Kohlekraftwerk wird zu automobilem Batteriespeicher

Kohlekraftwerk wird zu automobilem Batteriespeicher
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Daimler AG

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Gemeinsam mit ihren Partnern hat die Daimler AG einen weiteren innovativen Batteriespeicher in Betrieb genommen. Insgesamt 1.920 Batteriemodule werden in einer Anlage im Elverlingsen/Südwestfalen zu einem „lebenden Ersatzteillager“ für die Fahrzeugflotte der dritten Elektro-smart Generation gebündelt. Beteiligt sind an diesem Projekt die hundertprozentige Tochter Mercedes-Benz Energy GmbH, GETEC ENERGIE AG und das Technologieunternehmen The Mobility House AG.

Die dort bevorrateten Batteriemodule reichen dabei für mindestens 600 Fahrzeuge. Die modulare Bauweise des Systems ermöglicht es vollautomatisiert ununterbrochen das Stromnetz mit Regelleistung zu stabilisieren. Installiert wurde dort eine Leistung von 8,96 MW und eine Energiekapazität von 9,8 MWh. Der dortige Batteriespeicher steht dem Energiemarkt unter anderem zur Erbringung von Primärregelleistung zur Verfügung.

Es handelt sich bei diesem Batteriespeicher bereits um den dritten Großspeicher den Daimler mit seinen Partnern ans Netz bringt. Zusammen mit dem bereits in 2016 eröffneten 12,8 MWh starken 2nd-Life Batteriespeicher in Elverlingsen und dem 17,4 MWh Ersatzteilspeicher in Hannover werden damit in Kürze bereits 40 MWh Energie am Netz sein. Alle drei Projekte wurden ohne öffentliche Fördergelder realisiert.

Durch die „aktive“ Bevorratung der Lithium-Ionen-Batteriemodule wird sichergestellt, dass diese im Falle eines Tauschs sofort einsatzfähig sind. Während der Bevorratung verlangt eine E-Batterie ein regelmäßiges Zyklisieren – das gezielte, schonende Be- und Entladen. Andernfalls käme es zu einer Tiefenentladung, die zu einem Defekt der Batterie führen kann.

Des Weiteren reagiert man mit dem Kohlekraftwerk das zum automobilem Batteriespeicher effizient auf die steigenden Anforderungen zum Ausgleich von Netzschwankungen und zeigen einen attraktiven Businesscase auf, denn die Systeme erbringen vor ihrem potenziellen Einsatz in Elektrofahrzeugen der Daimler AG eine Systemdienstleistung auf dem deutschen Markt für Primärregelleistung. Zur Gewährleistung der Netzstabilität ist eine Reaktionszeit von maximal 30 Sekunden notwendig.

Das Speichersystem in Elverlingsen reagiert erheblich schneller; innerhalb von Millisekunden. Die Anforderungen zur Frequenzregelung und damit dem Ausgleich von Netzschwankungen werden hier bei weitem übertroffen.

Errichtet wurde das „lebende Ersatzteillager“ auf Basis von elektroautomobilen Batteriesystemen auf dem Grundstück des 1912 errichteten und vor kurzem stillgelegten Kohlekraftwerks am Standorts Elverlingsen erbaut. Somit könnte man den Standort auch als Zeichen für den Wandel in der Speicherung und Verwendung von Energie sehen. Es geht weg von fossiler Stromnetzversorgung, hin zu einer nachhaltigen und CO2 reduzierenden Verlängerung der Wertschöpfungskette der E‑Mobilität.

The Mobility House AG, die GETEC ENERGIE AG sowie Daimler mit ihren Töchtern Accumotive und Mercedes-Benz Energy schaffen mit ihrem Ersatzteilspeicher-Konzept eine neuartige Win-win-Situation und unterstützen damit den Fortgang der Energiewende.

Quelle: Daimler AG – Pressemitteilung vom 20.06.2018

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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