Bei der Elektrifizierung ihrer Busflotten kommen Deutschlands Großstädte sehr unterschiedlich voran. Das zeigt eine neue Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zum Busbestand und zu den geplanten Neubeschaffungen in den 40 größten deutschen Städten. Demnach fahren noch fast 80 Prozent der erfassten Busse mit Diesel.
Besonders weit sind Mannheim, Freiburg und Karlsruhe. In diesen drei Städten ist bereits mehr als die Hälfte der Busse batterieelektrisch unterwegs. Sie erhalten im Städtevergleich der DUH als einzige die „Grüne Karte“. Insgesamt 19 Städte bewertet die Organisation dagegen mit Rot. Besonders groß ist der Nachholbedarf laut DUH in Augsburg, Essen, Wuppertal, Krefeld und Magdeburg. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 war dort noch kein einziger Elektrobus im Stadtverkehr im Einsatz. Gleichzeitig sind in den untersuchten 40 Städten insgesamt noch fast 10.000 Dieselbusse unterwegs.
Die Umwelthilfe kritisiert zudem die Beschaffungspläne vieler Kommunen. Fast die Hälfte der untersuchten Städte plane zwischen 2026 und 2030 weiterhin den Kauf von Bussen mit Verbrennungsmotor. Halle wolle in diesem Zeitraum sogar ausschließlich Verbrennerbusse beschaffen. Die DUH fordert dagegen, keine neuen Diesel- oder anderen Verbrennerbusse mehr anzuschaffen und die städtischen Flotten spätestens bis 2030 vollständig zu elektrifizieren.
Mehr als zehn Jahre Nutzungsdauer
DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch warnt vor den langfristigen Folgen solcher Neuanschaffungen: „Städte, die bis 2030 neue Verbrenner-Busse beschaffen, verschieben den Abschied von fossilen Antrieben so bis in die 2040er-Jahre.“ Stadtbusse würden in der Regel länger als zehn Jahre eingesetzt. Auch die Umrüstung technisch geeigneter Dieselbusse auf Elektroantrieb sieht die DUH als mögliche Option.
Zusätzlichen Handlungsbedarf sieht die Organisation bei besonders alten Fahrzeugen. In Oberhausen, Nürnberg, Aachen, Gelsenkirchen, Kassel und Erfurt seien noch Dieselbusse mit einer Abgasnorm schlechter als Euro V unterwegs. Deren Stickoxid-Ausstoß liege um ein Vielfaches höher als bei modernen Euro-VI-Bussen. Mit Blick auf die ab 2030 verschärften europäischen Luftreinhaltevorgaben fordert die DUH daher eine schnellere Ausmusterung solcher Fahrzeuge.
Damit die Verkehrsbetriebe die Umstellung stemmen können, fordert die Organisation eine langfristig gesicherte Förderung durch Bund und Länder. Unterstützt werden müssten insbesondere die hohen Anfangsinvestitionen für Elektrobusse, Betriebshöfe, Ladeinfrastruktur und Netzanschlüsse. Kritik übt die DUH daran, dass der Bund die Förderung für Elektrobusse in diesem Jahr um zwei Drittel gekürzt habe.
Quelle: Deutsche Umwelthilfe – Pressemitteilung vom 6. Oktober 2026








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