Regierung will Kreislaufwirtschaft besser fördern

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Michael Neißendorfer
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Das Bundeskabinett hat Anfang Juni ein Aktionsprogramm beschlossen, mit dem die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft in Deutschland beschleunigt werden soll. Bis Ende 2027 will die Bundesregierung zwölf Maßnahmen vorantreiben, die die deutsche Wirtschaft in dem Schlüsselbereich stärken sollen. Wesentliche Elemente des Programms sind die Umsetzungsplattform für Innovation und neue Projekte sowie das Förderprogramm „Zukunft Kreislaufwirtschaft“, so das Bundesumweltministerium in einer aktuellen Mitteilung.

Des Weiteren startet die Bundesregierung eine Digitalisierungsinitiative für die Kreislaufwirtschaft, stärkt den Stellenwert von Recyclingprodukten in der öffentlichen Beschaffung und entwickelt das Kreislaufwirtschaftsrecht weiter. Bis 2029 sind für die Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie insgesamt 260 Millionen Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) eingeplant.

„Das Aktionsprogramm für die Kreislaufwirtschaft ist gut für die Umwelt und gut für die Zukunft der Wirtschaft. Deutschland ist ein Land mit wenig eigenen Rohstoffen. Darum sollten wir die Rohstoffe wiederverwenden und wiederverwerten – das ist Kreislaufwirtschaft“, kommentiert Bundesumweltminister Carsten Schneider. Und weiter: „Die Unternehmen dahinter bilden heute eine kraftvolle Branche und belegen weltweit Spitzenpositionen. In der aktuellen Weltlage gilt mehr denn je: Kreislaufwirtschaft macht unsere Wirtschaft unabhängiger. Sie schützt unsere Unternehmen, wenn internationale Lieferketten brüchig werden oder Handelswege blockiert sind. Und sie stärkt die Innovationskraft deutscher Unternehmen in Märkten, die deutlich mehr als andere wachsen.“

Mit der Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) will die Bundesregierung Ressourceneffizienz, Innovation und Resilienz der deutschen Wirtschaft stärken. Unternehmen sollen künftig weniger Primärrohstoffe einsetzen und Stoffkreisläufe so weit wie möglich schließen.

Zentrale Elemente des Aktionsprogramms

Umsetzungsplattform für Innovation und neue Projekte: Unternehmen, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft sollen auf der Umsetzungsplattform Partner für neue Projekte finden, Wertschöpfungsketten und privates Kapital mobilisieren. So können neue Wertschöpfungsketten für das Recycling von Batterien oder Bahnschienen entstehen. Die Plattform soll im Herbst ihre Arbeit aufnehmen, um die strategische Weiterentwicklung Deutschlands zu einer Kreislaufwirtschaft zu unterstützen.

Förderung von Investitionen und Innovationen: Ein neues Förderprogramm „Zukunft Kreislaufwirtschaft“ bietet ab Ende 2026 Unterstützung für innovative Produktionsverfahren, die Wiedergewinnung kritischer Rohstoffe und digitale Anwendungen. Dadurch sollen Umwelt- und Industriepolitik verzahnt und die Potenziale der Kreislaufwirtschaft zum Beispiel bei innovativen Recyclinganlagen und Start-Up-Unternehmen mit zirkulären Geschäftsmodellen gefördert werden.

Öffentliche Beschaffung: Unternehmen mit mehrheitlicher Bundesbeteiligung werden das jährliche Auftragsvolumen für Recyclingprodukte kontinuierlich steigern. Damit das gelingt, werde die Bundesregierung zeitnah bestehende regulatorische Hemmnisse abbauen, Verfahren vereinfachen und vereinheitlichen.

Digitalisierungsinitiative: Über eine neue Initiative sollen unter anderem digitale Produktpässe, neuen Datenräume und KI-Anwendungen vorangetrieben werden.

Weiterentwicklung Kreislaufwirtschaftsrecht: Teil des Aktionsprogramms sind auch rechtliche Verbesserungen, wie zum Beispiel ein neues nationales Textilgesetz sowie das angestrebte Verbot von elektronischen Einweg-Zigaretten, die Novellen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, des Verpackungsrechts und der Ersatzbaustoffverordnung. Deutschland will sich zudem maßgeblich in die Verhandlungen um ein neues Kreislaufwirtschaftsgesetz auf EU-Ebene sowie das UN-Plastikabkommen einbringen.

Der Abbau von Rohstoffen verursacht hohe Kosten – für Umwelt, Mensch und Wirtschaft. Eine Wirtschaftsweise, die immer mehr neue (primäre) Rohstoffe braucht, ist deshalb auf Dauer weder ökonomisch und ökologisch noch sozial tragfähig. Damit Deutschland seine klima- und umweltpolitischen Ziele erreichen kann, sei der Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft zentral – gleichzeitig eröffne sie große wirtschaftliche Chancen, so das Ministerium.

Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) aus dem Jahr 2024 folge dem Leitbild, den Wert von Rohstoffen und Produkten möglichst lange zu erhalten, Materialien sparsam zu verwenden und solange wie möglich im Kreislauf zu führen. So stärke sie letztlich die Resilienz und Innovationskraft des Industriestandortes Deutschland.

Quelle: Bundesumweltministerium – Pressemitteilung vom 03.06.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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