Der Elektro-Sportwagen Luce sorgt bei Ferrari seit seiner Vorstellung für Gesprächsstoff. Nun sieht sich der Automobilhersteller gezwungen, einem Medienbericht zu widersprechen: Ein Bloomberg-Bericht hatte nahegelegt (hier von uns aufgegriffen), dass der Kauf des Luce zur Voraussetzung für den Zugang zu Ferraris exklusivsten Sondermodellen werden könnte. Enrico Galliera, Chief Marketing and Commercial Officer bei Ferrari, wies das bei einer Produktpräsentation zurück.
„Wir würden riskieren, negative Markenbotschafter zu schaffen, die schlecht über den Luce reden und ihn nach wenigen Monaten weiterverkaufen“, zitierte ein Unternehmenssprecher Galliera. Einen solchen Druck auf Kund:innen auszuüben, wäre laut Galliera ein „riesiger Fehler“. Die Konsequenz wäre ein Einbruch des Wiederverkaufswerts, „was genau das ist, womit der Luxuselektroauto-Sektor heute zu kämpfen hat“.
Ferrari betreibt traditionell ein Zuteilungssystem, das langjährige Stammkund:innen bevorzugt. Wer mehrere Ferraris besitzt, an Werksveranstaltungen teilnimmt und seine Fahrzeuge langfristig behält, erhält bevorzugten Zugang zu limitierten Modellen. Im Jahr 2025 gingen rund 84 Prozent der verkauften Neuwagen an bestehende Ferrari-Fahrer:innen, etwa 56 Prozent der Käufer:innen besaßen bereits mehr als ein Fahrzeug der Marke.
Nur echtes Interesse soll den Ferrari Luce kaufen
Galliera betonte, dass Ferrari seinen Händlern von Beginn an eine klare Linie vorgegeben habe: „Stellt sicher, dass jeder, der dieses Auto haben möchte, es wirklich will und es nicht kauft, um Ferrari einen Gefallen zu tun, weil er auf andere Vorteile aus ist.“ Der Luce solle ausschließlich an Kund:innen verkauft werden, „die wirklich motiviert sind, ihn zu kaufen“.
Der fünfsitzige Luce ist Ferraris erstes Elektroauto und wurde im vergangenen Monat enthüllt. Das Fahrzeug kostet 550.000 Euro. Der Marktstart löste eine Welle der Kritik aus, unter anderem in sozialen Netzwerken. Bemängelt wurde vor allem das ungewohnte Design des Fahrzeugs, das sich deutlich vom muskulösen und aggressiven Erscheinungsbild klassischer Ferrari-Modelle unterscheidet, sowie die Abkehr vom Verbrennungsmotor.
Ferrari-Chef Benedetto Vigna hatte kurz nach der Präsentation von „starkem Interesse“ sowohl bei Neu- als auch bei Bestandskund:innen gesprochen. Konkrete Bestellzahlen nannte das Unternehmen seitdem nicht. Präzise Angaben sollen erst Ende Juli im Rahmen der Ergebnisse für das zweite Quartal folgen.
Quelle: Reuters – Ferrari denies making access to limited edition models conditional on Luce EV purchase








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