Auto China: Geely setzt auf 900 Volt und Festkörperzellen

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Sebastian Henßler
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Geely Auto hat die Auto China 2026 in Peking genutzt, um eine neue Technologiegeneration vorzustellen. Der chinesische Automobilhersteller präsentierte zum Auftakt der Messe neue Fahrerassistenzsysteme, eine weiterentwickelte Hybridarchitektur, eine eigens entwickelte Offroad-Plattform sowie Konzept- und Serienfahrzeuge.

Im Zentrum stand die neue Generation der Fahrerassistenzplattform G-ADS. Sie kombiniert ein Vision-Language-Action-Modell mit cloudbasierten Systemen, 360-Grad-Kameras, Radarsensoren und bis zu fünf Lidar-Einheiten. Als Rechengrundlage dienen duale Nvidia Drive Thor-U Chips. Zur Funktionspalette zählen automatisierte Fahrmanöver, verbesserte Hinderniserkennung sowie neue aktive Sicherheitsfunktionen – darunter eine überarbeitete autonome Bremsfunktion für komplexe Verkehrssituationen.

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Ebenfalls neu vorgestellt wurde die Hybridtechnologie Geely i-HEV. Das System basiert auf der GEEA 3.0 E/E-Architektur und nutzt das Xingrui AI Cloud Power 2.0 Modell für das Energiemanagement. Der Verbrennungsmotor soll eine thermische Effizienz von etwa 48,4 Prozent erreichen. Im Rahmen eines Praxistests mit dem Emgrand i-HEV wurde ein Verbrauch von 2,22 Litern je 100 Kilometer ermittelt. Die elektrische Motorleistung liegt bei bis zu 230 kW, rein elektrisches Fahren ist allerdings nur bis 66 km/h möglich.

Technologieoffener Antriebsansatz für unterschiedliche Märkte

Das i-HEV-System ist Teil einer umfassenderen Multi-Energie-Strategie. Diese schließt vollelektrische Antriebe, Range-Extender-Technologien, Methanol-Antriebe, Batteriewechselkonzepte und hocheffiziente Verbrennungsmotoren ein. Geely verfolgt damit einen Ansatz, der unterschiedliche Märkte und Transformationsgeschwindigkeiten berücksichtigen soll.

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Erstmals gezeigt wurde in Peking auch die erste dedizierte New-Energy-Offroad-Architektur des Unternehmens. Die Plattform kombiniert einen Hochleistungs-P3-Motor an der Vorderachse mit zwei unabhängigen P4-Radnabenmotoren an der Hinterachse. Systemleistungen von mehr als 1000 PS sowie Beschleunigungswerte von 0 auf 100 km/h im Vier-Sekunden-Bereich werden angegeben. KI-gestützte Drehmomentverteilung, intelligente All-Terrain-Modi und eine zurückversetzte Batterieposition für mehr Sicherheit im Geländeeinsatz gehören zur Ausstattung der Plattform.

EVA Cab und 900-Volt-Technik als Ausblick

Gemeinsam mit AFARI Technology und CaoCao Mobility zeigte die Geely Auto Group den EVA Cab – ein speziell entwickeltes Robotaxi-Konzept. Der Prototyp setzt auf eine EEA 4.0 Architektur mit quantenbasierter Sicherheitslogik, ein 2160-Linien-Digital-Lidar-System und eine Rechenplattform mit mehr als 3000 TOPS Leistung. Pilotbetriebe laufen bereits in Hangzhou und Suzhou; die kommerzielle Einführung ist für 2027 geplant.

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Ergänzt wurde der Messeauftritt durch eine 900-Volt-Elektroarchitektur, 12C-Ultraschnellladetechnologie und Festkörperbatterien. Die Galaxy-Produktreihe, die innerhalb von 37 Monaten auf mehr als zwei Millionen Verkäufe kam, war mit mehreren Modellen vertreten – darunter der Galaxy M7 Langstrecken-Hybrid auf Basis der neuen GEA Evo Architektur.

Für den deutschen Markt, den Geely Auto zu seinen strategisch bedeutenden europäischen Märkten zählt, baut das Unternehmen derzeit Partnernetz und Organisation auf. Philipp Hempel, Executive Director von Geely Auto Deutschland, sagte anlässlich der Messe: „Die Auto China 2026 ist für Geely eine wichtige internationale Bühne, um die technologische Weiterentwicklung unserer Marke sichtbar zu machen.“

Quelle: Geely – Pressemitteilung per Mail

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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