BMW füllt Verbrenner-Neuwagen ab 2028 mit E-Fuels

BMW füllt Verbrenner-Neuwagen ab 2028 mit E-Fuels
Copyright:

BMW

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der bayerische Automobilhersteller BMW hat in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, ab 2028 ein weiteres Zeichen für Technologieoffenheit zu setzen und seine neu ausgelieferten Verbrennerfahrzeuge „an ausgewählten Standorten“ mit E-Fuels zu betanken. Abgesehen davon, dass es sich dabei um allenfalls homöopathische Mengen handelt, hält unter anderem Lufthansa-Chef Carsten Spohr E-Fuels für „das Schlimmste“, womit man ein Auto antreiben könne.

„Der effektivste strategische Ansatz, CO2-Emissionen insgesamt zu reduzieren, besteht darin, alle Technologien zu nutzen. Technologieoffenheit war und ist zentraler Teil der BMW Group Strategie. Über die Nutzung verschiedener Antriebstechnologien hinaus, bergen erneuerbare Kraftstoffe ein CO2-Reduktionspotenzial“, schreibt BMW in seiner Mitteilung.

Benziner sollen ab 2028 mit E-Fuels erstbefüllt werden, sieht eine entsprechende Vereinbarung zwischen der BMW Group, der Lother GmbH und der German eFuel One GmbH vor. Dabei geht es um die ersten wenigen Liter, die vor der Auslieferung in die Fahrzeuge gefüllt werden, damit die Kunden es damit bis zu einer Tankstelle schaffen.

„Dieses Projekt ist nicht nur ein Schritt in Richtung Klimaneutralität. Es zeigt die Innovationskraft unseres Mittelstandes. E-Fuels aus grünem E-Methanol können einen entscheidenden Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs leisten – insbesondere dort, wo Elektrifizierung an Grenzen stößt“, sagt Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und Beauftragte der Bundesregierung für den Mittelstand, verschwieg dabei aber, dass die Elektrifizierung beim Pkw eben nicht an solche Grenzen stößt – zumindest dann nicht, wenn Deutschland den Netzausbau nicht verpennt.

Lufthansa-Chef von E-Fuels in Autos entsetzt

„Alle Antriebe können und müssen CO2 reduzieren. Neben Elektromobilität spielen effiziente Verbrennungsmotoren mit erneuerbaren Kraftstoffen weiterhin eine wichtige Rolle“, ist indes Glenn Schmidt als Leiter Nachhaltigkeit der BMW Group überzeugt. Neu ausgelieferte Diesel würden bereits seit einigen Monaten mit dem Bio-Diesel HVO100 ausgeliefert, fügte er stolz hinzu, ohne zu erwähnen, dass es große Zweifel daran gibt, ob nicht nach wie vor große Mengen Palmöl heimlich für den Treibstoff umgewidmet werden und HVO zudem in Summe gar keine Emissionen verringert.

Dass es bei Überlegungen zu E-Fuels in Pkw weniger um Klimaschutz als um den Erhalt der Wirtschaftlichkeit fossiler Wertschöpfungsketten auf Flehen von entsprechender Lobbygruppen gehen könnte, sagt in diesem Zusammenhang natürlich niemand. Zwar sind E-Fuels Hoffnungsträger für nicht-technologieoffene Anhänger von brummenden und ineffizienten Verbrennermotoren, eine wirklich sinnvolle und nachhaltige Alternative sind sie aber eher nicht – und zudem sehr teuer.

Lufthansa-Chef Spohr sagte bei einer Pressekonferenz laut Watson sogar: „E-Fuels sind das Schlimmste.“ Obwohl 84 Prozent der Energie beim Einsatz von E-Fuels schon in der Vorkette einfach verloren gingen, füllten das Zeug manche tatsächlich in Autos, stellte er verwundert fest. Er verwies darauf, dass Autos ohne Probleme elektrifiziert werden könnten, was beispielsweise für Flugzeuge nicht gelte. Wenn alle Verkehrsmittel klimafreundlich unterwegs sein sollen, dann müsste ein rares gut wie E-Fuels dort eingesetzt werden, wo es an Alternativen fehle, etwa im Flugverkehr – und nicht für Autos sinnlos verschwendet werden.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 13. Oktober 2025 / Watson – Lufthansa-Chef: „E-Fuels sind das Schlimmste“

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in BMW Elektroautos

Sanktionen für Plug-in-Hybrid-Fahrer, die nicht laden?

Sanktionen für Plug-in-Hybrid-Fahrer, die nicht laden?

Daniel Krenzer  —  

BMW-Aufsichtsrat Nicolas Peter spricht in einem lebhaften Interview über die Zukunft des Verbrenners und typisch deutschen Pessimismus.

BMW: Dank E-Autos mit Rekord bei Auftragseingängen

BMW: Dank E-Autos mit Rekord bei Auftragseingängen

Michael Neißendorfer  —  

Zum Marktstart ihrer Neuen Klasse fährt die BMW Group mit soliden finanziellen Kennzahlen vor – und feiert einen Rekord bei den Bestelleingängen.

BMW M3: Elektro und Benziner kommen zu ähnlichem Preis

BMW M3: Elektro und Benziner kommen zu ähnlichem Preis

Laura Horst  —  

BMW bringt im nächsten Jahr seine erste vollelektrische Variante des M3 auf den Markt und bietet parallel eine überarbeitete Verbrennerversion an.

EPA-Dokument enthüllt BMW iX5 mit XXL-Akku

EPA-Dokument enthüllt BMW iX5 mit XXL-Akku

Sebastian Henßler  —  

Ein aktueller Antrag bei der US-Umweltbehörde EPA offenbart die Eckdaten des kommenden BMW iX5 60 xDrive: 148 kWh Akku und 424 Kilowatt Leistung an Bord.

BMW liegt bei Elektroautos vor den deutschen Kontrahenten

BMW liegt bei Elektroautos vor den deutschen Kontrahenten

Laura Horst  —  

Der BMW-Chef Oliver Zipse warnte lange Zeit davor, zu stark auf Elektroautos zu setzen. Heute verkauft BMW mehr Elektroautos als seine deutschen Konkurrenten.

BMW: Neue E-Autos nach einem Jahr CO₂-ärmer als Verbrenner

BMW: Neue E-Autos nach einem Jahr CO₂-ärmer als Verbrenner

Daniel Krenzer  —  

Ein BMW-Verantwortlicher betont jedoch, dass es bei Nachhaltigkeit um weit mehr geht als um den Ausstoß klimaschädlicher Gase.

BMW i7 ohne 800 Volt – aber mit 720 km Reichweite

BMW i7 ohne 800 Volt – aber mit 720 km Reichweite

Stefan Grundhoff  —  

Das Update des BMW i7 kommt mit 112-kW-Akku, bis zu 720 Kilometern Reichweite und 250 kW Ladeleistung – die Mercedes S-Klasse bleibt der einzige direkte Rivale.