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Beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos entscheidet nicht der Kilometerstand, sondern der Batteriezustand (State of Health, SoH) über den realen Wert. Als Faustregel gilt: über 90 Prozent ist hervorragend, 80 bis 90 Prozent gesund und üblich, 70 bis 80 Prozent noch gut nutzbar – dann aber mit spürbarem Reichweitenverlust. Wichtig sind außerdem der Ladestandard (Typ 2 / CCS), die Kfz-Steuerbefreiung bis 2035, die jährliche THG-Prämie und eine lückenlose Fahrzeughistorie.
In Deutschland sind mittlerweile mehr als 2,4 Millionen reine Elektroautos unterwegs: Zum 1. Januar 2026 zählte das Kraftfahrt-Bundesamt 2.034.260 BEV im Bestand, im ersten Halbjahr 2026 kamen 368.006 Neuzulassungen hinzu – ein Plus von 48,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Mit der ersten großen Welle an Leasingrückläufern wird ein drei bis vier Jahre altes E-Auto für viele Haushalte erschwinglich. Doch ein Elektroauto ist kein Verbrenner: Die wichtigste Komponente sitzt nicht unter der Haube, sondern als Hochvoltbatterie im Fahrzeugboden.
Auch der Gebrauchtmarkt zieht deutlich an: Allein in den ersten vier Monaten 2026 wechselten laut KBA 119.554 gebrauchte E-Autos den Besitzer – fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum und fast dreimal so viele wie 2024. Eine Analyse des Fraunhofer-Instituts ISI sieht den Markt inzwischen als etabliertes Segment mit wachsendem Angebot und transparenteren Preisen.
Was ist der Batteriezustand (SoH) – und warum zählt er mehr als der Kilometerstand?
Der State of Health (SoH) gibt an, wie viel Prozent der ursprünglichen Batteriekapazität noch vorhanden sind. Eine Batterie mit 90 Prozent SoH speichert noch 90 Prozent der Energie wie im Neuzustand. Beim E-Auto ist der SoH gewissermaßen der „neue Kilometerstand“: Ein Fahrzeug mit 92 Prozent ist deutlich mehr wert als dasselbe Modell mit 84 Prozent.
- Beim Verbrenner verrät der Kilometerstand das meiste über den Verschleiß. Beim E-Auto sagt er für sich genommen wenig aus (TÜV-Verband).
- Die Hochvoltbatterie macht rund 30 bis 40 Prozent des Fahrzeugwerts aus – ein schwacher Akku kann aus einem vermeintlichen Schnäppchen ein Reichweitenproblem machen.
- Ein kompletter Akkutausch kann je nach Modell 10.000 bis 20.000 Euro kosten (TÜV-Verband) – muss es aber nicht. Zunehmend lassen sich einzelne Module oder Stacks tauschen statt des gesamten Pakets, was die Reparatur deutlich günstiger macht. Ohne geprüfte Batterie sollte trotzdem kein Kaufvertrag unterschrieben werden.
Kurz gesagt: Eine 60-kWh-Batterie mit 90 Prozent SoH verhält sich rechnerisch wie ein 54-kWh-Akku. Die real erfahrbare Reichweite hängt allerdings nicht allein von der Kapazität ab, sondern zusätzlich von Temperatur, Fahrweise, Geschwindigkeit und dem genutzten Ladefenster – im Winter fällt sie spürbar niedriger aus als im Sommer.
Wie schnell altern E-Auto-Batterien wirklich?
Moderne Akkus altern langsam – im Schnitt rund 2,3 Prozent pro Jahr, so eine Auswertung von Geotab aus 2025/2026 mit über 22.700 realen Fahrzeugen. Nach acht Jahren verfügt die durchschnittliche Batterie damit noch über 81,6 Prozent ihrer Ausgangskapazität und hält deutlich länger als 13 Jahre.
- Der Wert stieg von 1,8 Prozent (2024) auf 2,3 Prozent – vor allem wegen des Trends zum leistungsstarken DC-Schnellladen, nicht weil die Akkus schlechter geworden wären (Geotab, Januar 2026).
- Reale deutsche Daten bestätigen das: TÜV Nord und Carly ermittelten über rund 50.000 Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge (max. zehn Jahre alt) einen Median-SoH von 96 Prozent (electrive, März 2026).
