GAC: Mit starker Marke gegen andere chinesische Hersteller

GAC: Mit starker Marke gegen andere chinesische Hersteller
Copyright:

Elektroauto-News | Blick auf GAC Aion und Hypetec Modelle

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Die chinesische Automarke GAC Motors bereitet ihren Markteintritt in Europa mit den Modellen GAC Aion V und GAC Aion UT vor. Dabei steht die Markenbildung im Mittelpunkt, um in einem stark umkämpften Markt langfristig erfolgreich zu sein. Thomas Schemera, Global Chief Operating Officer of GAC international, gab Elektroauto-News (EAN) gegenüber Einblicke in die Strategie des Unternehmens, die auf Klarheit, Kundenorientierung und Innovation basiere.

Fokus auf eine starke und klare Markenidentität

Schemera betonte im Gespräch mit EAN und anderen Medien: „Die Marke muss konsistent und aus Kundensicht verständlich sein.“ GAC tritt europaweit unter dem Dach der GAC Group auf, mit einem einheitlichen Logo an Front und Heck der Autos, ergänzt durch Submarke (wie bspw. Aion und Hyptec) und Modellbezeichnung. Dies soll Verwirrungen vermeiden und eine klare Wiedererkennung schaffen. „Markenbildung ist unsere größte Herausforderung in Europa“, so der COO weiter. Dies sei nicht nur notwendig, um Kunden zu erreichen, sondern auch, um Vertrauen und Bekanntheit aufzubauen.

Die Marke GAC wird in Europa demnach als innovationsgetrieben positioniert. Der Slogan „Where craft meets technology – driving the future“ unterstreicht den Anspruch, eine Brücke zwischen technologischer Exzellenz und kundenorientierter Innovation zu schlagen. Besonders junge Zielgruppen, die digitale Konnektivität schätzen, stehen im Fokus. „Die Digitalisierung muss nahtlos sein, sowohl außerhalb als auch innerhalb des Autos“, so Schemera.

Wettbewerbsfähige Preisstrategien und technologische Innovation

GAC ist sich bewusst, dass der Erfolg in Europa auch von einer attraktiven Preispositionierung abhängt. „Wir müssen uns so positionieren, dass unsere Produkte als wertvoll wahrgenommen werden, aber dennoch zugänglich sind“, erklärte Schemera. Das Unternehmen will weder als Premiumanbieter noch als günstiger Anbieter auftreten, sondern einen Mittelweg wählen, um den Markteintritt zu erleichtern und langfristig Preissteigerungen zu ermöglichen.

Technologisch setzt GAC auf die neueste Elektroauto-Plattform, auf der die Modelle GAC Aion V und GAC Aion UT basieren. Der Aion UT, dessen Design im europäischen Studio in Mailand entwickelt wurde, zeigt die Fähigkeit von GAC, auf die Anforderungen des Marktes einzugehen. Perspektivisch hält sich GAC die Option offen, auch Autos mit Range-Extender-Technologie anzubieten, um flexibel auf unterschiedliche Marktbedürfnisse zu reagieren.

Markteintritt mit lokaler Anpassung

Der Einstieg in Europa erfolgt zunächst in Portugal und Polen. Diese Länder wurden aufgrund starker lokaler Partnerschaften und einer fokussierten Strategie ausgewählt, die es ermöglicht, Ressourcen effektiv zu nutzen. „Wir konzentrieren uns auf den Aufbau der Marke, nicht auf Volumen“, betonte Schemera. Lokale Fertigung könnte in Zukunft eine Option sein, abhängig vom Absatzvolumen.

Die Bedeutung von Partnerschaften wird durch Kooperationen mit Technologieunternehmen wie Google deutlich, um digitale Dienste wie Android Auto und Apple CarPlay zu integrieren. Auch die Erforschung neuer Technologien, darunter Solid-State-Batterien und mögliche Kooperationen mit Nio im Bereich Batteriewechsel-Technologie, zeigt die Innovationskraft des Unternehmens.

