Ford baut neues Forschungszentrum für Batterietechnologien

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Der US-amerikanische Automobilkonzern Ford hat ein neues globales Batteriezentrum namens Ford Ion Park angekündigt. Die Experten an dem neuen Standort sollen die Forschung und Entwicklung der Batterie- und Batteriezellentechnologie beschleunigen – einschließlich der zukünftigen Herstellungsmethoden. „Wir skalieren derzeit weltweit die Produktion von rein elektrischen Fahrzeugen, da immer mehr Kunden die umweltfreundlichen Vorteile von Elektroautos erleben und sich danach sehnen“, sagt Hau Thai-Tang, Chief Product Platform and Operations Officer von Ford. Investitionen in mehr Batterieforschung und -entwicklung sollen dem Hersteller helfen, diesen Prozess „zu beschleunigen, um im Laufe der Zeit mehr, noch bessere, kostengünstigere Elektroautos liefern zu können“, so Thai-Tang weiter.

Ford könne auf fast zwei Jahrzehnte Batteriekompetenz aufbauen und führe nun an einem Standort ein übergreifendes Team von gut 150 Experten für Entwicklung, Forschung, Herstellung, Planung, Einkauf, Qualität und Finanzen von Batterietechnologien zusammen, um eine schnellere Entwicklung und Herstellung von Batteriezellen und Batterien zu erreichen. Das Team von Ford Ion Park soll auch bessere Integrations- und Innovationsmöglichkeiten in allen Aspekten der Wertschöpfungskette erforschen – von der Gewinnung der Rohstoffe bis hin zum Recycling – und arbeite dafür mit allen Teams innerhalb des Konzerns zusammen, einschließlich den Experten des neuen Batterie-Benchmarking- und Testlabors von Ford, der Ford Customer Service Division sowie wichtiger Lieferanten und Partner.

„Wir schaffen neue Werkzeuge und Lösungen für eine kohlenstofffreie Zukunft“

Wir schaffen neue Werkzeuge und Lösungen, die wir für eine kohlenstofffreie, erschwingliche und bessere Zukunft benötigen“, sagt Thai-Tang. „Wir modernisieren die Batterieentwicklungs- und Fertigungskapazitäten von Ford, damit wir Kosten und Produktionsvariablen im eigenen Haus besser kontrollieren und die Produktion auf der ganzen Welt mit hoher Geschwindigkeit und Qualität skalieren können.“ Das Ford Ion Park-Team habe seine Arbeit bereits aufgenommen, so Ford. Darüber hinaus soll Ende nächsten Jahres ein 185 Millionen Dollar (153 Millionen Euro) teures kollaboratives Lernlabor im Südosten Michigans eröffnet werden, das sich der Entwicklung, dem Testen und dem Bau von Batteriezellen und Akkupaketen widmet.

Anand Sankaran wird das Ford Ion Park Team als neuer Direktor leiten, teilt der Hersteller mit. Sankaran, seit 30 Jahren bei Ford, bringe jahrzehntelange Batterie- und Elektrifizierungskompetenz in seine neue Position ein – wie etwa seine aktuelle Rolle als Direktor des Unternehmens für Elektrifizierte Systemtechnik, als Gewinner des Henry Ford Technology Awards 1999 für seine Elektrifizierungsarbeit im Ford Research Lab sowie als Leiter der Produktentwicklung, der seine Forschung und technischen Innovationen auf wichtige Serienfahrzeuge übertrug, wie etwa den Mustang Mach-E. Sankaran hält zudem 32 US-Patente im Bereich der Automobil-Leistungselektronik und Hybridfahrzeugtechnologien und ist Fellow des Institute of Electrical and Electronics Engineers.

Ford will an Dynamik gewinnen

Ford teilte erst vor wenigen Wochen mit, bis 2025 mindestens 22 Milliarden Dollar (gut 18 Milliarden Euro) in die Elektromobilität zu investieren. In Europa will Ford auf dem Pkw-Markt ab 2030 nur noch Elektroautos anbieten. In Köln investiert der Hersteller eine Milliarde Dollar (800 Millionen Euro) in ein neues Elektroauto-Werk, um auf der MEB-Plattform von Kooperationspartner Volkswagen ab 2023 ein E-Auto für den europäischen Massenmarkt zu produzieren.

Quelle: Ford – Pressemitteilung vom 27.04.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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