Wie DHL konzernweit CO2-Netto-Null erreichen will

Wie DHL konzernweit CO2-Netto-Null erreichen will
Copyright ©

DHL Group

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Im Jahr 2025 hat das Logistikunternehmen DHL Group mehrere zentrale Hebel seiner Nachhaltigkeitsstrategie weiter vorangetrieben, und berichtet über fünf Meilensteine, die diese Entwicklung geprägt haben – von der Skalierung nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) über die Elektrifizierung der letzten Meile bis hin zum Ausbau der solarbetriebenen Infrastruktur.

Diese Maßnahmen markieren wichtige Schritte auf dem Weg zum Unternehmensziel der Netto-Null-Treibhausgasemissionen (THG) bis 2050 und sollen die Rolle der DHL Group beim Aufbau eines nachhaltigeren, effizienteren und widerstandsfähigeren globalen Handels stärken.

Nachhaltige Luftfracht voranbringen

Die Luftfracht ist pro Tonnenkilometer weiterhin der CO2-intensivste Transportmodus. DHL zählt seit 2021 zu den Vorreitern beim Einsatz von SAF. Im Jahr 2025 schloss DHL eine der bislang größten SAF-Vereinbarungen des Unternehmens mit Phillips 66 ab: über 240.000 Tonnen (rund 314 Millionen Liter) SAF über einen Zeitraum von drei Jahren. Dies verringere die Emissionen um rund 737.000 Tonnen CO2e – etwa so viel wie 2400 einfache Flüge von Los Angeles nach Frankfurt. Der in Kalifornien produzierte Kraftstoff werde hauptsächlich die DHL Operationen an der US Westküste unterstützen.

Emissionssenkung auf See: Partnerschaft mit CMA CGM

Da der Großteil des weltweiten Warenverkehrs über den Seeweg erfolgt, ist auch nachhaltiger Schiffskraftstoff (SMF) entscheidend für die Emissionssenkung. DHL und CMA CGM, ein französisches Schifffahrts- und Logistikunternehmen, haben sich zusammengeschlossen, um 8800 Tonnen UCOME-Biokraftstoff der zweiten Generation zu erwerben, was eine Senkung der CO2e-Emissionen um geschätzte 25.000 Tonnen (Well-to-Wake) ermöglicht, also über den gesamten Lebenszyklus des Kraftstoffs hinweg. Dies entspreche mehreren Betriebstagen eines großen Containerschiffs.

Wasserstoff im Blick: Erster Pilot im Nahen Osten

Wasserstoffbetriebene Lkw entwickeln sich zu einer vielversprechenden Lösung zur Dekarbonisierung des Fernverkehrs, da sie größere Reichweiten als batterieelektrische Fahrzeuge bieten. DHL testet Wasserstoff-Lkw bereits aktiv in Europa, Nordamerika und Asien Pazifik und wird sie nun auch im Nahen Osten einführen. Im vergangenen Jahr unterzeichnete DHL ein Memorandum of Understanding (MoU) mit Hyperview in Saudi-Arabien, um wasserstoffbetriebene Lkw zu pilotieren. Das Projekt unterstützt die Saudi Vision 2030 und umfasst eine Machbarkeitsstudie zur Wasserstoffinfrastruktur.

Vollständig elektrische Zustellung in ganz Deutschland

DHL verfolgt das Ziel, bis 2030 rund 66 Prozent seiner letzten Meile, der letzte Schritt der Zustellung einer Sendung beim Endkunden, zu elektrifizieren. Deutschland nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein. Im Jahr 2025 kündigte das Unternehmen seine bislang größte Einzelbestellung für elektrische Nutzfahrzeuge an: 2400 neue Elektrotransporter von Ford für die Division Post & Paket Deutschland, von denen der größte Teil bereits ausgeliefert und in Betrieb ist. Damit profitieren künftig rund ein Drittel aller deutschen Postleitzahlgebiete von einer Zustellung ohne Treibhausgasemissionen. Die Zustellung erfolgt über eine Flotte von mehr als 35.000 elektrischen Fahrzeugen, darunter E-Trikes, E-Vans und E-Bikes.

DHL Group

Solarbetriebene Lagerhäuser in Asien

Über die Verringerung operativer Emissionen hinaus investiert DHL zunehmend in Standorte, die ihre Energie direkt vor Ort erzeugen oder aus erneuerbaren Quellen beziehen und damit Nachhaltigkeit mit Energieautonomie verbinden. In Thailand hat DHL im vergangenen Jahr ein solarbetriebenes Lager eröffnet. Die Anlage wird voraussichtlich 100 Prozent ihres Energiebedarfs über eine 4,2-MWp-Solaranlage in Kombination mit einem modernem Batteriespeicher erzeugen. Dadurch entsteht keine Abhängigkeit mehr vom fossilbasierten Stromnetz, ein wegweisendes Modell für Logistikinfrastruktur weltweit.

Quelle: DHL – Pressemitteilung vom 05.01.2026

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

BMW M verabschiedet sich vom Verbrenner. Teilweise.

BMW M verabschiedet sich vom Verbrenner. Teilweise.

Sebastian Henßler  —  

Ab 2027 wird BMW M vollelektrisch. Die Neue Klasse soll Rennstreckentauglichkeit, Alltag und Software erstmals in einem neu gedachten Gesamtsystem vereinen.

Nächster Hersteller überholt VW in China

Nächster Hersteller überholt VW in China

Daniel Krenzer  —  

Im vergangenen Jahr hat erneut BYD die meisten Autos in China absetzen können, Volkswagen wurde indes vom zweiten Platz verdrängt.

E-Fahrzeuge in der Schweiz erstmals beliebter als Verbrenner

E-Fahrzeuge in der Schweiz erstmals beliebter als Verbrenner

Michael Neißendorfer  —  

Zusammen mit Plug-in-Hybriden machten Elektroautos rund ein Drittel aller Neuzulassungen aus. Und sind in der Schweiz damit beliebter als reine Verbrenner.

Citroën Racing mischt auf Anhieb die Formel E auf

Citroën Racing mischt auf Anhieb die Formel E auf

Michael Neißendorfer  —  

Einen äußerst gelungenen Einstand in der Formel E feiert derzeit das Team von Citroën Racing: Am zweiten Rennwochenende gelingt der erste Sieg.

Dax-Konzern SAP erlaubt nur noch E-Autos als Dienstwagen

Dax-Konzern SAP erlaubt nur noch E-Autos als Dienstwagen

Daniel Krenzer  —  

SAP hat hart gerechnet und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: „Inzwischen sind Elektroautos günstiger als Verbrenner“, berichtet der Fuhrpark-Manager.

VW will bei Volumenmarken eine Milliarde Euro einsparen

VW will bei Volumenmarken eine Milliarde Euro einsparen

Laura Horst  —  

Volkswagen will bei den Volumenmarken bis 2030 eine Milliarde Euro einsparen und dabei vor allem die Personal- und die Produktionskosten senken.