Faraday Future „sehr optimistisch, was die Produktion angeht“

Faraday Future „sehr optimistisch, was die Produktion angeht“
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Faraday Future

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Das Elektroauto-Start-up Faraday Future ist hoffnungsvoll gestartet. Mit einem aufregend designten Konzeptauto, dem E-SUV FF91 und einigen ehemaligen BMW-Managern wollte das chinesische Unternehmen auf dem E-Auto-Markt mitmischen. Leider dominierten in den vergangenen Monaten und Jahren jedoch nicht so erfreuliche News, von Zahlungsschwierigkeiten und Produktionsverzögerungen war die Rede, zuletzt wurde die Privatinsolvenz des Unternehmensgründers Jia Yueting bekannt.

Einem Interview in der Fachzeitschrift Automobil Industrie zufolge soll es nun wieder aufwärts gehen. Shyam Sundar, Global Head of Product ADAS & Software Platforms, sagte er sei „sehr optimistisch, was die Produktion angeht.“ In Los Angeles seien bereits Vorserienfahrzeuge des FF91 auf den Straßen unterwegs. Die Serienfertigung soll Ende 2020 in Kalifornien in einer Fabrik in in Hanford starten.

Das Kernprodukt des Herstellers sei allerdings nicht nur ein Auto, sondern „eine Gruppe von Plattformen“, so Sundar in dem Interview. Zusätzlich zur Fahrzeugplattform VPA gebe es „noch ein System namens IOV, kurz für Internet of vehicle platform“, womit die Software für das Infotainment gemeint ist sowie ein drittes System für automatisiertes Fahren. „Diese drei Plattformen entwickeln wir ständig weiter – und unsere Fahrzeuge, zum Beispiel der FF91, sind schlussendlich eine Kombination dieser Systeme“, so der Manager.

Es gebe bereits „viel Interesse“ an den Plattformen, auch seitens einiger Autohersteller. Der Vorteil der Plattform VPA sei, dass sie für viele verschiedene Fahrzeugtypen passe, „man kann von einem SUV auf ein kleines Kompaktmodell wechseln“. Dementsprechend sei auch das nächste Auto von Faraday Future, der FF81, „der geschrumpfte Bruder vom FF91“.

Entwicklungszyklen wie bei einem Endverbrauchergerät

Als Zulieferer sieht sich Faraday Future allerdings nicht, eher als Kooperationspartner: „Wir sind zum Beispiel offen für Mobilitätsanbieter, die eine Elektroauto-Plattform suchen“, so Sundar. Der Vorteil der Plattformen von Faraday Future seien die schnellen Entwicklungszyklen, die „eher einem Endverbrauchergerät ähnelt. Die langen Zyklen sind für viele OEMs und Tier-1 ein Problem. Unsere Plattformen setzen an diesem Problem an.“

Die Vision von Faraday Future war deshalb nicht primär, ein Auto zu bauen. „Sondern ein großes Consumer-Device auf Rädern. Wir wollen Features, die Käufer von einem traditionellen Autohersteller nicht bekommen“, erklärte der Manager.

Bis die Fahrzeuge nach Europa kommen, dürfte es allerdings noch etwas dauern. Das Hauptaugenmerk liege „zunächst in den USA. Etwas später kommt das Auto nach China“. Europa sei „als Markt natürlich auch interessant“. An der Zeitschiene dafür arbeite das Start-up aber noch.

Quelle: Automobil Industrie – Faraday Future: Fokus liegt auf Plattformen für OEMs und Zulieferer

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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