Honda sieht seine Zeit für E-Autos gekommen

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Der japanische Autohersteller Honda hat bislang eine eher mäßige bis zweifelhafte Performance in Sachen Elektromobilität gezeigt. Oder wie es das britische Fachmagazin Autocar jüngst sehr scharf formuliert hat: „Gibt es ein verwirrenderes, esoterischeres Automobilunternehmen als Honda? Ein Unternehmen, das zu erstaunlichem Ehrgeiz und technischer Innovation fähig ist, aber auch Branchentrends verpasst und anonym uninspirierte Modelle produziert.“

Klar, der Honda E war in Sachen Innovation und Knuffigkeit ein wahrer Fingerzeig, doch sein hoher Preis und seine geringe Reichweite machten ihn für viele zu einem E-Auto der Herzen, das aber kaum jemand tatsächlich kaufen wollte. Und mit dem Honda e:Ny1 ist auch alles andere als ein großer Wurf gelungen, denn auch wenn das kompakte E-SUV gut verarbeitet ist und zunächst einen guten Eindruck macht, sind die technischen Details letztendlich doch zum Haare raufen, wie auch Tests der EAN-Redaktionsmitglieder Sebastian Henßler und Daniel Krenzer zeigten. Und auch mit seinen Verbrennern sah Honda in Europa zuletzt wenig Land, die Verkaufszahlen brechen seit Jahren massiv ein.

Weiterentwickelt, ohne abzuliefern?

Doch nun soll alles besser werden, kündigt der Autohersteller an. Mit den vor einigen Monaten vorgestellten Elektroautos der 0-Serie soll Elektromobilität neu gedacht werden. Die Idee ist es also, zwar später bei der Elektromobilität ernsthaft einzusteigen, dann aber direkt einen Schritt weiter in die Zukunft zu springen als die Mitbewerber. Ein kühner Plan. „Ich glaube nicht, dass wir bei Elektroautos im Rückstand sind“, sagte Hondas Geschäftsführer Toshihiro Mibe laut Autocar-Analyse jüngst. Es wäre einfach nicht gut gewesen, die Stückzahlen für E-Autos zu erhöhen, solange die Nachfrage dafür vergleichsweise gering gewesen sei. Doch inzwischen gehe die Gesellschaft von der Anfangsphase in eine breitere Akzeptanz über.

„Es ist nicht so, dass wir nicht über die Technologie zur Herstellung von Elektroautos verfügen und wir können weltweit mit anderen Autoherstellern konkurrieren“, führt der Honda-Chef weiterhin aus. Soll also heißen: Honda hätte schon mehr Elektromobilität gekonnt, wollte aber bislang einfach nicht. Doch eigenen Angaben zufolge wurde die Technologie intern weiter verfolgt und soll nun mit voller Kraft aus dem Hut gezaubert werden.

Sonderplan für China

Die neuen Elektroautos von Honda sollen dabei besonders schlank, leicht und clever sein. „In der Praxis bedeutet dies dünnere Akkupacks, um Autos zu ermöglichen, die tiefer liegen und dennoch mehr Innenraum bieten; sie sind leichter, um ein sportliches Fahrverhalten und eine höhere Effizienz zu bieten; und sie sind clever durch den Einsatz softwarebasierter Plattformen, um vernetzte Technologie und teilautonomes Fahren zu ermöglichen“, schreibt Autocar. So soll wohl Megacasting zum Einsatz kommen, bei dem große Teile des Autos in großen Einzelteilen gegossen werden – wie man es auch von Tesla und VW kennt. Bei Honda soll die Technik aber wohl vor allem für Batteriepacks zum Einsatz kommen.

Bis die ersten Elektroautos der 0-Serie auf den Markt kommen, dürfte aber noch mindestens bis 2026 dauern. Und seitens Honda geht man davon aus, dass auch bis 2030 die Hybridmodelle weiterhin der Treiber des Geschäfts sein werden, ehe allmählich die Elektroautos die Hoheit gewinnen dürften. Doch auch am Thema Wasserstoff halten die Japaner fest. Und für China machen sie eine Ausnahme: Dort sollen bis 2027 mehrere Elektroautos auf den Markt kommen.

Quelle: Autocar – ‚Our time has come‘: Honda’s CEO on its bold EV future

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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