China verständigt sich auf Verlängerung von E-Auto-Subventionen

China verständigt sich auf Verlängerung von E-Auto-Subventionen
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 524538196

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Mehreren Medienberichten zufolge scheint es so, dass die chinesische Regierung, die staatlichen Zuschüsse und Steuererleichterungen für New Energy Vehicles (BEV, PHEV und FCEV) um zwei Jahre bis Ende 2022 verlängern wird. Ursprünglich sollten die Subventionen zum Ende dieses Jahres beendet werden. Chinas Regierung versucht mit dieser Maßnahme dem einbrechenden E-Mobilitätsmarkt zu stützen und vor allem chinesische Hersteller am Leben zu halten.

Festhalten ließ sich zum Jahresende 2019, dass der chinesische Elektroauto-Markt spürbar unter dem Abbau der staatlichen Subventionen für Elektroautos litt. Bis Ende August des vorherigen Jahres musste der E-Auto-Markt erneut ein negatives Wachstum verzeichnen.  Im Gesamtjahr fällt in China die Zahl der reinen Elektroautos auf rund 972.000 ab, was einem Anteil von 81 Prozent entspricht. Rund 19 Prozent der E-Fahrzeuge sind Plug-in Hybride (PHEV). Ab 2021 sollen nun auch Subventionen für Brennstoffzellen-Fahrzeuge gestrichen werden, trotz dessen, dass man auf diese die Hoffnungen auf diesen Antrieb setzt. Bedingt durch die Corona-Krise beschleunigte sich die Abwärtsspirale spürbar.

Erst Mitte März konnten wir berichten, dass vier chinesische Städte sich entschieden haben, um den schwächelnden Absatz von E-Autos, als auch PHEV entgegenzuwirken eigene Kaufprämien für diese Antriebsarten ins Leben zu rufen. Wir erinnern uns: Im Juli 2019 wurden die staatlichen Zuschüsse der chinesischen Zentralregierung für Elektroautos mit einer Reichweite von 400 Kilometern und mehr von umgerechnet 6600 auf 3300 Euro halbiert. Die Förderung von E-Autos mit weniger als 250 Kilometern Reichweite wurde komplett gestrichen, zuvor galt eine Mindestreichweite von 150 Kilometern. Auch einige kommunale Förderprogramme wurden in 2019 stark gekürzt oder, wie etwa in Peking, komplett gestrichen. Man darf davon ausgehen, dass die Förderung zu diesen Sätzen weiterlaufen wird.

Was bereits konkret bekannt scheint, ist, dass die Regierung den Berichten zufolge bei den New Energy Vehicles weiterhin auf die Umsatzsteuer in Höhe von zehn Prozent verzichten will. Für Verbrenner hingegen soll diese Kaufsteuer weiterhin in voller Höhe erhoben werden. Auch hier war eine Senkung gefordert worden, um die schwierige Gesamtlage zu stützen. Darauf eingegangen ist man wohl nicht. Vonseiten Reuters heißt es gar, dass die chinesische Regierung aufgrund der Covid-19-Pandemie eine Lockerung der NEV-Quoten für Hersteller in Erwägung ziehe. Einzelheiten werden geprüft und wurden bisher noch nicht offiziell kommuniziert.

Quelle: Electrive.net – Verlängert China doch die E-Auto-Subventionen?

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Eon: Warum Stromnetze zum Engpass der Energiewende werden

Eon: Warum Stromnetze zum Engpass der Energiewende werden

Sebastian Henßler  —  

Warum Netze für die Energiewende entscheidend sind, KI den Strombedarf verändert und er Solarförderung infrage stellt, erklärt der Eon-Chef im OMR-Podcast.

Auf dem Weg zur Elektromobilität bremst vor allem die Verunsicherung

Auf dem Weg zur Elektromobilität bremst vor allem die Verunsicherung

Michael Neißendorfer  —  

Die Elektromobilität steht weniger vor einer technischen als vor einer kommunikativen Herausforderung. Sie hat großes Potenzial – aber auch viele Bremser.

Irankrieg: „Erneuerbare Energien sind Sicherheitsenergien“

Irankrieg: „Erneuerbare Energien sind Sicherheitsenergien“

Michael Neißendorfer  —  

„Verbraucher zahlen die Zeche“ für die Abhängigkeit von Öl und Gas, wie der Irankrieg schmerzlich vor Augen führt. Dabei gäbe es schon heute Alternativen.

„Made in EU“-Pläne stellen europäische Autobauer vor schwierige Fragen

„Made in EU“-Pläne stellen europäische Autobauer vor schwierige Fragen

Tobias Stahl  —  

Die EU-Kommission plant, Subventionen für Autobauer an Mindestquoten für europäische Komponenten zu koppeln. EU-Länder bewerten das Vorhaben unterschiedlich.

E-Auto-Förderung wird von EU-Vorschlag nicht beeinflusst

E-Auto-Förderung wird von EU-Vorschlag nicht beeinflusst

Michael Neißendorfer  —  

Der Industrial Accelerator Act der EU steht der deutschen Förderung für Elektroautos nicht im Weg, wie das Bundesumweltministerium klarstellt.

THG-Quote: ZDK fordert Stärkung von E-Mobilität und E-Fuels zugleich

THG-Quote: ZDK fordert Stärkung von E-Mobilität und E-Fuels zugleich

Michael Neißendorfer  —  

Der ZDK begrüßt den Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der THG-Quote und fordert neben der E-Mobilität einen Fokus auf E-Fuels für die Bestandsflotte.

Deutscher Autohandel kritisiert E-Auto-Prämie scharf

Deutscher Autohandel kritisiert E-Auto-Prämie scharf

Daniel Krenzer  —  

Der Autohändler-Verband VAD sähe lieber Kitas gefördert als E-Autos – zumindest in dieser Form.