- Im ADAC-Dauertest zeigte ein VW ID.3 nach 160.000 Kilometern noch 91 Prozent Batteriezustand – und nach 220.000 Kilometern 89 Prozent, trotz häufigem Schnellladen.
Unabhängige SoH-Daten werden damit zum entscheidenden Faktor für die Preisbildung – aus einem Bauchgefühl wird eine messbare Größe.
Welcher SoH-Wert ist beim Gebrauchtkauf „gut“?
Faustregel: Über 90 Prozent ist hervorragend, 80 bis 90 Prozent gesund und üblich, 70 bis 80 Prozent noch gut nutzbar – der Reichweitenverlust wird hier aber spürbar. Entscheidend ist immer das Verhältnis zu Alter und Laufleistung.

Und unterhalb von 70 Prozent? Zwei Dinge sind dann wichtig. Liegt das Fahrzeug noch innerhalb der Garantiefrist (typisch 8 Jahre / 160.000 km), besteht ein echter Anspruch gegenüber dem Hersteller – das ist bares Geld wert und der Grund, warum sich die Prüfung lohnt. Ist die Frist abgelaufen, nähert sich der Akku dem Ende seines Autolebens: Solche Batterien wandern häufig ins sogenannte Second Life als stationärer Stromspeicher. Ein Kauf lohnt dann nur noch bei einem entsprechend deutlich niedrigeren Preis.
Welche Batteriegarantie bekomme ich – und wird sie übertragen?
Nahezu alle Hersteller garantieren mindestens 70 Prozent Kapazität für 8 Jahre oder 160.000 Kilometer – je nachdem, was zuerst eintritt. Die Garantie ist an das Fahrzeug gebunden, nicht an die Person, und geht beim Kauf auf dich über – für die verbleibende Zeit und Laufleistung.
- Einige Marken gehen deutlich weiter: In der ADAC-Herstellerabfrage verspricht der Spitzenreiter (Lexus) bis zu 10 Jahre oder 1.000.000 Kilometer (AUTO BILD).
- Ab Februar 2027 sorgt ein EU-weit verpflichtender Batteriepass für zusätzliche, standardisierte Transparenz zu jedem Akku (TÜV-Verband).
- Achtung: Eine Tiefentladung während langer Standzeiten kann bei vielen Herstellern die Garantie kosten (AUTO BILD). Lass dir deshalb schriftlich bestätigen, dass regelmäßig geladen wurde.
Was diese schriftliche Bestätigung wert ist: Eine konkrete Zusage im Kaufvertrag ist juristisch eine Beschaffenheitsvereinbarung (§ 434 BGB) – und damit deutlich mehr als eine nette Geste. Stellt sich die Angabe später als falsch heraus, kann sich der Verkäufer nicht auf einen pauschalen Gewährleistungsausschluss („gekauft wie gesehen“) berufen (§ 444 BGB). Der Bundesgerichtshof hat das mehrfach bestätigt: Eine ausdrücklich zugesicherte Eigenschaft geht dem allgemeinen Haftungsausschluss vor (BGH, Urteil vom 10.04.2024, VIII ZR 161/23). Dir stehen dann Nacherfüllung, Rücktritt, Minderung oder unter Umständen Schadensersatz zu. Ohne schriftliche Zusage bleibt dagegen meist nur der Nachweis arglistiger Täuschung – und der ist in der Praxis schwer zu führen.
Wie prüfe ich den Batteriezustand eines gebrauchten E-Autos?
Verlasse dich nicht auf die Anzeige im Fahrzeug. Lass den SoH vor dem Kauf unabhängig messen – ein professioneller Test kostet rund 100 bis 200 Euro (TÜV-Verband) und zeigt exakt, wie viel Kapazität noch übrig ist.
- Unabhängiges SoH-Zertifikat: TÜV Nord und Carly bieten einen standardisierten Batterie-Check mit CARA-Zertifizierung; AVILOO führt über bis zu sieben Tage einen vollständigen Lade-/Entlade-Test durch.
- OBD-Auslesung: Eine modellspezifische App (LeafSpy, Car Scanner, EVNotify) per OBD2-Adapter liest je nach Fahrzeug SoH, nutzbare kWh und Zellbalance aus.
