mit dem auffällig aerodynamischen Fließheck-Design wurde seit ihrem Europa-Debüt im Jahr 2016 knapp 136.000 Mal verkauft. Zuletzt setzte sich die mindestens 35.350 Euro teure Elektrovariante nur noch schleppend ab. In Deutschland kamen im Jahr 2021 nur noch gut 2500 Ioniq neu auf die Straße. Zum Vergleich: Der kompakte SUV von Hyundai, das Schwestermodell in Sachen Technologie Kona Electric, kam im gleichen Zeitraum auf gut 17.000 Neuzulassungen. Auch der seit gut einem Jahr erhältliche Mittelklasse-SUV Ioniq 5 auf der neuen 800-Volt-Architektur von Hyundai verkaufte sich mit gut 8000 Neuzulassungen deutlich besser.

Quelle: Hyundai – Pressemitteilung vom 02.06.2022 / Welt – Abschied vom E-Auto-Pionier

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

Sebastian Henßler  —  

Tech-Konzerne kaufen den Chipmarkt leer, die Autobranche zahlt drauf. Einzelne Speicherbausteine sind bis zu 400 Prozent teurer geworden.

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Michael Neißendorfer  —  

Hält Europa an seinen CO2-Grenzwerten fest, könne es den Rückstand auf China noch vor 2030 aufholen und den Ölverbrauch im Verkehrssektor drastisch senken.

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Sebastian Henßler  —  

Tozero verarbeitet jährlich 1500 Tonnen Batterieabfälle und gewinnt daraus Lithium, Graphit und Nickel-Kobalt zurück. Die Kosten liegen unter Bergbauniveau.

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

Eine aktuelle Befragung zeigt: Die Deutschen wechseln verstärkt vom Verbrenner zum Elektroauto – und fordern von der Politik mehr Initiative für E-Mobilität.

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

Sebastian Henßler  —  

MG will als erster Automobilhersteller eine Semi-Solid-State-Batterie in Großserie nach Europa bringen. Der Hochlauf läuft, doch manche Fragen bleiben offen.

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Michael Neißendorfer  —  

Verbände und Experten lassen kein gutes Haar am neuen „Klimaschutzprogramm“ der Bundesregierung. Wirklich neues habe es gar nicht zu bieten.

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

Sebastian Henßler  —  

VDIK-Präsidentin Labbé schlägt eine staatliche Ladekarte mit Guthaben vor. Damit ließen sich Tarifchaos und umständliches Laden auf einen Schlag beseitigen.