Volkswagen bereitet die nächste Entwicklungsstufe seiner elektrischen Kompaktklasse vor. Mitte April soll der Nachfolger des bisherigen ID.3 unter dem Namen ID.3 Neo seine Weltpremiere feiern. Das Modell markiert nicht nur eine Weiterentwicklung der bestehenden Baureihe, sondern steht auch für eine neue Softwaregeneration innerhalb der elektrischen Modellfamilie des Herstellers.
Mit der neuen Plattform für digitale Funktionen erweitert Volkswagen den Funktionsumfang seiner E-Autos deutlich. Ein zentrales Element ist ein weiterentwickeltes Assistenzsystem, das unter anderem Ampeln erkennt und das automatisierte Fahren im Alltag unterstützen soll. Ergänzend dazu führt das Unternehmen das sogenannte One Pedal Driving ein. Dabei verzögert das Auto so stark über Rekuperation, dass es ohne Betätigung des Bremspedals bis zum Stillstand rollen kann.
Bereits vor der Premiere des ID.3 Neo erhalten andere Modelle der Baureihe diese Technik. Die E-Autos ID.4, ID.5 und ID.7 lassen sich nach Angaben des Herstellers schon jetzt mit der neuen Software bestellen. Damit verbunden ist auch ein neues Infotainmentsystem namens „Innovision“, das stärker auf digitale Dienste und Erweiterungen ausgelegt ist. Ein Bestandteil dieser Architektur ist ein integrierter App-Store im Auto. Über den sogenannten In-Car-Shop können Nutzer Funktionen freischalten oder zusätzliche Angebote aktivieren. Ähnlich wie bei einem Smartphone stehen dort Anwendungen aus verschiedenen Bereichen bereit. Dazu gehören etwa Programme für Audio oder Videostreaming, Dienste rund um Parken und Laden sowie Anwendungen für Spiele. Der Zugriff erfolgt direkt über das Infotainmentsystem, ohne dass separate Geräte benötigt werden.

Parallel dazu erweitert Volkswagen das Bedienkonzept im Innenraum. Zukünftige ID-Modelle erhalten wieder physische Drucktasten am Lenkrad. Diese sollen laut Unternehmen eine einfachere Steuerung zentraler Funktionen ermöglichen. Ergänzt wird das Konzept durch einen digitalen Autoschlüssel. Dieser erlaubt den Zugang zum Auto über ein Smartphone oder eine Smartwatch. Die Kommunikation erfolgt per Funktechnik, ähnlich wie bei kontaktlosen Bezahlvorgängen. Eine spezielle App ist laut Hersteller nicht erforderlich.

Auch im Bereich der Energieversorgung baut der Konzern den Funktionsumfang aus. Mit der neuen Softwaregeneration hält die Funktion Vehicle-to-Load Einzug in die Modellfamilie. Sie ermöglicht es, elektrische Geräte direkt aus der Hochvoltbatterie mit Strom zu versorgen. Über eine 230-Volt-Steckdose im Innenraum oder über einen Adapter am Ladeanschluss können externe Verbraucher betrieben werden. Die maximale Leistung beträgt laut Hersteller bis zu 3,6 Kilowatt. Damit lassen sich beispielsweise ein Elektrogrill, eine Kaffeemaschine oder ein E-Bike laden.
Neue Motor- und Batterietechnik verbessert Effizienz der Einstiegsmodelle
Neben digitalen Erweiterungen arbeitet Volkswagen auch an Verbesserungen bei Antrieb und Batterie. So erhalten die Einstiegsvarianten der Modelle ID.4 und ID.5 mit der Bezeichnung „Pure“ einen neuen Elektromotor. Der Antrieb mit dem internen Namen APP 350 leistet 140 Kilowatt und bietet laut Hersteller ein höheres Drehmoment als die bisher verwendete Einheit APP 310. Gleichzeitig soll der Energieverbrauch sinken. In Verbindung mit einer neuen Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie mit einer Nettokapazität von 58 Kilowattstunden erhöht sich die Reichweite der Modelle nach WLTP-Messung um bis zu 40 Kilometer.

Kai Grünitz, Vorstand für Technische Entwicklung bei Volkswagen, ordnet die Neuerungen als Teil einer breiteren Strategie ein. „Die neue Softwaregeneration bringt mehr Performance und ein noch besseres Kundenerlebnis in die ID-Modelle“, erklärte er.
Elektrischer Golf bleibt langfristige Perspektive der Kompaktklasse
Die Premiere des ID.3 Neo markiert damit einen weiteren Schritt in der Entwicklung der ID-Reihe. Neben neuen Antrieben und Batterien steht vor allem die Integration digitaler Funktionen im Mittelpunkt. Volkswagen verbindet dabei klassische Autotechnik zunehmend mit Software- und Plattformansätzen, die aus der Welt mobiler Geräte bekannt sind.
Für den kommenden VW ID.Golf, der verschiedenen Medienberichten zufolge perspektivisch die Rolle des ID.3 im Portfolio übernehmen könnte, dürfte es allerdings noch etwas dauern. Zwar hat der Hersteller kürzlich auf einer Betriebsversammlung im Stammwerk Wolfsburg erstmals einen Ausblick auf die nächste Generation des traditionsreichen Kompaktmodells gegeben. Gezeigt wurde jedoch lediglich die Silhouette der neunten Golf-Generation, die künftig vollelektrisch auf den Markt kommen soll.
Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 12.03.2026








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