- Reichweiten-Check: Auf 100 Prozent laden, angezeigte Reichweite notieren und mit dem ursprünglichen WLTP-Wert vergleichen. Eine kleine Abweichung ist normal, eine große ein Warnzeichen.
- Grundsätzlich gilt: PDF-Export verlangen, FIN abgleichen und das Ergebnis mit einer echten Probefahrt gegenprüfen.
Ladestandards in Deutschland: Welchen Stecker brauche ich?
In Deutschland musst du dir nur zwei Stecker merken: Typ 2 (Mennekes) fürs Wechselstromladen (AC) und CCS (Combo 2) fürs Gleichstrom-Schnellladen (DC). In der Regel teilen sich beide eine gemeinsame Buchse am Auto – CCS ist technisch ein Typ-2-Stecker mit zwei zusätzlichen DC-Kontakten darunter. Bei einzelnen Modellen sind AC- und DC-Anschluss allerdings getrennt, etwa bei Fahrzeugen mit CHAdeMO-Port oder bei manchen Importmodellen. Ein Blick auf die Ladeklappe vor dem Kauf lohnt sich.

- Typ 2 ist seit 2013 EU-Standard (ADAC). Die meisten neuen E-Autos haben einen 11-kW-Onboard-Lader – genug, um über Nacht zu Hause voll zu laden (EnBW).
- Für zu Hause ist eine fest installierte 11-kW-Typ-2-Wallbox (nach VDE 0100-722) der praktische Standard und macht meist keinen teuren Umbau des Hausanschlusses nötig.
- CCS lädt schnell bis 350 kW, in der Praxis pendeln sich Auto und Säule oft um 150 kW ein. Das Auto begrenzt das Tempo: Ein 100-kW-Fahrzeug lädt an einer 350-kW-Säule nicht schneller.
- CHAdeMO ist in Europa 2026 praktisch ausgelaufen, der nordamerikanische NACS-Standard hierzulande irrelevant – europäische Teslas nutzen CCS.
Warum die Haushaltssteckdose nur eine Notlösung ist
Die Schuko-Dose ist zum Laden zwar möglich, taugt aber ausdrücklich nur als Reserve – und dafür gibt es drei handfeste Gründe:
- Dauerlast statt Kurzzeitlast. Schutzkontaktsteckdosen sind nach DIN VDE 0620-1 für den Hausgebrauch ausgelegt und nur zeitlich begrenzt mit 16 Ampere belastbar. Als Dauerlast sind lediglich rund 10 Ampere (2,3 kW) freigegeben – deshalb drosseln mobile Ladeziegel genau darauf.
- Erwärmung und Brandgefahr. Beim mehrstündigen Laden können gealterte Kontakte, lose Klemmstellen in der Zuleitung oder eine unsachgemäße Installation den Widerstand erhöhen. Die Folge ist übermäßige Erwärmung bis hin zum Brand (ADAC). Eine Wallbox überwacht Temperatur und Fehlerströme, eine Haushaltssteckdose tut das nicht.
- Schieflast im Hausnetz. Wer nur über eine Phase lädt, belastet das dreiphasige Netz einseitig. In Deutschland ist einphasiges Laden deshalb auf 4,6 kVA (rund 20 Ampere) begrenzt – festgelegt in der VDE-AR-N 4100 und den technischen Anschlussbedingungen der Netzbetreiber (Übersicht der Schieflastgrenzen). Genau deshalb sind einphasige Wallboxen auf 4,6 kW gedeckelt, während die dreiphasige 11-kW-Wallbox jede Phase gleichmäßig mit rund 16 Ampere belastet.
Recht und Sparen: Kfz-Steuer und THG-Quote
Wie lange ist ein gebrauchtes E-Auto von der Kfz-Steuer befreit?
Reine Elektroautos zahlen in Deutschland keine Kfz-Steuer. Im Dezember 2025 wurde die Befreiung verlängert: Jedes E-Auto, das bis zum 31. Dezember 2030 erstmals zugelassen wird, ist bis zu zehn Jahre steuerfrei, längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2035 (§ 3d KraftStG, Zoll; Bundesfinanzministerium).
