Ford will mit seiner neuen Elektroauto-Plattform Universal EV kostengünstige Stromer auf den Markt bringen und hat dafür ein Team aus Spezialisten zusammengestellt, die größtenteils einen Formel-1-Hintergrund haben. Die Erkenntnisse aus dem Motorsportbereich sollten dazu beitragen, Aerodynamik und Antriebseffizienz zu steigern. Das erste Modell, ein Mittelklasse-Pick-up, startet nun in die Testphase und soll laut Ford-CEO Jim Farley aerodynamisch um 15 Prozent effizienter als andere gegenwärtig in den USA erhältliche Pick-ups sein.
Potenzial für kostengünstigere Elektroautos bietet aus Sicht von Ford vor allem die Batterie, weshalb der Hersteller bei seiner neuen Plattform Universal EV auf kleinere Akkus setzt. Zugunsten höherer Reichweiten ist das Gesamtkonzept auf Effizienz getrimmt. Dazu hat Farley ein Entwicklerteam zusammengestellt, das weitestgehend autonom an der neuen Architektur gearbeitet hat. Rekrutiert hat der CEO dabei überwiegend im Motorsportbereich. „Jede noch so kleine Verbesserung der Aerodynamik hilft uns, die Größe der Batterie zu verringern, und die Formel 1 verfügt über die besten Aerodynamik-Experten der Welt“, sagte er.
„Coolere Technik als ein Hypercar“
Eine Herausforderung sei gewesen, dass ein Großteil der Mitarbeiter noch nie zuvor in der Automobilindustrie gearbeitet habe, man sie aber „aufgrund ihrer Kenntnisse im Bereich der Aerodynamik ausgewählt hat“. Mit dem Ergebnis zeigte sich Farley gegenüber dem britischen Magazin Autocar zufrieden und sagte, die neue Plattform zeichne sich durch „coolere Technik als ein Hypercar“ aus.
Auf Basis von Universal EV plant Ford eine Reihe von Elektroautos auf den Markt zu bringen, von denen ein Pick-up für den US-Markt den Anfang machen wird. Ein erstes Teaser-Video des Mittelklasse-Fahrzeugs präsentiert ein innovatives Design, das sich drastisch von dem der Pick-ups mit Verbrennungsmotor unterscheidet. Der vollelektrische Pick-up soll ab einem Einstiegspreis von etwa 30.000 US-Dollar (ca. 26.300 Euro) erhältlich sein und ist laut Aussage des Herstellers aerodynamisch um 15 Prozent effizienter als jeder andere Pick-up, der derzeit auf dem US-Markt angeboten wird.
Effizienter als die chinesische Konkurrenz
Mit dem Einsatz kleinerer Batterien und gesteigerter Effizienz will Ford sich gegenüber der chinesischen Konkurrenz ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen. Ford-Chef Farley behauptet, dass chinesische Hersteller „wirklich billige Batterien“ haben sollen, während ihre Steuerungssysteme nicht besonders effizient seien, sodass sie „eine Menge Batteriekapazität mit sich herumschleppen, die sie gar nicht benötigen“. Ford hingegen will mit Universal EV die Effizienz um 20 bis 30 Prozent gesteigert haben.
Der Einsatz kleinerer Batterien gehe nicht nur mit einem geringeren Gewicht, sondern auch mit verbesserten Gestaltungsmöglichkeiten einher. Zudem setzt Ford bei den Universal-EV-Modellen in großem Umfang auf das Megacasting-Verfahren, bei dem große Karosserieteile im Druckgussverfahren aus Aluminium hergestellt werden, anstatt hunderte Einzelteile mühsam zu verschweißen. Das soll die Komplexität in der Fahrzeugherstellung senken und die Kosten weiter senken.
Während der neue Elektro-Pick-up in den USA gerade die Testphase durchläuft, berichtet Autocar, dass Ford die erschwinglichen Elektroautos auf Basis der neuen EV-Plattform auch nach Europa bringen könnte. Das Unternehmen habe dies zwar nicht offiziell bestätigt, jedoch habe Ford „Potenzial“ für die neuen Stromer in Europa angedeutet und das Magazin hält es für möglich, dass Universal-EV-Modelle nach dem für 2028 geplanten Kleinwagen auf Renault-Basis auch in Europa erhältlich sein könnten.
Quelle: Autocar – Ford could bring F1-inspired ’skunkworks‘ EVs to Europe







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