E-Fahrzeuge in der Schweiz erstmals beliebter als Verbrenner

E-Fahrzeuge in der Schweiz erstmals beliebter als Verbrenner
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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2025 war auch in der Schweiz mehr als jeder fünfte neu zugelassene Pkw rein elektrisch angetrieben. Zusammen mit den Plug-in-Hybriden machten Elektrofahrzeuge rund ein Drittel aller Neuzulassungen aus. Dies entspricht einem soliden, wenn auch nicht überragenden Wachstum der Elektromobilität gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig verloren herkömmliche Verbrenner erneut deutlich an Marktanteilen, so Swiss eMobility.

Elektroautos erzielten demnach in der Schweiz 2025 einen Marktanteil von 22,8 Prozent, was einem Plus von 3,5 Prozentpunkten entspricht. Insgesamt wurden fast 6700 Elektroautos mehr verkauft als im Vorjahr. Auch die Plug-in-Hybride legten zu: Die Neuzulassungen stiegen um knapp 3400 Fahrzeuge, der Marktanteil erhöhte sich um 2,4 Prozentpunkte. Gleichzeitig setzte sich der Rückgang bei konventionellen Antrieben fort: Benzinfahrzeuge verloren 14.000 Neuzulassungen und 5,1 Prozentpunkte Marktanteil, Diesel 5000 Fahrzeuge beziehungsweise 2,6 Prozentpunkte.

Wie bereits in den Vorjahren blieben auch 2025 große elektrische SUVs und Crossover besonders gefragt. Das Tesla Model Y gehörte erneut zu den meistverkauften Elektroautos der Schweiz. Ebenfalls hohe Verkaufszahlen verzeichneten Modelle wie das Škoda-Duo Elroq und Enyaq. Die breite Modellpalette stärkt die Akzeptanz bei den Kundinnen und Kunden und zeigt, dass das Angebot an Elektrofahrzeugen weiter an Reife gewonnen hat. Auf Herstellerebene löste Škoda nach mehreren Jahren der Vorherrschaft Tesla als meistverkaufte Elektromarke ab.

Trotz dieser positiven Entwicklung blieb die Elektromobilität deutlich hinter den ambitionierten Zielsetzungen zurück, so der Verband. Der Gesamtmarkt für neue Personenwagen (antriebsübergreifend) schrumpfte im Jahresverlauf und setzt damit einen langfristigen Trend fort. Das Wachstum bei den Elektrofahrzeugen konnte die makroökonomischen Unsicherheiten nur teilweise kompensieren.

Swiss eMobility-Direktor Krispin Romang hält fest: „Nach der Stagnation der vergangenen Jahre stellen wir wieder einen Aufwärtstrend fest. Doch der Markt wächst langsamer als nötig. Die CO₂-Zielwerte 2025 wurden nicht erreicht.“ Entscheidend für eine stärkere Marktdynamik seien weiterhin die Rahmenbedingungen, insbesondere der Ausbau der Heimladeinfrastruktur, ein klarer regulatorischer Druck sowie gezielte steuerliche Anreize.

Auch im internationalen Vergleich blieb die Schweiz unter den Erwartungen. Die derzeitige Wachstumsquote der Elektromobilität in der Schweiz beträgt gegenüber dem Vorjahr lediglich 8 Prozent und liegt damit deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 20 Prozent. Der Abstand zu den führenden Elektromobilitätsmärkten vergrößerte sich so weiter. Im internationalen Ranking büßte die Schweiz erneut zwei Plätze ein und liegt nun auf Rang 13.

„Wir schöpfen das vorhandene Potenzial bei weitem nicht aus“, sagt Romang. „Die Schweiz hat keine Strategie für die Dekarbonisierung des Verkehrs. Mit einem verbindlichen Ziel und wirksamen Maßnahmen wäre deutlich mehr möglich.“

Ein Jahrzehnt Elektromobilität und Verbrenner sind eingeholt

Die aktuelle Wachstumsdynamik mag enttäuschend wirken, doch ein Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt einen klar positiven Trend. „2015 war die Freude groß, als Elektroautos erstmals einen Marktanteil von einem Prozent erreichten“, erinnert Romang. Damals waren noch 95,8 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge reine Verbrenner. Heute liegt ihr Anteil bei 30,7 Prozent und damit erstmals unter jenem der Steckerfahrzeuge, die 33,9 Prozent der Neuzulassungen ausmachen. Hybridfahrzeug ohne Stecker liegen mit 35,5 Prozent knapp vorne.

Swiss eMobility / BFS

Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur setzte sich auch 2025 fort. Die Zahl der allgemein zugänglichen Ladepunkte nahm weiter zu, ebenso das Angebot an Schnellladeinfrastruktur. Das angestrebte Ziel von über 20.000 öffentlichen Ladepunkten bis Ende 2025 wurde jedoch noch nicht flächendeckend erreicht. Romang unterstreicht die Bedeutung des öffentlichen Ladenetzes: „Ein dichtes und zuverlässiges öffentliches Ladenetz bleibt eine zentrale Stütze der Elektromobilität, da die Situation bei den Heimladestationen nach wie vor schwierig ist.“ Gleichzeitig zeige sich zunehmend, dass der Umstieg auf Elektromobilität auch ohne eigene Ladestation möglich sei.

Leichte Nutzfahrzeuge und schwere E-Lkw stark am Kommen

Im Segment der leichten Nutzfahrzeuge stieg der Marktanteil batterieelektrischer Modelle dank einer starken zweiten Jahreshälfte auf über 15 Prozent, was nahezu einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Dezember erreichten elektrische Lieferwagen mit einem Marktanteil von 26,5 Prozent einen neuen Höchstwert. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt der Marktanteil unter dem Potenzial des verfügbaren Angebots. Nach wie vor bremsen regulatorische Benachteiligungen den Absatz, deren Behebung erst für 2026 vorgesehen ist.

Bei den schweren Nutzfahrzeugen nimmt die Schweiz auch 2025 die Spitzenposition in Europa ein. Mit einem Marktanteil von knapp 21 Prozent bei Elektro-Lkw liegt sie vor Ländern wie Dänemark und Schweden, die traditionell als Vorreiter der Elektrifizierung gelten. „Diese erfreuliche Entwicklung ist vor allem dem Engagement zukunftsorientierter Transportunternehmen wie Galliker, Hugelshofer, Dreier oder Krummen zu verdanken. Sie zeigen, dass Elektromobilität auch in den höchsten Gewichtsklassen funktioniert“, so Romang.

Gegen Jahresende nahm die Dynamik weiter zu: Im Dezember erreichten E-Lkw einen Marktanteil von 34,8 Prozent. Die weitere Marktentwicklung wird jedoch stark von den Ausgestaltungsmodalitäten der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe abhängen.

Swiss eMobility erwartet für 2026 eine stärkere Marktdynamik, sofern die regulatorischen Rahmenbedingungen klarer definiert und bestehende Hürden abgebaut werden. Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt die Branche überzeugt, dass sich die Elektromobilität langfristig auf einem stabilen Wachstumspfad befindet.

Quelle: Swiss eMobility – Pressemitteilung vom 01.01.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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