Der Bund setzt die Förderung von Elektrobussen fort und stellt dafür erneut erhebliche Mittel bereit. Wie das Bundesministerium für Verkehr (BMV) mitteilte, wurde die neue „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr“ bereits Anfang Mai veröffentlicht. Seit dem 21. Mai läuft der zugehörige Förderaufruf, über den die Beschaffung von etwa 1500 weiteren Elektrobussen unterstützt werden soll. Förderskizzen können seit dem 26. Mai eingereicht werden.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder bezeichnete die Förderung als wichtigen Baustein für einen modernen und klimafreundlichen öffentlichen Nahverkehr. Mit dem Programm sollen nicht nur neue Fahrzeuge angeschafft, sondern auch die notwendige Lade- und Infrastruktur aufgebaut werden. Bereits im Februar hatte das Ministerium angekündigt, für die neue Förderrunde bis zu 500 Millionen Euro bereitzustellen. Damals wurden Förderbescheide für rund 1900 Elektrobusse mit einem Gesamtvolumen von 417 Millionen Euro übergeben.
Förderquoten niedriger als zuvor
Im Unterschied zu früheren Förderprogrammen werden die Zuschüsse allerdings etwas stärker auf die mittlerweile gesunkenen Mehrkosten von Elektrobussen ausgerichtet. Die Förderquoten fallen daher niedriger aus als in den ersten Jahren des Markthochlaufs. Ziel bleibt jedoch, die Elektrifizierung der Busflotten weiter zu beschleunigen und den Umstieg insbesondere für kommunale und private Verkehrsunternehmen wirtschaftlich darstellbar zu machen.
Die neue Förderrunde kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Elektrobusse europaweit zunehmend zum Standard im öffentlichen Nahverkehr werden. Wie aktuelle Analysen zeigen, stellen batterieelektrische Modelle inzwischen einen erheblichen Teil aller neu beschafften Stadtbusse in Europa. In einigen europäischen Ländern liegt ihr Anteil bereits bei deutlich mehr als 50 Prozent, während nordische Staaten teilweise sogar Quoten von über 90 Prozent erreichen.
Vorbild für den Nutzfahrzeugsektor
So zeigte kürzlich eine Auswertung des International Council on Clean Transportation (ICCT), dass Elektrobusse europaweit deutlich schneller Marktanteile gewinnen als beispielsweise schwere Nutzfahrzeuge. Gleichzeitig wurde deutlich, dass politische Rahmenbedingungen und gezielte Förderprogramme weiterhin eine wichtige Rolle für die Transformation des ÖPNV spielen.
Mit dem nun gestarteten Förderaufruf setzt die Bundesregierung diesen Kurs fort. Während die Diskussion um die Zukunft der Elektromobilität im Pkw-Bereich häufig von Kaufprämien und Flottengrenzwerten geprägt wird, zeigt der Busverkehr bereits heute, wie schnell die Elektrifizierung im Nutzfahrzeugsektor voranschreiten kann. Die nun angekündigten mindestens 1500 zusätzlichen Elektrobusse dürften diesen Trend weiter verstärken.
Quelle: BMV – Pressemitteilung vom 21. Mai 2026









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