Der Lehrstuhl für Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen hat mit dem Forschungsprojekt Reclaim begonnen. Im Rahmen dieses dreijährigen Projekts, das von der Landesregierung Nordrhein-Westfalens gefördert wird, wird PEM das Recycling von Batteriematerialien erforschen.
An dem Vorhaben sind weitere Unternehmen und Forschungseinrichtungen beteiligt, wie die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle und die Universität Münster. Auch das Unternehmen Cylib, das 2022 aus der Forschung der RWTH für Batterierecycling gegründet wurde, arbeitet mit an diesem Projekt. Erst kürzlich gab Cylib bekannt, dass es Lithiumkarbonat aus Altbatterien erfolgreich gewinnen konnte, das anschließend für die Wiederverwendung in der Batterieproduktion qualifiziert wurde.
Ziel des Forschungsprojektes Reclaim sei es nun, umweltschonende und ressourceneffiziente Batterie-Recycling-Technologien für Lithium-Ionen-Akkus zu entwickeln, so die Pressemitteilung der RWTH Aachen. Die europäische Batterieindustrie, die kaum selbstständig existiert und mit der Insolvenz von Northvolt einen Hieb abbekommen hat, ist hinsichtlich der Rohstoffe derzeit stark abhängig von anderen Ländern. „Die Wiederaufbereitung fördert die Etablierung einer europäischen Wertschöpfungskette, die die Abhängigkeit Europas von importierten und häufig kritischen Rohstoffen reduziert und die Ressourceneffizienz erhöht“, sagt PEM-Leiter Professor Achim Kampker.
Außerdem ist das Batterierecycling als nachhaltige Alternative zur ständigen Neugewinnung von Rohstoffen nötig, da deren Förderung oft umweltschädlich ist. Im Rahmen des Forschungsprojektes solle es daher um die Wiedergewinnung von Batterie-Aktivmaterialien gehen, um den Bedarf an Primärressourcen zu senken, so die Pressemitteilung. Zudem wolle man die Fertigung von Batteriezellen nachhaltiger gestalten, indem durch Methoden des direkten Recyclings Material effizient zurückgewonnen und der Prozess skaliert wird.
Grundsätzlich werden im Forschungsprojekt verschiedene Ansätze ausprobiert: „Die verschiedenen Ansätze werden anschließend miteinander verglichen, um anhand technischer, ökonomischer und ökologischer Kriterien zu entscheiden, unter welchen Umständen und für welche der untersuchten Materialien die Verfahren industriell geeignet sind“, so der PEM-Projektverantwortliche Timon Elliger. Danach soll das zurückgewonnene Material wieder in der Zellproduktion zum Einsatz kommen. Reclaim betrachte dazu unterschiedliche Aktivmaterialien und verschiedene Bindesysteme in technisch sinnvollen Kombinationen, so die Pressemitteilung.
Quelle: RWTH Aachen – Pressemitteilung vom 2. Februar 2026








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