Daimler und enercity nehmen einen der größten Batteriespeicher Europas in Betrieb

Daimler und enercity nehmen einen der größten Batteriespeicher Europas in Betrieb
Copyright:

Daimler AG

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Nach gut einem Jahr Bauphase wurde einer der größten Batteriespeicher Europas in Betrieb genommen. Entstanden ist dieser durch den Zusammenschluss der Kooperationspartner Daimler AG mit ihrer hundertprozentigen Tochter Mercedes-Benz Energy GmbH und  (Stadtwerke Hannover AG). Jedoch erfüllt der Batteriespeicher einen besonderen Zweck, handelt es sich bei diesem um ein „lebendes Ersatzteillager“ für elektromobile Batteriesysteme. Derzeit stellt die Anlage schon heute eine Leistung von 5 MW zur Verfügung. Ermöglicht wird dies durch 1.800 von insgesamt 3.240 der für die dritte Generation smart electric drive Fahrzeugflotte vorgehaltenen Batteriemodule, welche dort bereits zu einem Stationärspeicher gebündelt wurden.

Vor ihrem eigentlichen Einsatz in Elektroautos erbringen die Lithium-Ionen-Batterien erbringen eine Systemdienstleistung auf dem deutschen Markt für Primärregelleistung (PRL). Das Konzept der Partner aus Automobilindustrie und Energieversorgungsunternehmen ist derzeit einzigartig, durch die Zusammenarbeit und die „lebende Lagerung“ der Ersatzbatterien wird ein attraktiver Business Case für beide Seiten geschaffen.

So profitieren die Partner von ihren jeweiligen Kompetenzen in den Bereichen Energiewirtschaft, Systemdienstleistungen, Batterieentwicklung und -produktion sowie Vermarktung. Gefertigt werden die verwendeten automobilen Lithium-Ionen-Batteriesysteme durch die hundertprozentige Daimler Tochter Accumotive. Auch bei der Entwicklung und Produktion des Batteriespeichersystems setzt man auf eine hundertprozentige Daimler Tochter: Mercedes-Benz Energy. Beide Unternehmen sind am Standort Kamenz ansässig. Für die Vermarktung der Batteriespeicherleistung auf dem Regelleistung-Markt ist enercity verantwortlich.

„Lebendes Ersatzteillager“ als netzdienlicher Stromspeicher

Durch die Vermarktung der lagernden Speicherleistung auf dem deutschen Markt für PRL leistet das Geschäftsmodell einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes und gleichzeitig zur Wirtschaftlichkeit von Elektromobilität. In der Praxis macht man sich den Batteriespeicher zu Nutze, um bei zunehmenden Schwankungen der Stromeinspeisung aus Erneuerbaren Energien, wie Wind und Sonne eine optimale Ausregelung einer konstant zu stabilisierenden Netzfrequenz liefert. So werden durch das Speichersystem die Energieschwankungen nahezu verlustfrei ausgeglichen. Derzeit wird diese Aufgabe in Großkraftwerken, durch überwiegend schnell drehende Turbinen, also rotierende Massen, übernommen. Rund die Hälfte der geplanten Systemstränge ist mit einer Leistung von 5 MW bereits mit dem Netz gekoppelt.

Großer Beitrag zur Energiewende mit stationärem Speichersystem

Ausgerichtet an CASE zeigt Daimler mit der Inbetriebnahme des Batteriespeichers deutlich, dass das eigene Nachhaltigkeitsverständnis deutlich über das Produkt Auto hinausgeht. So berücksichtigen die Maßnahmen zur umweltgerechten und energieeffizienten Produktgestaltung den vollständigen Produktlebenszyklus – von der Entwicklung über Produktion und Produktnutzung bis hin zur Entsorgung und Wiederverwertung. enercity sowie Daimler mit seinen Töchtern Accumotive und Mercedes-Benz Energy schaffen mit ihrem Ersatzteilspeicher-Konzept eine neuartige Win-win-Situation und unterstützen damit den Fortgang der Energiewende beispielhaft.

Quelle: Daimler AG – Pressemitteilung vom 23.10.2017 per Mail

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.