Enevate will Silizium-basierte Batterien bereits ab 2022 produzieren

Enevate will Silizium-basierte Batterien bereits ab 2022 produzieren
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Michael Neißendorfer
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Das US-Batterieunternehmen Enevate hat die Kommerzialisierung seiner Siliziumbatterien für 2022 bekanntgegeben, gut zwei, drei Jahre früher als bislang vorgesehen. Dafür habe das Unternehmen eine Produktionslizenzvereinbarung mit Enertech International geschlossen. Enevate setzt bekanntlich auf Lithium-Ionen-Zellen mit Silizium-dominierter Anodentechnologie, welche extrem schnelles Laden mit hoher Energiedichte und zu geringeren Materialkosten als bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien ermöglichen soll. Die Enevate-Zellen sollen sich in großen Stückzahlen auf bestehenden Batterie-Fertigungsanlagen produzieren lassen.

Das in Südkorea ansässige Unternehmen Enertech International betreibt laut eigener Aussage hochmoderne Produktionsanlagen, um jene großformatigen Batterien herzustellen, die von schnell wachsenden Märkten wie der Elektromobilität derzeit stark nachgefragt werden. Die Produktionslizenzvereinbarung mit Enertech bezeichnet Enevate als den nächsten Meilenstein in seiner Technologie-Roadmap, um die Silizium-Zellen ab 2022 kommerzialisieren zu können. Vorproduktionsbatterien seien bereits mit den bestehenden Batteriefertigungsanlagen von Enertech gebaut und getestet worden. Mit der Vereinbarung werde Enevate die Basistechnologie liefern, um die Marktexpansion von Enertech zu beschleunigen und seine Produktionskapazität zu verdreifachen.

Die Lithium-Ionen-Batterietechnologie von Enevate biete eine bis zu 10-mal schnellere Aufladung als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Oder anders ausgedrückt: Innerhalb von fünf Minuten soll eine Silizium-Batterie bis zu 400 Kilometer nachladen können. Die innovative Technologie habe viele weitere Vorteile wie etwa eine hohe Energiedichte, verbesserte Sicherheit und einen zuverlässigen Betrieb auch bei niedrigen Temperaturen in kalten Klimazonen.

„Die Batterietechnologie der nächsten Generation ist heute da“

Die Batterietechnologie der nächsten Generation ist heute da“, sagt Robert A. Rango, CEO von Enevate. Das Unternehmen wolle seine neue Technologie als „De-facto-Standard für schnelles Aufladen, hohe Energiedichte und verbesserte Sicherheit“ etablieren. Enevate gilt als Pionier in der Entwicklung neuartiger, Silizium-basierter Lithium-Ionen-Batterien und hat erst vor wenigen Monaten eine Finanzspritze in Höhe von 81 Millionen US-Dollar erhalten, umgerechnet etwa 67 Millionen Euro, um das weitere Wachstum und die Entwicklung beschleunigen zu können. Unter den Investoren in den US-amerikanischen Batterieentwickler befinden sich einige bekannte Namen wie etwa Alliance Ventures, eine Partnerschaft der Autohersteller Renault, Nissan und Mitsubishi, sowie LG Energy Solutions, das Batterie-Spinout von LG Chem, und die Samsung Venture Investment Corporation.

Enevate hält laut eigener Aussage im Vergleich zu anderen Start-ups weltweit das größte Patentportfolio in Bezug auf Silizium-Lithium-Ionen-Zelltechnologien, welches ein breites Spektrum fortschrittlicher Innovationen umfasse, einschließlich Anode, Kathode, Elektrolyt, Separator, Formation, Zelldesign und Zellarchitektur. Enevate verfüge aktuell über Patente in Ländern, die mehr als 95 Prozent des weltweiten Umsatzes mit Elektrofahrzeugen abdecken.

Quelle: Enevate – Pressemitteilung vom 10.06.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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