7 Länder in Europa mit hohem Anteil an E-Lkw

7 Länder in Europa mit hohem Anteil an E-Lkw
Copyright:

Mercedes-Benz Trucks

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der Markt für Elektro-Lkw nimmt in Europa spürbar Fahrt auf – aber das nicht überall gleich stark. Während Deutschland laut einer aktuellen Analyse von Transport & Environment (T&E) nur im Mittelfeld landet, zeigen einige Länder, wie schnell die Transformation im Nutzfahrzeugbereich gehen kann. Insgesamt stiegen die E-Lkw-Zulassungen zwischen 2023 und 2025 europaweit um 68 Prozent, im zweiten Halbjahr 2025 lag ihr Anteil bereits bei 5,6 Prozent. Wasserstoff-Lkw hingegen lagen indes bei nur 0,1 Prozent und sind daher bei dieser Betrachtung zu vernachlässigen.

In diesen sieben europäischen Ländern war der Anteil an neuzugelassenen E-Lkw im vergangenen Jahr demnach am höchsten:

7. Platz: Deutschland

Immerhin auf den siebten Platz hat Deutschland es mit 7,1 Prozent E-Lkw unter den Lkw-Neuzulassungen 2025 geschafft. Allerdings liegt der Wert noch deutlich hinter dem anderer Länder. Neben einer teils irrationalen Verbrennerliebe im Land hängt dies vermutlich auch damit zusammen, dass viele große Logistiker nicht die Netzanschluss-Kapazitäten bekommen können, die sie gerne hätten. Doch mit Photovoltaik und Pufferspeichern gibt es auch hierfür Lösungen.

6. Platz: Griechenland

Spätestens seit der nationalen Schuldenkrise wird Griechenland von einigen Deutschen gerne mal belächelt, doch bei der Zukunft des Lastverkehrs auf der Straße sind uns die Südosteuropäer aktuell voraus: 9,3 Prozent aller neuen Lkw waren vergangenes Jahr vollelektrisch unterwegs.

5. Platz: Island

Der Inselstaat, vom US-Präsidenten gerne mit Grönland verwechselt, kam im vergangenen Jahr auf 15,5 Prozent E-Lkw unter den Neuzulassungen. Allerdings haben die Isländer den Vorteil eines sehr dünnen Straßennetzes, das folglich relativ einfach mit ausreichend vielen Lademöglichkeiten ausgestattet werden kann.

4. Platz: Schweden

Wir bleiben in Nordeuropa, wo trotz der Kälte – von Elektrofahrzeug-Skeptikern gerne als K.o.-Kriterium benannt – Elektro-Lkw besonders stark auf dem Vormarsch sind. In Schweden waren 2025 bereits 16,1 Prozent aller neuen Lkw vollelektrisch.

3. Platz: Dänemark

Unsere nördlichen Nachbarn haben es mit 16,9 Prozent E-Lkw unter den Neuzulassungen auf das Treppchen geschafft. Im Land herrscht eine sehr offene Haltung gegenüber Elektromobilität, die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung ist dem Vernehmen nach bedeutend höher als bei uns.

2. Platz: Norwegen

Die Elektrifizierung der Pkw-Neuzulassungen haben die Norweger schon fast durchgespielt, doch bei den E-Lkw ist noch Luft nach oben. Mit 17,3 Prozent im vergangenen Jahr belegt der skandinavische Elektrofahrzeug-Musterstaat aber immerhin den zweiten Rang.

1. Platz: Niederlande

Mit 18,2 Prozent aller Neuzulassungen waren E-Lkw bei unseren westlichen Nachbarn allerdings noch gefragter. Die Niederlande kann dabei auf eine besonders dichte Ladeinfrastruktur zurückgreifen. Die Plätze 1 bis 5 in Europa liegen somit sogar vor China, wo E-Lkw im vergangenen Jahr rund 15 Prozent der Neuzulassungen ausmachten.

Quelle: T&E – E-LKW: Zulassungen steigen europaweit deutlich, Deutschland im Mittelfeld

worthy pixel img
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Analysen

E-Mobilität im Fuhrpark: Pioniere und Zauderer, Hoffen und Bangen

E-Mobilität im Fuhrpark: Pioniere und Zauderer, Hoffen und Bangen

Daniel Krenzer  —  

Hohe Dieselpreise könnten der Elektromobilität im gewerblichen Kontext einen neuen Schub verleihen, doch Bürokratie und Politik könnten dies ausbremsen.

E-Auto-Gebrauchtpreise so niedrig wie seit 2024 nicht

E-Auto-Gebrauchtpreise so niedrig wie seit 2024 nicht

Sebastian Henßler  —  

Gebrauchte Stromer kosten im Median nur noch 29.700 Euro. Der Abstand zum Verbrenner schrumpft auf unter 5000 Euro und nähert sich einem Kipppunkt.

„Charging Success Rate“: Neue Kennzahl soll Ladeerlebnis verbessern

„Charging Success Rate“: Neue Kennzahl soll Ladeerlebnis verbessern

Tobias Stahl  —  

Eine neue Kennzahl soll Probleme an öffentlichen Ladesäulen identifizieren und das Nutzererlebnis verbessern. Was hinter der Charging Success Rate steckt.

Wie die Hormus-Blockade globale Lieferketten unter Druck setzt

Wie die Hormus-Blockade globale Lieferketten unter Druck setzt

Michael Neißendorfer  —  

Zwar kommt Europa bei der Blockade der Straße von Hormus global gesehen derzeit sogar noch glimpflicher davon – aber die Zeit läuft.

Warum Europas Hersteller beim E-Auto bleiben müssen

Warum Europas Hersteller beim E-Auto bleiben müssen

Sebastian Henßler  —  

Stellantis, Honda, GM und Ford verbuchen Milliardenverluste bei Elektroautos. Ein Rückzug wäre laut Experten trotzdem die deutlich schlechtere Option.

Studie: Profitieren E-Fuels von schwächelnder E-Mobilität?

Studie: Profitieren E-Fuels von schwächelnder E-Mobilität?

Daniel Krenzer  —  

E-Fuels unter der Lupe: Eine aktuelle Studie der E-Fuel Alliance wirft mehr Fragen als Antworten auf.