EU-Deal zum Tavascan stützt Cupras Marge

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Sebastian Henßler
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Seat und Cupra haben das erste Quartal des Jahres mit einem operativen Plus abgeschlossen und sehen sich auf dem Weg zu einer nachhaltigen finanziellen Erholung, wie aus einer Mitteilung der Unternehmen hervorgeht. Das Betriebsergebnis lag nach den ersten drei Monaten bei 43 Millionen Euro, ein Zuwachs von 38 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging im selben Zeitraum um 5,6 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zurück. Die Diskrepanz zwischen rückläufigem Umsatz und steigendem Ergebnis verdeutlicht, dass die Verbesserung weniger aus dem Markt selbst als aus internen Kosteneinsparungen stammt.

Das Unternehmen führt die Entwicklung auf sein Performance-Programm zurück, das auf der VW-Jahrespressekonferenz vorgestellt wurde und auf eine Senkung der Produkt- sowie der indirekten Kosten zielt. Hinzu kommt ein regulatorischer Effekt: Die Europäische Kommission hat eine Preisverpflichtung für den in China produzierten Cupra Tavascan akzeptiert. Das vollelektrische SUV-Coupé ist seit Februar von den zusätzlichen Ausgleichszöllen der EU befreit, was die Marge im Quartal stützt. Die Befreiung verschafft Cupra einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern, deren in China gefertigte Modelle weiterhin mit den Aufschlägen belastet sind.

„Wir agieren in einem hart umkämpften Markt, und externe Faktoren sorgen weiterhin für ein komplexes Geschäftsumfeld“, so Patrik Andreas Mayer, Vorstand für Finanzen und IT bei Seat & Cupra. Das Performance-Programm liefere durch disziplinierte Kostenkontrolle erste Ergebnisse. Im nächsten Schritt gehe es darum, die Margenqualität zu stärken und das Modellangebot voll auszuschöpfen, um den Umsatz wieder zu steigern.

Cupra trägt das Wachstum, Seat stabilisiert

Innerhalb des Konzerns bleibt Cupra der Treiber. Zwischen Januar und März wurden 79.800 Cupra-Fahrzeuge ausgeliefert, zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum mit 78.300 Einheiten. Der März war mit 36.300 Auslieferungen der bislang umsatzstärkste Monat der Marke. Die Seat-Modelle steuerten 65.500 Auslieferungen bei, getragen vor allem von den überarbeiteten Versionen des Seat Ibiza und des Seat Arona. Insgesamt summierten sich die weltweiten Auslieferungen auf 145.300 Einheiten, das drittbeste Auftaktquartal der Unternehmensgeschichte.

Die Verteilung zeigt, dass Cupra im Volumen inzwischen vor Seat liegt und die Transformation von der Tochtermarke zum Umsatzmotor weit fortgeschritten ist. Gleichzeitig macht die Abhängigkeit von wenigen Modellen das Geschäft anfällig für Verzögerungen oder Anlaufprobleme bei den nächsten Markteinführungen.

Vier Modelle sollen die Wende absichern

Für die kommenden Quartale verweist das Unternehmen auf den neuen Cupra Born, den überarbeiteten Cupra Tavascan und den Cupra Raval. Letzterer kommt im Sommer auf den Markt und soll laut Konzernangaben den Abschluss der Transformation markieren. Das vollelektrische Modell ist als Kompaktwagen unterhalb des Born positioniert und zielt auf ein Preissegment, in dem chinesische Anbieter sowie Renault, Stellantis und Volkswagen mit eigenen Plattformen antreten.

„2026 ist ein entscheidendes Jahr für Seat und Cupra, und die Ergebnisse der ersten drei Monate zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Markus Haupt, CEO von Seat & Cupra. Die finanzielle Erholung sei ein erster Schritt, getragen von Maßnahmen, die die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens stärken sollen. Die Einführung des Cupra Raval beschreibt Haupt als Beginn einer neuen Ära.

Die Aussichten für den weiteren Jahresverlauf bleiben verhalten. Das Unternehmen rechnet damit, dass die globalen Marktbedingungen bis Ende 2026 herausfordernd sind, und betont die Notwendigkeit operativer Flexibilität. Der Fortschritt im ersten Quartal beruht damit zu wesentlichen Teilen auf Kostendisziplin und einem regulatorischen Sondereffekt. Ob die finanzielle Erholung in eine tragfähige Wachstumsphase übergeht, entscheidet sich am Markterfolg der vier angekündigten Cupra-Modelle.

Quelle: Seat/Cupra – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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