Erfolg des Tesla Model 3 in USA trifft BMW am härtesten

Erfolg des Tesla Model 3 in USA trifft BMW am härtesten
Copyright:

Tesla

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Das Nachrichten- und Medienunternehmen Bloomberg hat 5000 Besitzer eines Tesla Model 3 gefragt, welches Auto sie zuvor gefahren sind und ob sie sich vorstellen können, nach dem Tesla-Stromer wieder zu ihrem vorigen Modell zurückwechseln zu wollen. Der Umfrage nach machte das Model 3 vor allem Fahrer des Hybridautos Toyota Prius abspenstig, gefolgt vom BMW 3er und dem Honda Accord.

Auffällig ist, das der Durchschnittspreis der vorigen Fahrzeuge in neun von zehn Fällen zum Teil sogar weniger als die Hälfte dessen beträgt, was ein neues Model 3 im Schnitt kostet. Und das einzige Vorgängerfahrzeug in der Top Ten, das teurer als das Model 3 ist, ist ebenfalls ein Tesla: Die Oberklasselimousine Model S.

Bloomberg

In den USA hat das Tesla Model 3 schon kurz nach seinem Marktstart die Spitzenposition bei Premium-Mittelklasse-Limousinen übernommen und die Kategorie-definierenden Modelle BMW 3er und Mercedes Benz C-Klasse im Sauseschritt überholt.

Prozentual auf den Gesamtabsatz einer Marke hat Teslas Erfolg keinen Autohersteller mehr getroffen als BMW, wie die Auswertung von Bloomberg zeigt. Obwohl Tesla vor allem bei ehemaligen Toyota-Kunden wilderte, ist der japanische Autohersteller hiervon nur wenig betroffen. Dies liegt daran, dass der Marktanteil von Toyota in den USA enorm ist — mehr als siebenmal so hoch wie der von BMW oder Audi. Nimmt man BMW als Hauptverlierer als Index einer 100-Punkte-Skala, leidet die BMW-Tochter Marke Mini mit 87 Punkten am zweistärksten unter dem Erfolg des Model 3. Audi mit 58 Punkten und Porsche mit 44 haben ebenfalls viele Käufer an Tesla verloren. Auf den Gesamtabsatz gerechnet kommt Mercedes-Benz mit 22 Punkten noch relativ glimpflich davon.

Interessant ist auch, dass Fahrer eines Model 3 sehr zufrieden mit ihrem Elektroauto sind: In der Bloomberg-Umfrage gaben 98,8 Prozent der Model 3-Besitzer an, dass sie das Auto auch Freunden oder Familie zum Kauf empfehlen würden. 98,2 Prozent würden sich als Nachfolgefahrzeug wieder für ein Model 3 entscheiden. Und 93,2 Prozent sagten, sie wollen nie wieder einen Verbrenner kaufen.

Hintergrund der Umfrage

Als repräsentativ kann man die Umfrage von Bloomberg allerdings nicht bezeichnen. Die Umfrageteilnehmer waren insgesamt der Inbegriff für Early Tech Adopters. Fast 95 Prozent waren Männer, die meisten waren 30 bis 50 Jahre alt und hatten ein überdurchschnittlich hohes Einkommen. Der größte Teil stammte aus Kalifornien, die Beschäftigung wurde vom Technologiesektor dominiert. Diese demografische Homogenität könnte zum Teil auch die Leserschaft von Bloomberg und den Typ der Person widerspiegeln, die bereit ist, 15 Minuten für eine Umfrage über Autos zu verwenden.

Quelle: Bloomberg – Tesla’s Model 3 Success Hits BMW the Hardest

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Schneider: Elektroautos machen uns unabhängig von fossilen Krisen

Schneider: Elektroautos machen uns unabhängig von fossilen Krisen

Michael Neißendorfer  —  

„Elektromobilität und erneuerbare Energien machen uns unabhängiger von dem, was an der Straße von Hormus passiert“, so Umweltminister Carsten Schneider.

T&E: Forderungen der Autoindustrie könnten EU 74 Milliarden Euro zusätzlich kosten

T&E: Forderungen der Autoindustrie könnten EU 74 Milliarden Euro zusätzlich kosten

Michael Neißendorfer  —  

Der ACEA und die deutsche Regierung setzen sich für weitere Lockerungen zugunsten von Verbrennern ein. Das könnte die EU-Bürger teuer zu stehen kommen.

Deutschland baut Ökosystem für Natrium-Ionen-Fertigung auf

Deutschland baut Ökosystem für Natrium-Ionen-Fertigung auf

Sebastian Henßler  —  

25 Forschungs- und Industriepartner bündeln ihre Kompetenz: SIB:DE Entwicklung soll eine wettbewerbsfähige Natrium-Ionen-Fertigung in Europa aufbauen.

IG Metall warnt vor Wiederholung des Solar-Debakels

IG Metall warnt vor Wiederholung des Solar-Debakels

Sebastian Henßler  —  

Die Autoindustrie baut massiv Stellen ab. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärt, was sie von EU, Bundesregierung und Unternehmen erwartet.

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

Sebastian Henßler  —  

Tech-Konzerne kaufen den Chipmarkt leer, die Autobranche zahlt drauf. Einzelne Speicherbausteine sind bis zu 400 Prozent teurer geworden.

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Michael Neißendorfer  —  

Hält Europa an seinen CO2-Grenzwerten fest, könne es den Rückstand auf China noch vor 2030 aufholen und den Ölverbrauch im Verkehrssektor drastisch senken.

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Sebastian Henßler  —  

Tozero verarbeitet jährlich 1500 Tonnen Batterieabfälle und gewinnt daraus Lithium, Graphit und Nickel-Kobalt zurück. Die Kosten liegen unter Bergbauniveau.