Zuschlag für 836 neue Ladepunkte für E-Lkw erteilt

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Die Autobahn GmbH hat die Aufträge für den Aufbau des Schnellladenetzes für Elektro-Lkw an unbewirtschafteten Rastanlagen vergeben. Damit steht fest, welche Unternehmen künftig an 124 Rastanlagen entlang der Autobahnen Ladeinfrastruktur für den schweren Straßengüterverkehr planen, errichten und betreiben dürfen. Die Vergabe erfolgte im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums in fünf Losen, die jeweils rund 25 Standorte umfassen.

Den Zuschlag erhalten haben laut Pressemitteilung die Eliso Voltix Truck Charging GmbH, die Autostrom.plus GmbH, die Electric Mobility Infrastructure Deutschland GmbH / Engie Vianeo, die Bietergemeinschaft STRA-loaded sowie die Bietergemeinschaft Eon Drive & mblty. Die Aufteilung auf mehrere Anbieter soll den Wettbewerb stärken und die Umsetzung beschleunigen.

Insgesamt entstehen an den unbewirtschafteten Rastanlagen 836 Ladepunkte für den Straßengüterverkehr. Davon entfallen 447 Ladepunkte auf das Megawatt Charging System (MCS), das Ladeleistungen mit 1000 kW und mehr ermöglichen kann. Hinzu kommen 157 CCS-Ladepunkte mit 400 kW Ladeleistung für schnelles Zwischenladen sowie 232 Ladepunkte mit 100 kW CCS-Leistung, die vor allem für längere Standzeiten und das Laden über Nacht vorgesehen sind. Ein Kritikpunkt an der Vergabe ist es jedoch, dass diese nicht bewirtschafteten Rastplätze den Lkw-Fahrern eine nur geringe Aufenthaltsqualität bieten.

Etwa eine Milliarden Euro Zuschuss

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sieht darin einen wichtigen Schritt für den Logistikstandort Deutschland. Er sagte: „Mit dem Aufbau des Lkw-Schnellladenetzes unterstützen wir Unternehmen dabei, Lieferketten resilienter, planbarer und perspektivisch kosteneffizienter aufzustellen. Dafür stellen wir rund eine Milliarde Euro zur Verfügung.“

Auch die Autobahn GmbH betont die Bedeutung des Projekts. Mit der Vergabe werde der Aufbau der Schnellladeinfrastruktur für E-Lkw an den Autobahnen vorangebracht, sagte Geschäftsführer Michael Güntner. Weiterhin führte er aus: „Es entsteht die Grundlage für einen zuverlässigen und flächendeckenden Einsatz von E-Lkw entlang der Autobahnen. Das gibt Logistikunternehmen Planungssicherheit und zugleich den nötigen Antrieb für den Umstieg auf klimafreundliche Nutzfahrzeuge.“

Zudem sagte Johannes Pallasch, Leiter und Sprecher der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur unter dem Dach der NOW GmbH: „Mit dem Aufbau der Schnellladeinfrastruktur für E-Lkw an den Rastanlagen beginnt jetzt eine entscheidende Phase für die Elektromobilität im Straßengüterverkehr. Es entsteht die Grundlage für einen zuverlässigen und flächendeckenden Einsatz von E-Lkw entlang der Autobahnen. Das gibt Logistikunternehmen Planungssicherheit und zugleich den nötigen Antrieb für den Umstieg auf klimafreundliche Nutzfahrzeuge.“

Vorgehen wie beim Deutschlandnetz

Das Vorgehen ist ähnlich wie beim sogenannten Deutschlandnetz für Elektroautos. Auch dort hatte der Bund den Aufbau zusätzlicher Schnellladepunkte nicht einem einzelnen Betreiber überlassen, sondern in Losen an mehrere Unternehmen vergeben. Beim Pkw-Deutschlandnetz geht es vor allem darum, weiße Flecken auf der Ladelandkarte zu schließen und an mehr als 1000 Standorten zusätzliche HPC-Lademöglichkeiten zu schaffen. Beim E-Lkw-Schnellladenetz ist die Aufgabe noch spezieller: Es muss nicht nur genügend Leistung bereitstehen, sondern die Standorte müssen zu Lenk- und Ruhezeiten, Fahrprofilen, Logistikketten und den knappen Stellflächen an Autobahnen passen.

Perspektivisch wird damit aber wohl nur ein Teil des Problems gelöst. Denn beim öffentlichen Laden zeigt sich schon heute im Pkw-Bereich, dass viele Ladepunkte allein noch keine wirklich einfache Ladeerfahrung garantieren. Apps, Ladekarten, Roaming-Aufschläge, Ad-hoc-Preise und Sondertarife machen das System für viele Nutzer mitunter unnötig kompliziert. Was bei privaten Autofahrern mitunter nervt, kann bei Speditionen schnell zu einem echten Kosten- und Planungsrisiko werden.

Gerade im Fernverkehr müssen E-Lkw-Ladepreise so berechenbar werden wie Dieselpreise auf der Route. Eine Flotte, die mit knappen Margen kalkuliert, braucht keine Tariflotterie an der Ladesäule. Die Politik hat beim Mobilfunk-Roaming gezeigt, dass ein verworrener Markt nicht für immer als Naturgesetz akzeptiert werden muss. Ähnlich wie damals bei den Mobilfunktarifen wird sich auch beim Laden die Frage stellen, wie viel Komplexität Kunden zugemutet werden darf.

Quelle: Autobahn GmbH – Pressemitteilung vom 1. Juli 2026

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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