Daimler Truck und Keyou entwickeln Wasserstoff-Verbrenner-Lkw

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Daimler Truck

Maria Glaser
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Daimler Truck hat vor wenigen Tagen die Kooperation mit dem Münchner Unternehmen Keyou angekündigt. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung eines Lkw mit Wasserstoff-Verbrennungsantrieb, der kurzfristig verfügbar, wirtschaftlich und robust sein soll. Eine Vereinbarung für die Markteinführung des ersten Fahrzeugs im Jahr 2027 wurde nun unterzeichnet.

Daimler Truck verfolge nach eigenen Angaben eine Doppelstrategie zur Dekarbonisierung des Transports sowohl mit batterieelektrischen als auch mit wasserstoffbasierten Antriebstechnologien. Während batteriebetriebene Elektro-Lkw für planbare Routen bis hin zum schweren Fernverkehr geeignet seien, sei die Brennstoffzellentechnologie vorteilhaft im flexiblen und anspruchsvollen Fernverkehr. In Kombination mit Flüssigwasserstoff ließen sich so Reichweiten von deutlich über 1000 Kilometern bei kurzen Betankungszeiten realisieren. Der Wasserstoff‑Verbrennungsmotor wiederum zeichne sich durch hohe Robustheit aus, sei für Anwendungen mit hohen Nutzlasten geeignet und habe eine geringere Systemkomplexität im Vergleich zur Brennstoffzelle.

„Der Straßengüterverkehr braucht unterschiedliche Antriebslösungen für unterschiedliche Einsatzprofile“, so Andreas Gorbach, Mitglied des Vorstands bei Daimler Truck und verantwortlich für Truck Technology. „Wasserstoff kann dabei sowohl in der Brennstoffzelle als auch im Verbrennungsmotor eingesetzt werden. Mit Keyou arbeiten wir mit einem spezialisierten Partner zusammen, um die Wasserstoff-Verbrenner-Technologie zügig und effizient auf den Markt zu bringen“, so Gorbach weiter.

Daimler Truck setzt auf Kooperation

Da im Fern- und Güterverkehr meist besonders schwere und treibstoffintensive Diesel-Lkw im Einsatz sind, besteht in diesem Bereich ein großes Einsparungspotenzial. Emissionsarm betriebene Lkw werden für eine nachhaltige Entwicklung des Verkehrs zunehmend erforscht und entwickelt, wobei Daimler Truck mit Herstellern wie Volvo konkurriert.

Bei dieser Markteinführung habe sich Daimler Truck bewusst für ein Kooperationsmodell entschieden, so die Pressemitteilung. Zwar verfüge das Unternehmen über umfassendes Know-how in der Entwicklung von Verbrennungsmotoren sowie Wasserstoffverbrennung, jedoch könne man durch die Expertise von Keyou Entwicklungsaufwände optimieren und gleichzeitig eine schnelle Marktreife ermöglichen. Keyou hat sich auf die Umrüstung bestehender Motorenplattformen auf Wasserstoff spezialisiert und hat sich bereits bei Projekten mit anderen Herstellern bewährt.

Für Keyou sei die Zusammenarbeit mit Daimler Truck ein wichtiger Schritt, um die eigenen Technologien in die industrielle Anwendung zu überführen, so Thomas Korn, CEO und Co-Founder von Keyou: „Gemeinsam können wir die Entwicklung und Skalierung wasserstoffbasierter Antriebslösungen im Nutzfahrzeugbereich deutlich beschleunigen und so einen konkreten Beitrag zur Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs leisten.“

Daimler Truck spricht von einer potenziell langfristigen, industriellen Partnerschaft sowie einer Zusammenarbeit, die bewusst über eine reine Technologiekooperation hinausgehe. Ein Thema, das beide Unternehmen im nächsten Schritt besprechen, ist die perspektivische Nutzung bestehender Service- und Wartungsstrukturen, um Flottenbetreibern Betriebssicherheit und Verfügbarkeit zu bieten.

Mercedes-Benz Actros wird zum Keyou Hice.40

Die bereits bestehenden Fahrzeug- und Motorenvarianten von Daimler Truck sollen in der Zusammenarbeit die technische Basis für eine schnelle Umsetzung bilden, während Keyou die technologische Anpassung auf Wasserstoff vornimmt.

Konkret ist geplant, dass Daimler Truck Fahrzeuge vom Typ Mercedes-Benz Actros L 1848 als Sattelzugmaschine sowie in Mannheim gefertigte Motoren der 12,8‑Liter‑Motorenplattform an Keyou verkauft. Keyou übernimmt dann die technologische Adaption zu einem wasserstoffbetriebenen Verbrennungsmotor. Der technische Umbau der Lkw sowie die Integration des Keyou-Motors erfolgen durch externe Dienstleister.

Daimler Truck

Aus diesem Umbau geht die wasserstoffbetriebene Sattelzugmaschine Keyou Hice.40 mit einer Reichweite von bis zu 650 Kilometern hervor, deren Einführung 2027 geplant ist. Die maximale Leistung liegt bei 350 Kilowatt. Perspektivisch lasse sich die Technologie auch auf weitere Fahrzeugbaureihen übertragen, so Daimler Truck.

Den anschließenden Vertrieb übernimmt Keyou, ebenso wie die perspektivisch noch entstehende Tankstelleninfrastruktur für Wasserstoff. Diese wird unter anderem durch die Politik im Rahmen von Förderprogrammen des Bundesverkehrsministeriums unterstützt. Heutige Wasserstoff-Verbrennungsmotoren benötigen gasförmigen Wasserstoff, jedoch sei technisch auch Flüssigwasserstoff denkbar, wie ihn Daimler Truck bereits in Brennstoffzellen-Lkw einsetzt.

Wasserstoff geht allerdings nicht nur mit Vorteilen, sondern auch Nachteilen einher. Zwar wird dem Treibstoff ein großes Potenzial zugesprochen, jedoch ist der Transport noch immer kompliziert und investitionsintensiv oder mit hohem Energieverlust verbunden. Des Weiteren muss Wasserstoff nicht notwendigerweise nachhaltig sein. Es gibt verschiedene farbliche Klassifizierungen, die kennzeichnen, aus welchen Energieträgern der Strom für die Herstellung gewonnen wurde. So spricht man beispielsweise von grünem, blauem oder grauem Wasserstoff. Grüner Wasserstoff ist nachhaltig, während grauer Wasserstoff unter Verwendung fossiler Brennstoffe erzeugt wurde.

Trotzdem sei, so Daimler Truck, der parallele Aufbau einer Strom‑ und Wasserstoffinfrastruktur schneller und kosteneffizienter, als der erforderliche Ausbau des Hochspannungsnetzes hinsichtlich der Elektrifizierung in Europa. Außerdem könne Wasserstoff zur Diversifizierung der Energieversorgung beitragen, da Europa eine hohe Importabhängigkeit fossiler Energieträger aufweist.

Quelle: Daimler Truck – Pressemitteilung vom 22. Juni 2026

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Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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