Fiat Grande Panda: E-Kleinwagen unter 25.000 Euro im Review

Fiat Grande Panda: E-Kleinwagen unter 25.000 Euro im Review
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Joaquim Oliveira
Joaquim Oliveira
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Fiat macht sich den bekannten Namen der Panda-Ikone zunutze, um seinem neuen Kleinwagen Rückenwind zu spendieren. Der will mit Komponenten von Citroën e-C3 und Opel Frontera das werden, was er immer wahr: ein Publikumsliebling – diesmal jedoch elektrisch. Seit der Einstellung des Grande Punto im Jahre 2018 hat Fiat keine fünftürige Schräghecklimousine mehr in seinem Programm angeboten.

Endlich soll diese schmerzhafte Lücke im so wichtigen Volumensegment geschlossen werden. Wie schon bei Citroën C3 und Opel Frontera hat der Kunde beim alles andere als großen Grande Panda (Länge: 3,99 Meter) die Wahl zwischen einem 83 kW / 113 PS starken Elektromotor und einem 74 kW / 101 PS starken Hybridtriebwerk. Entworfen von François Leboine, der auch den neuen Renault R5 kreierte, bevor er zu Fiat wechselte, präsentiert sich der neuzeitliche Elektro-Panda betont kantig und dabei noch markiger als der Citroën C3 mit 1980er-Remiszenzen.

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Aufgrund der überschaubaren Dimensionen finden im Innern bestenfalls vier Personen und notfalls ein kleines Kind in der Fondmitte Platz. Die Designer haben darauf geachtet, den Innenraum so lässig wie möglich zu gestalten und gelbe Details an Lüftungsdüsen oder Sitznähten zu verwenden. Sichtbar an der zehn Zoll großen Instrumententafel oder dem 10,25 Zoll großen Zentralbildschirm, der die Form der historischen Lingotto-Teststrecke nachbildet.

Aktuell gibt es keine Anzeige für den Durchschnittsverbrauch, sondern nur die verbleibende Reichweite. Ein ärgerlicher Mangel, der in Kürze mit einem Software-Update behoben werden soll. Der Kofferraum hat in der elektrischen Version ein Fassungsvermögen von 361 Litern, das durch Umklappen der Rücksitze auf mehr als 1500 Liter erweitert werden kann.

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Bis die Mildhybrid-Variante nachgelegt wird, ist der Fiat Grande Panda allein als 83 kW (113 PS) und 125 Nm starke Elektroversion zu bekommen, der von einem 44-kWh-Akkupaket mit Energie versorgt wird und damit Reichweiten von bis zu 320 Kilometern realisieren soll. Die LFP-Chemie (Lithium-Eisen-Phosphat) hat den Vorteil, dass sie deutlich billiger ist als die NMC-Chemie (Nickel-Mangan-Kobalt), die in den meisten Lithium-Ionen-Batterien von Elektroautos vorherrscht.

Die LFP-Chemie kostet 30 Prozent weniger und hat eine um 20 Prozent geringere Energiedichte als NMC, die es beim Grande Panda notwendig machte, mehr Zellen und Module zu verbauen, um mehr als 300 Kilometer bis zum nächsten Ladestopp zu erreichen. Nur so konnte der Basispreis unter 25.000 Euro gehalten werden. Eine kleinere Akkuvariante, die den Basispreis wie beim Citroën e-C3 unter die 20.000-Euro-Marke zu drücken, ist aktuell nicht vorgesehen.

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Die Batterie kann mit einphasigem Wechselstrom bis zu 7,4 kW aufgeladen werden, was eine Aufladung von 20 auf 80 Prozent in zähen 4 Stunden 20 Minuten ermöglicht, wenn man das automatisch sich selbst aufrollende Kabel (4,50 Meter lang) verwendet, das in den vorderen Teil der Karosserie integriert ist. Das erspart einem dreckige Hände und verbraucht keinen Platz im Kofferraum. Doch so mancher Nutzer wird es vorziehen, den 11-kW-Ladeanschluss am Heck zu verwenden, der die Ladezeit auf 2,5 Stunden senkt oder gleich den Schnellladeanschluss zu nutzen. Der ist jedoch gerade einmal 100 kW schnell.

Im Vergleich zum verwandten Citroën e-C3 ist der Abrollkomfort des Panda Electric nicht derart ausgeprägt, da der Elektro-Italiener keine hydraulischen Stoßdämpfer verwendet. Aber der Kompromiss zwischen Stabilität und Komfort ist gut gelungen, und die 300 Kilogramm Mehrgewicht im Vergleich zum Verbrenner tun angesichts der überschaubaren Leistung zwar weh, sorgen aber für einen niedrigen Schwerpunkt. Auch die Rückmeldung der Lenkung kann gefallen. Besonders gelungen ist die Abstimmung der Bremse, die die meisten anderen Elektromodelle selbst höherer Klassen ausstechen kann, weil das Gleichgewicht zwischen Regenerations- und Reibungsbremse passt.

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Dabei ist der Fiat Grande Panda nichts für längere Strecken, weil die 132 km/h Höchstgeschwindigkeit nur eingeschränkt autobahntauglich sind und auch der Spurt 0 auf Tempo 100 in zähen elf Sekunden erledigt wird. Der Panda gehört eben auch mit dem Namenszusatz „Grande“ in die City.

Ein Sparwunder ist der elektrische City-Fiat mit einem Normverbrauch von 17,5 kWh / 100 km dabei nicht. Bei der kantigen Optik jedoch auch keine Überraschung – aber eben ein cooler Hingucker im modernen Retro-Look der 80er.

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Der gebürtige Brasilianer arbeitet seit Jahren als internationaler Korrespondent für verschiedene Automagazine, wie das brasilianische "Quatro rodas", das englische "AutoExpress" oder den chinesischen "Car & Driver". Für Elektroauto-News.net verfasst er regelmäßig entsprechende Fahr- und Erfahrungsberichte aktueller Elektroauto-Modelle.

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