Elektroautobauer haben es in den USA aktuell notorisch schwer: Der Wegfall einer Steuergutschrift im vergangenen September sowie die Lockerung der Kraftstoffeffizienzvorschriften unter US-Präsident Trump haben den E-Auto-Absatz merklich einknicken lassen. Auch der größte US-Autobauer General Motors bekommt das aktuell zu spüren – will aber langfristig weiterhin auf Elektromobilität setzen, so GM-Chefin Mary Barra.
Anlässlich einer Veranstaltung der Automotive Press Association im Vorfeld der Detroit Auto Show in dieser Woche sagte Barra, dass die Bemühungen der Trump-Regierung zur Lockerung der Kraftstoffeffizienzstandards das Geschäft des Autobauers noch stärker beeinträchtigt hätten als die überaus wechselhafte Handelspolitik des US-Präsidenten.
Die Rücknahme der Vorschriften für Abgasemissionen habe GM dazu veranlasst, die Produktpläne schnell anzupassen: Im Zuge einer Neubewertung der Elektroauto- und Batterieproduktion hatte der Hersteller kürzlich für das vierte Quartal 2025 eine Belastung von rund 6 Milliarden Dollar (ca. 5,1 Mrd. Euro) prognostiziert.
„Wir mussten einige ziemlich bedeutende Änderungen vornehmen”, so Barra mit Blick auf die Entscheidung, Investitionen in Elektroautos in Milliardenhöhe zu streichen und sich stattdessen zunächst stärker auf Verbrenner zu konzentrieren. Barra erklärte jedoch, dass GM weiterhin daran glaube, dass die Nachfrage nach E-Autos in den USA irgendwann stark anziehen werde, weil das Laden zunehmend einfacher wird und die Preise sinken. GM betrachte batterieelektrische Fahrzeuge nach wie vor als „das Endziel“, so Barra weiter. „Ohne die Anreize wird es länger dauern, aber ich glaube immer noch, dass wir dieses Ziel mit der Zeit erreichen werden.”
GM entwickelt Plug-in-Hybride – hält reine E-Autos aber für das überlegene Produkt
Bei der Veranstaltung bekräftigte die GM-Chefin zudem, dass der Autobauer aktuell Plug-in-Hybride entwickele und auch traditionelle Hybride evaluiere. Barra sagte jedoch, dass GM sich weiterhin stärker auf Elektroautos konzentrieren werde, da diese für die Kunden ein überlegenes Produkt seien.
In den vergangenen Wochen hatten mehrere große US-Autohersteller ihre Elektro-Ambitionen zurückschrauben müssen, darunter auch GMs schärfster Konkurrent Ford: Der Hersteller aus Detroit hatte im Dezember mehrere Elektroauto-Programme gestrichen und eine Abschreibung in Höhe von 19,5 Milliarden US-Dollar für sein strauchelndes E-Auto-Geschäft vorgenommen.
Die GM-Chefin hält das offenbar für voreiligen Aktionismus: „Ich bin ein wenig überrascht, dass einige [Autohersteller] sich so schnell zurückziehen, denn wir wissen nicht, wie die Lage in den Jahren 2029, 2030 und 2032 aussehen wird”, erklärte Barra und fügte hinzu, dass sie möchte, dass GM flexibel bleibt, um sich an mögliche Änderungen der Vorschriften durch künftige Regierungen anzupassen.
Quelle: Reuters – GM CEO says EVs still the ‚end game‘ despite industry pullback







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