General Motors (GM) hat ein Software-Update veröffentlicht, was es Besitzer:innen von 250.000 Elektroautos des Konzerns fortan ermöglicht, Strom aus dem Elektroauto-Akku nicht nur aus dem Stromnetz zu beziehen, sondern auch einzuspeisen. Die bereits für das bidirektionale Laden ausgelegten Elektroautos wurden nun aktualisiert, ohne dass Hardware-Modifikationen notwendig gewesen wären. Es handelt sich um die größte Elektroautoflotte eines einzelnen Automobilherstellers in der Geschichte der USA, die das Einspeisen unterstützt, und umfasst Modelle wie den Chevrolet Equinox EV bis hin zum Cadillac Escalade IQ.
Das bidirektionale Laden, also das Laden in beide Richtungen, kann eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung des Stromnetzes einnehmen. In diesem Fall übernehmen die Akkus eine Rolle als Zwischenspeicher: Sie werden beispielsweise bei einer hohen Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien geladen und geben diese Energie wieder ab, sobald sie an anderer Stelle benötigt wird. Lastspitzen können damit ausgeglichen werden.
Grundsätzlich gibt es nicht nur die Möglichkeit, den Strom zurück ins Netz einzuspeisen (Vehicle-to-Grid, kurz V2G), sondern auch Verbraucher im Haus damit zu betreiben (Vehicle-to-Home, kurz V2H). In Dänemark wird derzeit ein Pilotprojekt getestet, was genau diese Optionen für Verbraucher:innen ermöglicht. Im gewerblichen Bereich werden außerdem große Hoffnungen in diese Technologie bei Elektro-Lkw mit großen Batteriespeicherkapazitäten gesetzt. Erst kürzlich gab der Hersteller Scania bekannt, dass das bidirektionale Schnellladen möglich ist.
GM ergänzt V2H um V2G
Die V2H-Option, bei der das Haus mit einem Elektroauto auch während eines Stromausfalls versorgt werden kann, gab es bereits bei GM. Das Unternehmen habe nach eigenen Angaben Tausende Nutzer:innen der Vehicle-to-Home-Technologie. Die V2G-Option wurde nun hinzugefügt, jedoch bleibe Reuters zufolge unklar, ob das Einspeisen in den USA Anklang finden wird.
GM erschließt mit dem Softwareupdate neue Geschäftsmöglichkeiten im Energiesektor, denn an dem Verkaufspreis des Stroms beim Einspeisen würde der Konzern einen Anteil der Zahlung erhalten. Die kommerzielle Einführung der Technologie werde voraussichtlich in den nächsten Monaten erfolgen, beginnend mit Kalifornien und Texas.
Aktuell befindet sich die V2G-Technologie in einer Pilotphase und nur wenige Energieversorger bieten die Möglichkeit an. Da die Technologie mit hohen Investitionen und derzeit noch mit Unsicherheiten einhergeht, sind viele Energieversorger bisher skeptisch. Die Zusammenarbeit ist jedoch eine notwendige Voraussetzung für den Vehicle-to-Grid-Zugang und GM sei, so Reuters, in Gesprächen mit zirka 10 Energieversorgern. Zugleich setzen andere große Hersteller, wie Ford oder Tesla, auf die Idee.
Quelle: Reuters – GM to offer EV owners ability to sell power to US electricity grid / Tech Times – GM Activates 250,000 EVs for Vehicle-to-Grid









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