Differenzierung durch Strategie und Qualität

GAC sieht sich nicht im direkten Wettbewerb mit anderen chinesischen Marken, sondern orientiert sich an europäischen und südkoreanischen Herstellern wie Hyundai, Kia und Genesis. „Andere haben Fehler gemacht, die wir vermeiden wollen“, erklärte Schemera. Die Stärke von GAC liegt in einem holistischen Ansatz, der Kundenorientierung, innovative Technologien und eine klare Markenpositionierung vereint.

Die Vision von GAC Motors für Europa ist klar: Eine globale Marke zu werden, die für Qualität, Innovation und Kundenzufriedenheit steht. Mit einer durchdachten Strategie und einem starken Fokus auf Markenbildung und Technologie möchte das Unternehmen eine nachhaltige Präsenz aufbauen und langfristig erfolgreich sein.

Durchaus ein erstrebenswerter Ansatz, wenn denn dieser auch konsequent umgesetzt werden kann. Dies gilt es allerdings zu beweisen. Denn sind wir mal ehrlich, auch andere chinesische Marktbegleiter wollen mit nicht weniger Innovation, Qualität und dem Ziel eine hohe Kundenzufriedenheit zu erreichen nach Europa kommen. Geglückt ist das allerdings bisher keinem so richtig.


Disclaimer: GAC hat zum Kennenlernen der Marke nach Guangzhou, China, eingeladen und hierfür die Reisekosten übernommen. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf unsere hier geschriebene ehrliche Meinung.

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in China Elektroauto

Peking bremst Preiskampf, doch für Europa wird es nicht leichter

Peking bremst Preiskampf, doch für Europa wird es nicht leichter

Daniel Krenzer  —  

China will den ruinösen Preiskampf auf dem Automarkt eindämmen. Für europäische Hersteller wird es dennoch nicht leichter – im Gegenteil.

KI-Auto Xpeng Mona L03 kommt auch nach Europa

KI-Auto Xpeng Mona L03 kommt auch nach Europa

Daniel Krenzer  —  

Xpeng bringt den Mona L03 nach Europa. Das wohl eher günstige KI-Elektro-SUV tritt unterhalb des etwas längeren Xpeng G6 an.

Werden chinesische VW bald auch hier gebaut und verkauft?

Werden chinesische VW bald auch hier gebaut und verkauft?

Daniel Krenzer  —  

Volkswagen erwägt offenbar, in China entwickelte Modelle auch in Europa anzubieten oder gar zu bauen. Dies wäre ein Tabubruch.

BYD baut Batterieproduktion in Brasilien aus

BYD baut Batterieproduktion in Brasilien aus

Maria Glaser  —  

Der chinesische Hersteller investiert hohe Summen in seine Batterieproduktion in Brasilien und treibt die lokale Fertigung weiter voran.

Indien: Chinesische Technologien fassen Fuß

Indien: Chinesische Technologien fassen Fuß

Maria Glaser  —  

Obwohl die politischen Umstände die Kooperation zwischen indischen und chinesischen Unternehmen erschweren, gibt es einen zunehmenden Austausch.

EU prüft offenbar Zölle auf chinesische Hybridautos

EU prüft offenbar Zölle auf chinesische Hybridautos

Daniel Krenzer  —  

Die EU erwägt offenbar zusätzliche Zölle auf chinesische Plug-in-Hybride. Nach den Strafzöllen auf E-Autos könnte sich der Handelskonflikt verschärfen.

Studie: China-Marken bauen Europa-Anteil 2026 stark aus

Studie: China-Marken bauen Europa-Anteil 2026 stark aus

Sebastian Henßler  —  

Gut 420.000 neue E-Autos aus China sind 2026 in Europa prognostiziert. EU-Zölle zwingen die Hersteller dabei zunehmend zur lokalen Fertigung in der Region.