- Die Befreiung hängt am Datum der Erstzulassung und geht bei einem Halterwechsel automatisch auf die neue Halterin oder den neuen Halter über (Zoll). Ein 2023 erstzugelassenes E-Auto ist damit noch bis 2033 steuerfrei.
- Ein Antrag ist nicht nötig – das Hauptzollamt berücksichtigt die Befreiung automatisch, Bestandsfahrzeuge erhalten 2026 einen geänderten Steuerbescheid (Zoll).
- Nach Ablauf der Befreiung wird das E-Auto nur nach Gewicht (zum ermäßigten Satz) besteuert und bleibt günstiger als ein vergleichbarer Benziner oder Diesel (Zoll).
- Das gilt nur für reine Elektro- (und Wasserstoff-Brennstoffzellen-)Fahrzeuge – Hybride und Plug-in-Hybride sind ausgenommen (Zoll).
Was ist die THG-Quote – und wie viel bekomme ich?
Als eingetragene Halterin oder eingetragener Halter eines reinen Elektroautos kannst du die zertifizierte CO₂-Einsparung deines Fahrzeugs einmal pro Jahr über die THG-Quote verkaufen und erhältst dafür eine Prämie. 2026 liegt sie meist bei rund 300 Euro, je nach Anbieter bis zu etwa 370 Euro (ADAC; Finanztip; Verivox).
- Nur reine batterieelektrische Fahrzeuge sind berechtigt – keine Hybride oder Plug-in-Hybride (Verivox). Du musst in der Zulassungsbescheinigung Teil I als Halter:in eingetragen sein.
- Für Privatpersonen ist die Auszahlung steuerfrei; bei Firmen- oder gewerblichen Fahrzeugen zählt sie als steuerpflichtige Einnahme (Finanztip).
- Du beantragst die Prämie einmal pro Kalenderjahr über einen THG-Anbieter, der das Zertifikat bündelt und verkauft; bis zur Auszahlung dauert es meist einige Monate (Finanztip).
Hinweis: Auch Dienstwagenfahrer:innen profitieren vom reduzierten 0,25-Prozent-Satz bei der Versteuerung geeigneter E-Autos. Kaufprämien-Programme ändern sich häufig – prüfe vor dem Kauf den aktuellen Stand.
Sorgfaltspflicht: Der Fahrzeug-Check, den du nicht auslassen darfst
Der Batteriezustand sagt etwas über die Zukunft des Autos aus, die Historie über seine Vergangenheit. Vor jedem Gebrauchtkauf gilt: Kilometerstand, Unfall- und Schadensdaten, Diebstahlstatus und Vorbesitzer prüfen.
Warum der Kilometerstand gerade beim E-Auto zählt
Tachobetrug gilt als Verbrenner-Thema – beim Elektroauto hängt am Kilometerstand aber unmittelbar bares Geld: Die Batteriegarantie endet typischerweise bei 160.000 Kilometern. Ein um 30.000 Kilometer zurückgedrehter Tacho kann also verschleiern, dass der Garantieanspruch auf die teuerste Komponente des Fahrzeugs bereits erloschen ist. Dazu kommt: Laufleistung und Ladehistorie hängen zusammen – wer die Kilometer manipuliert, verschleiert indirekt auch die Zahl der Ladezyklen.
Rechtlich ist die Angabe im Inserat oder Kaufvertrag übrigens bindend: Der BGH wertet einen genannten Kilometerstand als Beschaffenheitsvereinbarung – ein pauschaler Gewährleistungsausschluss schützt den Verkäufer dann nicht (BGH zur Laufleistung im Privatkauf).
- Wie verbreitet Manipulation ist, zeigt die carVertical-Studie 2026: Bei 6,9 Prozent der in Deutschland geprüften Audi A8 fand sich ein manipulierter Kilometerstand – Spitzenreiter im Land –, gefolgt von Porsche Cayenne (6,7 %) und BMW X6 (5,6 %) (carVertical, via AUTOHAUS). Die Spitzenreiter sind hochpreisige Verbrenner; das Prüfprinzip gilt für E-Autos aber genauso.
- Der grenzüberschreitende Handel macht Historien zusätzlich schwer nachvollziehbar – gerade bei jungen Leasingrückläufern aus dem europäischen Ausland.
