Mit dem Exobot stellt die saudische Marke Ceer ihr erstes Flaggschiff vor, und dahinter steckt mehr als ein einzelnes Modell. Vorgestellt wurden Limousine und SUV bei der Weltpremiere im Ceer Manufacturing Complex (CMC) in der King Abdullah Economic City (KAEC): Kronprinz Mohammed bin Salman bin Abdulaziz Al Saud, zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrats des Public Investment Fund (PIF), präsentierte die beiden Modelle offiziell, bevor Ceer Details zu Design und Ausstattung nachlieferte. Exobot markiert damit den Auftakt eines Portfolios, das bis 2030 auf sieben Modelle mit unterschiedlichen Antriebsoptionen anwachsen soll. Ceer selbst beschreibt das neue Modell in der eigenen Mitteilung als „kühn, außergewöhnlich, saudisch“.
Technisch setzt Exobot auf eine vollelektrische, dreimotorige Allradarchitektur mit kontinuierlichem Torque Vectoring und aktivem Fahrwerk. In der leistungsstärksten Version liegen 817 kW (1111 PS) und 1500 Nm Drehmoment an. Die Limousine beschleunigt damit in 2,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 250 km/h Höchstgeschwindigkeit, der SUV kommt in 2,4 Sekunden auf Tempo 100 und schafft 210 km/h.

Zum Marktstart bringt Ceer zunächst die limitierte Exobot First Edition, erhältlich als Limousine und SUV mit einheitlicher Ausstattung. Sie leistet 625 kW (850 PS) bei 1000 Nm Drehmoment und beschleunigt in 2,6 (Limousine) beziehungsweise 2,9 Sekunden (SUV) auf 100 km/h. Die 112-kWh-Batterie soll laut Hersteller bis zu 670 Kilometer Reichweite bei der Limousine und 560 Kilometer beim SUV ermöglichen. Dank der 800-Volt-Architektur lässt sich der Ladestand in unter 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent bringen. Nicht beantwortet wurde die Frage, ob die technische Basis der Zusammenarbeit mit Rimac Technology entstammt.
Bei den Abmessungen ordnet sich Exobot im Segment großer Pkw ein. Die Limousine misst 5,26 Meter in der Länge, 2,10 Meter in der Breite und 1,43 Meter in der Höhe, der SUV kommt auf 5,02 Meter Länge, 2,10 Meter Breite und 1,69 Meter Höhe. Auffällig ist zudem die Windschutzscheibe, die laut Hersteller die größte je in Serie verbaute sein soll. Mit 2,4 Metern Länge und einer Neigung von 15 Grad soll sie Aerodynamik und Sicht verbessern und gleichzeitig den solaren Wärmeeintrag reduzieren.
Windschutzscheibe und Falkenflügel als Blickfang der Exobot-Modelle
Hinzu kommen die knapp drei Meter langen Shahin-Wing-Doors, benannt nach dem Falken der Region. Sie öffnen sich in einem Bogen von 60 Zentimetern und lassen sich sowohl per Funkschlüssel als auch über in die Tür integrierte Bedienelemente aktivieren. Für den Einsatz unter regionalen Klimabedingungen wurde außerdem ein System namens Halo Cooling entwickelt, das die Innenraumtemperatur binnen 10 Minuten von 65 auf 32 Grad Celsius senken soll. Spezielle Folien reduzieren zusätzlich den solaren Wärmeeintrag, dreifach silberbeschichtetes Glas unterstützt Beheizung und Beschlagfreihaltung, während duale Klimaanlagen für vorderen und hinteren Bereich für gleichmäßige Kühlung sorgen sollen.

Bei der Lenkung verzichtet Exobot auf eine klassische Lenksäule und setzt stattdessen auf Steer-by-Wire-Technologie. Der nötige Lenkwinkel sinkt dadurch von 400 auf 160 Grad. Ergänzt wird das System durch eine Hinterachslenkung, die in der Stadt einen kleineren Wendekreis und bei hohem Tempo mehr Stabilität ermöglichen soll. Im Innenraum reichen ein gebogenes 48-Zoll-Display mit 8K-Auflösung, ein 10,4-Zoll-Bildschirm in der Mittelkonsole und ein 8-Zoll-Display für die Fondpassagiere über die gesamte Cockpitbreite. Ein Sprachassistent versteht und beantwortet Anfragen auf Arabisch und Englisch, während die Ceer-App Ladestatus, Vorklimatisierung und ferngesteuertes Einparken aus der Ferne steuerbar macht.

Zur Sicherheitsausstattung zählen eine strukturell integrierte Cell-to-Pack-Batterietechnologie, sieben Airbags sowie eine Spaceframe-Konstruktion aus Aluminiumguss- und Strangpressprofilen, die in Karosserie und Türen eingearbeitet ist.
Serienfertigung mit saudischer Handschrift
Gefertigt wird Exobot ausschließlich im CMC in der King Abdullah Economic City, nach Angaben von Ceer der größten Automobilproduktionsstätte im Nahen Osten. Die Lokalisierungsstrategie der Marke sieht vor, den Anteil lokal gefertigter Materialien bis 2034 auf 45 Prozent zu steigern, unterstützt durch ein regionales Zuliefererökosystem für den Aftersales-Service. Die Zeit von Bestellung bis Auslieferung soll dadurch künftig in Wochen statt Monaten liegen. Nach der First Edition folgt mit der Exobot PLUS eine weitere Ausstattungsversion, während Ceer sein Portfolio bis 2030 schrittweise um mittelgroße und kompakte Modelle erweitern will.

Quelle: Ceer – Pressemitteilung









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