Ford: Elektroautos mit Formel-1-Technik effizienter machen

Ford: Elektroautos mit Formel-1-Technik effizienter machen
Copyright:

Ford

Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 3 min

Ford will mit seiner neuen Elektroauto-Plattform Universal EV kostengünstige Stromer auf den Markt bringen und hat dafür ein Team aus Spezialisten zusammengestellt, die größtenteils einen Formel-1-Hintergrund haben. Die Erkenntnisse aus dem Motorsportbereich sollten dazu beitragen, Aerodynamik und Antriebseffizienz zu steigern. Das erste Modell, ein Mittelklasse-Pick-up, startet nun in die Testphase und soll laut Ford-CEO Jim Farley aerodynamisch um 15 Prozent effizienter als andere gegenwärtig in den USA erhältliche Pick-ups sein.

Potenzial für kostengünstigere Elektroautos bietet aus Sicht von Ford vor allem die Batterie, weshalb der Hersteller bei seiner neuen Plattform Universal EV auf kleinere Akkus setzt. Zugunsten höherer Reichweiten ist das Gesamtkonzept auf Effizienz getrimmt. Dazu hat Farley ein Entwicklerteam zusammengestellt, das weitestgehend autonom an der neuen Architektur gearbeitet hat. Rekrutiert hat der CEO dabei überwiegend im Motorsportbereich. „Jede noch so kleine Verbesserung der Aerodynamik hilft uns, die Größe der Batterie zu verringern, und die Formel 1 verfügt über die besten Aerodynamik-Experten der Welt“, sagte er.

„Coolere Technik als ein Hypercar“

Eine Herausforderung sei gewesen, dass ein Großteil der Mitarbeiter noch nie zuvor in der Automobilindustrie gearbeitet habe, man sie aber „aufgrund ihrer Kenntnisse im Bereich der Aerodynamik ausgewählt hat“. Mit dem Ergebnis zeigte sich Farley gegenüber dem britischen Magazin Autocar zufrieden und sagte, die neue Plattform zeichne sich durch „coolere Technik als ein Hypercar“ aus.

Auf Basis von Universal EV plant Ford eine Reihe von Elektroautos auf den Markt zu bringen, von denen ein Pick-up für den US-Markt den Anfang machen wird. Ein erstes Teaser-Video des Mittelklasse-Fahrzeugs präsentiert ein innovatives Design, das sich drastisch von dem der Pick-ups mit Verbrennungsmotor unterscheidet. Der vollelektrische Pick-up soll ab einem Einstiegspreis von etwa 30.000 US-Dollar (ca. 26.300 Euro) erhältlich sein und ist laut Aussage des Herstellers aerodynamisch um 15 Prozent effizienter als jeder andere Pick-up, der derzeit auf dem US-Markt angeboten wird.

Effizienter als die chinesische Konkurrenz

Mit dem Einsatz kleinerer Batterien und gesteigerter Effizienz will Ford sich gegenüber der chinesischen Konkurrenz ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen. Ford-Chef Farley behauptet, dass chinesische Hersteller „wirklich billige Batterien“ haben sollen, während ihre Steuerungssysteme nicht besonders effizient seien, sodass sie „eine Menge Batteriekapazität mit sich herumschleppen, die sie gar nicht benötigen“. Ford hingegen will mit Universal EV die Effizienz um 20 bis 30 Prozent gesteigert haben.

Der Einsatz kleinerer Batterien gehe nicht nur mit einem geringeren Gewicht, sondern auch mit verbesserten Gestaltungsmöglichkeiten einher. Zudem setzt Ford bei den Universal-EV-Modellen in großem Umfang auf das Megacasting-Verfahren, bei dem große Karosserieteile im Druckgussverfahren aus Aluminium hergestellt werden, anstatt hunderte Einzelteile mühsam zu verschweißen. Das soll die Komplexität in der Fahrzeugherstellung senken und die Kosten weiter senken.

Während der neue Elektro-Pick-up in den USA gerade die Testphase durchläuft, berichtet Autocar, dass Ford die erschwinglichen Elektroautos auf Basis der neuen EV-Plattform auch nach Europa bringen könnte. Das Unternehmen habe dies zwar nicht offiziell bestätigt, jedoch habe Ford „Potenzial“ für die neuen Stromer in Europa angedeutet und das Magazin hält es für möglich, dass Universal-EV-Modelle nach dem für 2028 geplanten Kleinwagen auf Renault-Basis auch in Europa erhältlich sein könnten.

Quelle: Autocar – Ford could bring F1-inspired ’skunkworks‘ EVs to Europe

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Ford Elektroautos

VW ID. Buzz: Warum der Elektro-Bulli zum Problem wird

VW ID. Buzz: Warum der Elektro-Bulli zum Problem wird

Daniel Krenzer  —  

Der VW ID. Buzz verkauft sich besser, bleibt aber hinter den Erwartungen zurück. Das hat Folgen – und unter anderem auch mit Ford zu tun.

Ford Transit City: Antwort auf teure Diesel-Transporter

Ford Transit City: Antwort auf teure Diesel-Transporter

Sebastian Henßler  —  

Ford Transit City richtet sich an Handwerksbetriebe, Bäckereien und Lieferdienste und verspricht rund 40 Prozent geringere Wartungskosten als ein Diesel-Modell.

Volkswagen: Strategiewechsel in den USA mit neuem Pick-up

Volkswagen: Strategiewechsel in den USA mit neuem Pick-up

Laura Horst  —  

Volkswagen will mit einer neuen Strategie sein US-Geschäft ausbauen und setzt dabei laut einer Quelle auf eine neue Führung und Pick-up-Modelle.

Ford will mit günstigem Pickup Fathom US-Käufer ködern

Ford will mit günstigem Pickup Fathom US-Käufer ködern

Sebastian Henßler  —  

Ford positioniert den Fathom in den USA als günstigen Elektro-Pickup mit einem Startpreis von umgerechnet nur 24.400 Euro – bislang ein Novum in seinem Segment.

Ford Kuga soll 2029 als E-Auto angeboten werden

Ford Kuga soll 2029 als E-Auto angeboten werden

Daniel Krenzer  —  

Der Ford Kuga könnte 2029 erstmals als reines Elektroauto zurückkehren. Technische Grundlage soll eine 400-Volt-Plattform des chinesischen Partners Geely sein.

Ford bereitet sich auf China-Konkurrenz in den USA vor

Ford bereitet sich auf China-Konkurrenz in den USA vor

Arun Niemann  —  

Ford rechnet langfristig mit chinesischen E-Auto-Herstellern auf dem US-Markt. Der Konzern arbeitet daher bereits an günstigeren Modellen als Antwort.

Ford und Geely bauen ab 2028 gemeinsam Autos in Spanien

Ford und Geely bauen ab 2028 gemeinsam Autos in Spanien

Daniel Krenzer  —  

Ford und Geely gründen ein Joint Venture für das Werk Valencia. Ab 2028 sollen dort Modelle beider Konzerne entstehen – darunter zwei Elektro-SUV.