Schritt: Vor der Besichtigung einen Fahrzeughistorien-Bericht abrufen
Ein Historienbericht bündelt Daten aus vielen Ländern an einem Ort. carVertical etwa prüft Kilometerstand-Historie, Unfall- und Schadensdaten, Diebstahlstatus (Interpol SLTD), frühere Nutzung (z. B. Taxi oder Mietwagen), historische Fotos, Halterwechsel, Preisverlauf und Ausstattungsdaten – auf Basis von über 1.000 Datenquellen aus 45 Ländern, mit einem Bericht in unter 90 Sekunden.
Wichtig: Der Bericht ist ein Filter, keine Garantie. Am stärksten ist er vor der Besichtigung – um schlechte Angebote auszusortieren und die richtigen Fragen vorzubereiten. Kombiniere ihn mit drei Dingen: dem unabhängigen SoH-Batterietest von oben, den Originalunterlagen (Serviceheft, HU-/TÜV-Berichte, Reparaturrechnungen) und einer richtigen Probefahrt.
Prüfe die Historie jedes gebrauchten E-Autos vor dem Kauf
Gib die FIN ein, gleiche das Ergebnis mit dem Inserat ab und nutze jede Abweichung zum Verhandeln – oder zum Absagen. Als Leser:in von Elektroauto-News sicherst du dir 20 % Rabatt mit dem Code elektroautonewsde.
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Deine Checkliste für den Gebrauchtkauf
- Batterie-SoH unabhängig prüfen lassen (Faustregel: über 80 % gesund) – Zertifikat in der Hand.
- Restliche Batteriegarantie per FIN klären (Jahre, km, 70-%-Schwelle, Übertragbarkeit).
- Fahrzeughistorien-Bericht vor der Besichtigung abrufen (Kilometer, Schäden, Diebstahl, Halter) – Code elektroautonewsde.
- Laden: Typ 2 + CCS bestätigt; AC-Ladeleistung (11 vs. 22 kW) und Anschlussart geprüft.
- Kfz-Steuer-Status klären (Erstzulassung und verbleibendes steuerfreies Fenster).
- THG-Quote: als Halter:in eintragen, um die jährliche Prämie zu sichern.
- Unterlagen: Serviceheft, HU-/TÜV-Berichte, schriftliche Bestätigung über regelmäßiges Laden (keine Tiefentladung).
- Probefahrt: auf plötzliche Reichweiteneinbrüche oder ungleichmäßiges Ladeverhalten achten.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der State of Health (SoH) einer E-Auto-Batterie?
Der SoH gibt an, wie viel Prozent der ursprünglichen Batteriekapazität noch vorhanden sind. Ein Akku mit 85 Prozent SoH speichert noch 85 Prozent der Energie wie im Neuzustand – aus 300 km WLTP-Reichweite werden rechnerisch also rund 255 km. Die real gefahrene Reichweite weicht davon je nach Temperatur, Fahrweise und Tempo zusätzlich ab. Beim Gebrauchten zählt der SoH mehr als der Kilometerstand.
Welcher SoH-Wert ist beim Gebrauchtkauf gut?
Faustregel: über 90 Prozent ist hervorragend und typisch für junge Fahrzeuge, 80 bis 90 Prozent gesund und üblich, 70 bis 80 Prozent noch gut nutzbar – der Reichweitenverlust wird hier aber spürbar und sollte sich im Preis widerspiegeln. Unter 70 Prozent lohnt sich die Prüfung eines Garantiefalls; ist die Frist abgelaufen, sind solche Akkus eher Second-Life-Kandidaten.
Wie lange ist ein Elektroauto von der Kfz-Steuer befreit?
Reine Elektroautos, die bis zum 31. Dezember 2030 erstmals zugelassen werden, sind bis zu zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, längstens bis zum 31. Dezember 2035 (§ 3d KraftStG). Die Befreiung geht automatisch auf die nächste Halterin oder den nächsten Halter über und erfordert keinen Antrag.
Was ist die THG-Quote und wie viel ist sie wert?
