Cylib erhält Millionen-Förderung für Batterie-Recycling

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Cylib hat sich 26,1 Millionen Euro gesichert für den Aufbau einer Recyclinganlage in Dormagen. Die Mittel stammen aus dem EFRE/JTF-Programm des Landes Nordrhein-Westfalen und fließen über das Projekt „Produktives.NRW“. Mit dem Standort im Chempark Dormagen will das Unternehmen Rohstoffe aus Lithium-Ionen-Batterien zurück in den Kreislauf bringen.

Das Start-up mit Wurzeln an der RWTH Aachen setzt damit den nächsten Schritt seiner Wachstumsstrategie um. In Dormagen entsteht eine industrielle Linie, die sich auf die Weiterverarbeitung von Black Mass konzentriert. Daraus gewinnt Cylib Lithium, Graphit, Kobalt, Nickel und Mangan zurück. So sinkt der Bedarf an Primärbergbau, während Europa seine Lieferketten stärkt.

Im Zentrum steht das hauseigene OLiC-Verfahren. Diese wasserbasierte Technik verzichtet auf aggressive Lösungsmittel und erreicht Rückgewinnungsraten von über 90 Prozent. Der CO₂-Fußabdruck liegt rund 80 Prozent unter dem der Primärgewinnung. Aachen dient als Pilotstandort, Dormagen soll nun die Skalierung in den Industriemaßstab ermöglichen.

Der Zeitplan für das Projekt ist klar gesteckt. Ab 2027 soll die Anlage den Betrieb aufnehmen und dann bis zu 140.000 Batterien aus E-Autos pro Jahr verarbeiten. Umgerechnet entspricht das 60.000 Tonnen Altbatterien oder 20.000 Tonnen Black Mass. Mit diesen Dimensionen reagiert Cylib auf den wachsenden Recyclingbedarf in Europa, da immer mehr Akkus ans Ende ihres Lebenszyklus gelangen.

Für den Standort sprach die vorhandene Infrastruktur. Im Chempark sind Genehmigungen, Logistik und Energieversorgung eng verzahnt. Partnerbetriebe in direkter Nachbarschaft erleichtern die Behandlung von Nebenprodukten und Abwässern. Diese Rahmenbedingungen verkürzen die Anlaufphase, reduzieren Risiken und senken Kosten.

Auch die Flexibilität der geplanten Linie ist ein Argument. Die Anlage nimmt nicht nur Black Mass, sondern auch Pack-Reste und Produktionsschrott an. So kann Cylib unterschiedliche Materialströme verarbeiten und Schwankungen im Markt besser ausgleichen. Das stabilisiert die Ausbeuten und ermöglicht die Lieferung von Sekundärrohstoffen in gleichbleibender Qualität.

Cylib hat bereits mehr als 120 Mitarbeiter

Hinter diesem Vorhaben steht ein junges Unternehmen, das 2022 in Aachen gegründet wurde. Initiatoren sind Dr. Lilian Schwich, Paul Sabarny und Dr. Gideon Schwich. Inzwischen beschäftigt Cylib mehr als 120 Mitarbeitende. Kapitalgeber wie Porsche Ventures und Bosch Ventures haben das Wachstum unterstützt, zuletzt mit einer Series-A-Runde über 55 Millionen Euro. Zuschüsse von Bund und Land summieren sich mittlerweile auf über 27 Millionen Euro.

Der Hintergrund für diese Dynamik ist die steigende Nachfrage nach Rohstoffen. Mit dem Absatz von E-Autos wächst der Bedarf an Lithium, Nickel, Kobalt, Mangan und Graphit. Recycling kann hier den Importdruck mindern und die Versorgung in Europa absichern. Kurze Wege und regionale Kreisläufe senken zudem Emissionen entlang der Lieferkette.

Dormagen steht damit beispielhaft für eine Politik, die öffentliche Förderung und private Investitionen kombiniert. Fördermittel teilen das Risiko, während Kapitalgeber Tempo in die Umsetzung bringen. Hersteller von Batteriezellen und Kathoden profitieren von einer stabileren Versorgung mit Sekundärrohstoffen. Ab 2027 lassen sich erste Ergebnisse in der Praxis beobachten.

Quelle: Cylib – Pressemitteilung per Mail

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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