Die Bundesregierung plant offenbar einen deutlichen Einschnitt bei der Förderung von Elektrobussen. Im kommenden Jahr sollen die Bundesmittel um mehr als zwei Drittel sinken. Verkehrsverbände und Gewerkschaften warnen vor erheblichen Folgen für den öffentlichen Nahverkehr, die deutschen Bushersteller und die Klimaziele.
Nach dem Entwurf des Bundeshaushalts 2027 soll die Förderung für Elektrobusse von derzeit 403 Millionen Euro auf nur noch 130 Millionen Euro zurückgehen. Das entspricht einem Rückgang um knapp 68 Prozent. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, befürchten Branchenvertreter deshalb, dass zahlreiche Verkehrsunternehmen ihre Elektrifizierungspläne verschieben oder ganz aufgeben könnten.
Eine neue Untersuchung der Beratungsgesellschaft PwC im Auftrag des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Klima-Allianz Deutschland unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung der bisherigen Förderung. Demnach hängen zwischen 10.300 und 12.600 Arbeitsplätze sowie eine jährliche Wertschöpfung von 1,6 bis zwei Milliarden Euro mit dem geförderten Elektrobusmarkt zusammen. Durch die geplanten Einsparungen seien rund 1.000 Arbeitsplätze gefährdet.
Von den bisherigen Fördermitteln profitieren insbesondere deutsche und europäische Hersteller. Laut Untersuchung fließen rund 72 Prozent an die heimische Industrie und ihre Zulieferer. Zu den wichtigsten Anbietern gehören Daimler Buses, MAN und Iveco.
Verkehrsunternehmen könnten wieder mehr Dieselbusse kaufen
Ohne ausreichende Zuschüsse könnten Verkehrsbetriebe ihre Dieselbusse länger einsetzen oder erneut Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bestellen. Alternativ wäre der verstärkte Einkauf günstigerer Elektrobusse aus Ländern außerhalb der EU denkbar, insbesondere aus China – erst recht von den Busbetrieben, die sich bereits mit Ladeinfrastruktur entsprechend aufgestellt haben.
Hintergrund sind die weiterhin hohen Anfangsinvestitionen. Elektrobusse verursachen zwar geringere Energie- und Betriebskosten, sind in der Anschaffung jedoch teurer. Hinzu kommen Investitionen in Ladeinfrastruktur, Netzanschlüsse und die Umrüstung von Betriebshöfen.
Dabei nimmt die Elektrifizierung bereits Fahrt auf. Nach Angaben des VDV waren zum 1. Juli 2026 mehr als 6.000 lokal emissionsfreie Linienbusse in Deutschland unterwegs. Das entspricht rund zwölf Prozent des Bestands. Die EU verlangt für neue Stadtbusse ab 2030 einen Anteil von 90 Prozent emissionsfreien Fahrzeugen, ab 2035 sollen es 100 Prozent sein.
Wie unterschiedlich die Verkehrswende bislang vorankommt, verdeutlicht eine aktuelle Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe. Demnach fahren in den untersuchten deutschen Großstädten weiterhin fast 80 Prozent der Busse mit Dieselantrieb. Während Mannheim, Freiburg und Karlsruhe bereits mehr als die Hälfte ihrer Flotten elektrifiziert haben, sind andere Städte noch weit davon entfernt.
Die geplante Kürzung kommt damit zu einem Zeitpunkt, an dem viele Verkehrsbetriebe vor umfangreichen Ersatzbeschaffungen stehen. Sinkende Fördermittel könnten nicht nur den Umstieg auf Elektrobusse verzögern, sondern auch bereits getätigte Investitionen in Ladeinfrastruktur weniger wirtschaftlich machen. Ob die Kürzung tatsächlich umgesetzt wird, entscheidet sich in den weiteren Haushaltsberatungen.
Quelle: t3n – Elektrobusse: Bund will Förderung deutlich stutzen – Branche schlägt Alarm








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