BMW-CEO: „Elektromobilität ist für BMW eine technologische Selbstverständlichkeit“

BMW-CEO: „Elektromobilität ist für BMW eine technologische Selbstverständlichkeit“
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Sebastian Henßler
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Durch die Umstellung auf Elektroautos werden bis 2030 satte 410.000 Jobs in der Automobilindustrie wegfallen. So die Horrormeldung vergangener Wochen – wir hatten zwischenzeitlich über den Wahrheitsgehalt der Aussage aufgeklärt. Die Berliner Morgenpost nimmt diese Zahlen dennoch zum Anlass, um ins Gespräch mit BMW Vorstandschef Oliver Zipse einzusteigen. Sorgen mache sich dieser jedoch keine, über den Wandel hin zur E-Mobilität.

BMW über E-Mobilität: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“

„Wir wissen seit Jahren, dass der Hochlauf der E-Mobilität Veränderungen mit sich bringt – und wir haben uns rechtzeitig vorbereitet. Unsere Werke sind für die E-Mobilität befähigt, wir haben bereits Tausende Mitarbeiter zu dem Thema qualifiziert und wir entwickeln und fertigen zum Beispiel unsere E-Maschinen selber“, so Zipse gegenüber der Zeitung. Des Weiteren sei es so, dass Transformation nicht über Nacht passiere. Vielmehr sei es eine „unternehmerische Aufgabe, diesen Übergang erfolgreich zu gestalten. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, wie der Vorstandschef von BMW zu verstehen gibt.

Laut dem Vorsitzenden des Vorstands der BMW AG – im Dezember 2019 – fahre man bereits an der Spitze der E-Mobilität. So sei geplant, dass man bis Ende 2021 insgesamt eine Million elektrifizierte Fahrzeuge auf die Straße gebracht haben will. Ein Ziel, welches Zipse Mitte Dezember 2019 erneut bekräftigt. Anlass hierfür sind die 500.000 elektrifizierten Fahrzeuge, welche man bisher auf die Straße gebracht habe. Wettbewerbe hingegen haben sich bisher nur mit Ankündigen überboten.

Dies sei laut Zipse auch der Grund dafür, dass man in „diesem Bereich auch einen höheren Marktanteil als alle anderen deutschen Premiumhersteller zusammen“ habe. „Und wir machen weiter Tempo. Jetzt gelten die verschärften CO-Ziele, zu denen wir uns glasklar bekannt haben. Wir werden ja sehen, wer die Werte erreicht und wer nicht“, so der Vorstandschef weiter. Aber er gibt auch zu verstehen, dass es um viel mehr als den Hochlauf einer einzelnen Antriebstechnologie gehe. „Auch wenn in der Öffentlichkeit derzeit alles auf die rein batterieelektrische Mobilität schaut.“

Kunde bekommt die „Power of Choice“

Der Kunde muss die Wahl haben und sich ohne Kompromisse für E-Mobilität entscheiden zu können, wie Zipse der Berliner Morgenpost zu verstehen gibt. Daher biete BMW dem Kunden die Wahlmöglichkeit zwischen den verschiedenen Antriebsarten – das bayrische Unternehmen nenne dies „Power of Choice“. In diesem Zusammenhang gibt er ebenfalls zu verstehen, dass es weiterhin Kunden geben wird, „für deren Fahrprofil der moderne Diesel der effizienteste Antrieb bleibt. Deswegen entwickeln wir auch unsere konventionellen Technologien weiter und reduzieren mit jeder neuen Motorengeneration Verbrauch und CO2-Emissionen deutlich. Auch dies trägt zur Erreichung der CO2-Ziele bei.“

Generell stehen alle Zeichen in Richtung Elektromobilität bei BMW, wie man zuletzt von Seiten des Unternehmens auf der IAA 2017 und im November 2018, als auch im Juni 2019 verkündete. Sowie mit der Elektrifizierung anderer Marken des Unternehmens zeigt. Ebenfalls sei der Ausbau der Infrastruktur ein entscheidender Faktor für den Erfolg der E-Mobilität – aber auch derjenige, bei dem es noch an vielen Stellen hakt. „Wir gehen hier bewusst in Vorleistung: Zum Beispiel installieren wir bis Ende 2021 gemeinsam mit Eon über 4000 Ladepunkte an unseren deutschen Standorten – alle mit Grünstrom betrieben. Aber nachhaltige Mobilität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, da braucht es auch die Unterstützung aus der Politik, so die Forderung des BMW-CEO.

Bis 2023 plant die BMW Group, ihre Fahrzeugpalette auf 25 elektrifizierte Fahrzeuge auszubauen, davon mehr als die Hälfte vollelektrisch. Im Jahr 2021 werden in Europa voraussichtlich bereits ein Viertel der von der BMW Group abgesetzten Fahrzeuge elektrifiziert sein, 2025 bereits ein Drittel und 2030 die Hälfte. Schon heute reagiert das Unternehmen auf die steigende Nachfrage am Markt und beschleunigt den Produktionsausbau spürbar.

Quelle: Morgenpost – BMW-Chef: „Wir investieren Milliarden ins Auto der Zukunft“

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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