Mit der THG-Quote verkauft die Halterin oder der Halter eines reinen E-Autos einmal jährlich die zertifizierte CO₂-Einsparung gegen eine Prämie. 2026 liegt sie meist bei rund 300 Euro, je nach Anbieter bis zu etwa 370 Euro. Für Privatpersonen ist die Auszahlung steuerfrei. Hybride und Plug-in-Hybride sind ausgenommen.
Welchen Ladestecker brauche ich in Deutschland?
Zwei Stecker decken fast alles ab: Typ 2 fürs AC-Laden an Wallbox und öffentlichen AC-Säulen sowie CCS (Combo 2) fürs DC-Schnellladen. In der Regel nutzen beide dieselbe Buchse am Auto, bei einzelnen Modellen sind AC- und DC-Anschluss getrennt. Eine Schuko-Haushaltssteckdose funktioniert nur als langsame Notlösung.
Warum sollte man nicht dauerhaft an der Haushaltssteckdose laden?
Schuko-Steckdosen sind nur zeitlich begrenzt mit 16 Ampere belastbar, als Dauerlast sind rund 10 Ampere (2,3 kW) freigegeben. Beim stundenlangen Laden können gealterte Kontakte und lose Klemmstellen zu Erwärmung bis hin zum Brand führen; eine Temperaturüberwachung wie bei der Wallbox fehlt. Hinzu kommt die Schieflast: Einphasiges Laden ist in Deutschland auf 4,6 kVA begrenzt.
Wie lange hält eine E-Auto-Batterie?
Reale Daten zeigen: Moderne Akkus altern rund 2,3 Prozent pro Jahr, behalten nach acht Jahren etwa 81,6 Prozent ihrer Kapazität und halten im Schnitt deutlich länger als 13 Jahre (Geotab, 2026). Die meisten Halter:innen wechseln das Auto aus Reichweitengründen, lange bevor die Batterie ausfällt.
Was kostet eine unabhängige Batterieprüfung?
Eine unabhängige SoH-Messung kostet in Deutschland meist 100 bis 200 Euro und zeigt exakt, wie viel Kapazität gegenüber dem Neuzustand verbleibt (TÜV-Verband). Anbieter wie TÜV Nord mit Carly (CARA-Zertifikat) oder AVILOO bieten standardisierte Tests. Vor einem Kauf im Wert von mehreren Tausend Euro ist das gut investiert.
Wird die Batteriegarantie beim Gebrauchtkauf übertragen?
Ja. Herstellergarantien auf die Batterie (typisch 8 Jahre / 160.000 km / 70 % Kapazität) sind an das Fahrzeug gebunden, nicht an die Person – die verbleibende Absicherung geht auf dich über. Kläre vor dem Kauf per FIN die genauen Restwerte bei Jahren, Laufleistung und Kapazitätsschwelle.
Was bringt eine schriftliche Zusage im Kaufvertrag?
Eine konkrete Zusage – etwa dass regelmäßig geladen wurde oder der Kilometerstand stimmt – ist juristisch eine Beschaffenheitsvereinbarung nach § 434 BGB. Stimmt sie nicht, greift ein pauschaler Gewährleistungsausschluss nicht (§ 444 BGB). Käufer:innen können dann Nacherfüllung, Rücktritt oder Minderung verlangen. Ohne schriftliche Zusage bleibt meist nur der schwer zu führende Nachweis arglistiger Täuschung.
Ruiniert Schnellladen die Batterie?
Häufiges DC-Schnellladen beschleunigt die Alterung: Fahrzeuge, die stark auf Schnellladen mit über 100 kW setzen, altern mit bis zu 3,0 Prozent pro Jahr, gegenüber rund 1,5 Prozent bei überwiegendem AC-Laden (Geotab, 2026). Gelegentliches Schnellladen ist unproblematisch – AC sollte aber der Standard sein.
Wie prüfe ich die Historie eines gebrauchten Elektroautos?
Rufe vor der Besichtigung per FIN einen Fahrzeughistorien-Bericht ab. Ein Bericht wie carVertical zeigt Kilometerstand-Historie, Unfall- und Schadensdaten, Diebstahlstatus und Halterwechsel aus über 1.000 Quellen in 45 Ländern. Gleiche ihn mit dem Inserat ab und bestätige das Ergebnis mit Unterlagen und einem unabhängigen Batterietest.
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