2×7 Minuten Laden: So reist ein Vielfahrer im E-Auto

2×7 Minuten Laden: So reist ein Vielfahrer im E-Auto
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Press-Inform / Audi

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 4 min

In der aktuellen Podcast-Folge habe ich erneut mit Marco Strese gesprochen. Wir hatten bereits Ende 2024 über seinen Umstieg vom Verbrenner auf ein Elektroauto gesprochen. Damals ging es vor allem um seine ersten Erfahrungen als E-Auto-Neuling. Rund zwei Jahre später wollten wir wissen: Wie hat sich der Alltag mit dem Elektroauto entwickelt – und ist die Begeisterung geblieben?

Marco ist Vielfahrer im Außendienst und nutzt sein Auto täglich beruflich. Gerade deshalb ist sein Blick auf Elektromobilität besonders interessant. Denn anders als viele Diskussionen über E-Autos zeigt sein Alltag vor allem eines: Elektromobilität funktioniert auch dann, wenn man viel unterwegs ist. „Ich bin der E-Mobilität treu geblieben und bereue das überhaupt nicht“, sagt er rückblickend.

Sein Einstieg in die Elektromobilität war kein politischer oder ideologischer Schritt, sondern eine praktische Entscheidung. Als sein damaliger Arbeitgeber Dienstwagen mit Elektroantrieb ermöglichte, wollte er die Gelegenheit sofort nutzen. „Ich habe im Fuhrpark angerufen und gefragt, wann ich meinen Verbrenner abgeben kann“, erinnert er sich. Das Interesse, die neue Technologie im Alltag zu erleben, war größer als jede Skepsis.

Langstrecke mit dem Elektroauto: Zwei kurze Ladestopps reichen

Heute fährt Marco einen Audi A6 e-tron Performance mit rund 100 kWh Batterie. Die Ladeleistung des Autos ermöglicht sehr kurze Zwischenstopps. Auf einer längeren Fahrt von Süddeutschland bis nach Wilhelmshaven musste er beispielsweise nur zweimal kurz laden. „Da stehe ich zweimal sieben Minuten irgendwo – das passt perfekt in eine Pause“, beschreibt er seine Erfahrung. Die oft zitierte Reichweitenangst spielt für ihn keine Rolle mehr.

Stattdessen hat sich sein Reiseverhalten verändert. Elektromobilität führe automatisch zu einer entspannteren Fahrweise. Man plane Ladepausen bewusst ein, fahre ruhiger und komme dennoch praktisch genauso schnell ans Ziel. „Ich komme entspannter an – und eigentlich auch nicht später“, sagt Marco.

Auch beim Thema Ladeinfrastruktur hat er inzwischen eine klare Routine entwickelt. Über seinen Ionity-Tarif plant er die meisten Langstreckenladungen. Häufig reicht es ihm, spontan während der Fahrt eine passende Station entlang der Route auszuwählen. In seinem Alltag habe er bislang nie erlebt, dass er keine passende Schnellladesäule in Reichweite gefunden hätte. Für ihn zeigt das, wie stark sich das Ladenetz in den vergangenen Jahren entwickelt hat.

Geladen wird meist entweder zu Hause an der Wallbox oder am Arbeitsplatz. Beides lässt sich unkompliziert abrechnen. Gerade diese Kombination aus Heimladen und Schnellladen auf Langstrecken beschreibt er als sehr komfortabel.

Ganz ohne Probleme verlief sein Umstieg allerdings nicht. Besonders sein aktuelles Auto sorgte anfangs für einige frustrierende Momente. Mehrfach zeigte der Wagen Fehlermeldungen an oder ließ sich trotz ausreichend geladenem Akku nicht starten. Einmal erschien beispielsweise die Meldung, die Batterie sei leer, obwohl noch rund siebzig Prozent Ladestand vorhanden waren. Auch Ladeerkennungsfehler oder ausfallende Assistenzsysteme machten Probleme.

Für Marco war jedoch klar: Das hatte nichts mit dem Elektroantrieb selbst zu tun. „Das hat überhaupt nichts mit E zu tun. Das ist einfach Software, die nicht funktioniert“, erklärt er im Gespräch. Ein LinkedIn-Beitrag über die Probleme verbreitete sich schnell und erreichte mehrere hunderttausend Aufrufe. Daraufhin reagierte Audi direkt, stellte einen Ansprechpartner bereit und arbeitete intensiv an der Fehlerbehebung. Nach mehreren Softwareupdates und dem Austausch verschiedener Steuergeräte läuft das Auto inzwischen stabil. „Jetzt steige ich ein und das Auto funktioniert einfach“, fasst er den aktuellen Stand zusammen.

Drei Learnings aus mehreren Jahren Elektromobilität

Trotz dieser schwierigen Phase bleibt sein Fazit zur Elektromobilität eindeutig positiv. Aus seiner Sicht gibt es drei zentrale Erkenntnisse für Menschen, die über den Umstieg nachdenken.

  • Erstens sollte man das Auto immer nach dem eigenen Fahrprofil auswählen. Viele Fahrer benötigten gar keine riesigen Batterien oder extreme Ladeleistungen. Wer überwiegend kurze Strecken fährt, kommt oft mit kleineren Modellen sehr gut zurecht.
  • Zweitens empfiehlt er, sich nicht von skeptischen Stimmen im Umfeld verunsichern zu lassen. Gerade in Deutschland sei die Skepsis gegenüber neuen Technologien oft größer als die tatsächlichen Probleme.
  • Und drittens: ausprobieren. „Fahrt so ein Auto Probe – am besten ein ganzes Wochenende“, rät er. Erst wenn man selbst erlebt hat, wie leise, kraftvoll und entspannt sich ein Elektroauto fährt, versteht man den Unterschied zum Verbrenner wirklich.

Unterm Strich zeigt Marcos Geschichte sehr gut, wie sich Elektromobilität im Alltag entwickelt. Die Technik funktioniert heute zuverlässig, das Ladenetz wächst weiter, und viele Vorurteile verlieren an Bedeutung, sobald man selbst Erfahrungen sammelt. Auch Rückschläge – etwa bei Softwareproblemen – ändern daran nichts grundlegend. Oder wie Marco es selbst formuliert: „E-Mobilität ist einfach ein guter Antrieb.“

Gerne kannst du mir Fragen zur E-Mobilität, die dich im Alltag beschäftigen, per Mail zukommen lassen. Die Antwort darauf könnte für andere Hörer des Podcasts ebenfalls von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für etwaige Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung beim Podcast-Anbieter deiner Wahl freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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