Die Post in Wien kommt jetzt rein elektrisch

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Österreichische Post AG

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Die Österreichische Post AG stellt ihre Zustellung in Wien vollständig auf Elektrofahrzeuge und Zufußgehen um. Damit ist die österreichische Bundeshauptstadt nach Angaben des Unternehmens die größte Metropole Europas, in der die letzte Meile der Postzustellung vollständig ohne CO2-Ausstoß erfolgt. Den offiziellen Startschuss markierte ein Termin am Heldenplatz, an dem neben Post-Generaldirektor Walter Oblin auch Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, der Wiener Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky und Arnold Schwarzenegger als Initiator des am Folgetag startenden Austrian World Summit teilnahmen.

Für die Umstellung hat die Post insgesamt 32 Millionen Euro in Ladeinfrastruktur und E-Fahrzeuge investiert. Mittlerweile sind in Wien täglich mehr als 1300 Zusteller:innen im Einsatz, zu Fuß, mit E-Bikes, E-Mopeds oder E-Transportern. Rund 1000 Zustellfahrzeuge legen pro Jahr etwa acht Millionen Kilometer rein elektrisch zurück. Dadurch spart das Unternehmen jährlich rund 2300 Tonnen CO2-Emissionen in der Bundeshauptstadt ein.

Eigene Solarstromproduktion ergänzt grünen Strommix

Einen erheblichen Teil des benötigten Stroms erzeugt die Post bereits selbst. An den Standorten Wien und Hagenbrunn in Niederösterreich, von denen aus Zustelltouren für die Bundeshauptstadt starten und die E-Fahrzeuge geladen werden, betreibt das Unternehmen Photovoltaikanlagen an drei Standorten mit einer Gesamtleistung von 5,9 Megawattpeak. Darüber hinaus wird ausschließlich österreichischer Strom aus erneuerbaren Quellen zugekauft.

Österreichische Post AG | v.l.): Jürgen Czernohorszky, Klimastadtrat der Stadt Wien, Walter Oblin, Generaldirektor der Österreichischen Post AG, Arnold Schwarzenegger, Initiator des Austrian World Summit, und Wolfgang Hattmannsdorfer, Wirtschaftsminister

Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer ordnete die Investition auch energiepolitisch ein. Die heimische Energieunabhängigkeit wachse dort, wo Betriebe auf österreichischen Strom setzten und Importabhängigkeiten reduzierten, sagte er und bezeichnete den Schritt als wirtschaftliche Vernunft, die den Standort stärke. Klimastadtrat Czernohorszky verwies auf die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Unternehmen, durch die der CO2-Ausstoß in Wien seit 2005 um mehr als ein Drittel gesunken sei.

Schwarzenegger würdigte den Ausbau einer elektrisch angetriebenen Logistik als Zeichen dafür, wie ernst die Post den Weg in eine emissionsärmere Zukunft nehme. Elektromobilität sei weltweit ein entscheidender Zukunftspfad, so der Initiator des Austrian World Summit, der jede Investition in diesem Bereich als sinnvoll bezeichnete. Post-Generaldirektor Oblin sprach von einem Meilenstein für elektrisch angetriebene Logistik in Europa und betonte, dass Klimaschutz und wirtschaftlich effiziente Zustellung im großen Maßstab zusammenpassten.

Bundesweite Umstellung bis 2030 angepeilt

Wien ist nicht die einzige österreichische Stadt, in der die Post-Zustellung bereits vollständig elektrisch erfolgt. Auch in Graz, Salzburg und Innsbruck setzt das Unternehmen mittlerweile durchgängig auf E-Fahrzeuge. Landesweit betreibt die Post mit über 6000 E-Fahrzeugen nach eigenen Angaben die größte E-Flotte Österreichs.

Nach dem Meilenstein in der Bundeshauptstadt hat sich das Unternehmen ein weiteres Ziel gesetzt. Bis 2030 soll die gesamte Zustellung auf der letzten Meile in ganz Österreich entweder mit E-Fahrzeugen oder zu Fuß erfolgen. Wien dient dabei als Modell für die übrigen Regionen des Landes.

Quelle: Post.at – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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