ZDK: Stromsteuer-Plan gefährdet Kostenvorteil von E-Autos

ZDK: Stromsteuer-Plan gefährdet Kostenvorteil von E-Autos
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The Mobility House

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Wie wirtschaftlich ein Elektroauto im Vergleich zum Verbrenner bleibt, entscheidet sich zu einem erheblichen Teil an der Stromrechnung. Die laufenden Energiekosten gelten als wesentlicher Bestandteil der Gesamtkosten eines Autos, und aktuelle Kostenvergleiche zeigen, wie eng beides zusammenhängt: Mit steigenden Strompreisen schrumpft der Vorteil batterieelektrischer Autos gegenüber vergleichbaren Verbrennern. Genau an diesem Punkt setzt eine Warnung des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) an, der vor einer möglichen Verschärfung der Stromsteuer auf europäischer Ebene warnt.

Hintergrund ist ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums an die Europäische Kommission. Darin setzt sich die Bundesregierung dafür ein, dass die Mitgliedstaaten auch künftig einen gewissen Spielraum bei der Besteuerung von Strom behalten. Deutschland würde sich damit grundsätzlich die Möglichkeit offenhalten, Strom oberhalb des europäischen Mindeststeuersatzes zu besteuern. Für die Kalkulation von Elektroautos im Alltag wäre das ein Faktor, der die Rechnung gegenüber dem Verbrenner spürbar verändern könnte.

Für den ZDK ist das ein falsches Signal in einer Phase, in der sich der Verkehr zunehmend elektrifiziert. „Wer Elektromobilität will, muss auch dafür sorgen, dass elektrisches Fahren für die Menschen wirtschaftlich attraktiv bleibt. Strom darf deshalb nicht immer weiter verteuert werden“, erklärt ZDK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Hasler. Schrumpfe der Kostenvorteil eines Elektroautos gegenüber einem Verbrenner durch steigende Stromkosten, werde die Kaufentscheidung für ein E-Auto schwieriger.

Für das Kfz-Gewerbe steht dabei mehr auf dem Spiel als die Stromrechnung von Autohäusern und Werkstätten. Entscheidend ist laut Hasler der Automarkt insgesamt, denn die Betriebe verkaufen und warten jene Autos, mit denen die Menschen künftig unterwegs sein werden. „Für das Kfz-Gewerbe geht es deshalb nicht nur um die Stromrechnung der Autohäuser und Werkstätten. Entscheidend ist der Fahrzeugmarkt“, erklärt Hasler. Werde Strom als Energieträger steuerlich stärker belastet, verschlechtere sich die wirtschaftliche Attraktivität des Elektroautos gegenüber konventionellen Antrieben, was wiederum die Nachfrage bremsen könne.

Ein Vorstoß, der Wahlversprechen infrage stellt

Besonders kritisch bewertet der ZDK die Entwicklung vor dem Hintergrund des Koalitionsvertrags. Dort hatten sich CDU, CSU und SPD darauf verständigt, die Stromsteuer für alle Unternehmen und Verbraucher:innen auf das europäische Mindestmaß zu senken. Das Schreiben an Brüssel steht diesem Ziel aus Sicht des Verbands entgegen.

Dabei verfolgt die Europäische Kommission selbst einen gegenteiligen Kurs. Sie will die Elektrifizierung des Verkehrs ausdrücklich beschleunigen und verweist selbst darauf, dass das bestehende Preisgefälle zwischen Strom und fossilen Energieträgern diesen Prozess erschwert. Auch für Elektroautos sollen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deshalb verbessert werden, anstatt zusätzliche Belastungen zu schaffen. Zwischen dem Kurs aus Brüssel und dem Vorstoß aus Berlin klafft damit eine Lücke, die der ZDK offen anspricht.

Aus Sicht von Hasler sollte die Politik ihren eigenen Kurs konsequent verfolgen. „Wenn die Elektrifizierung des Verkehrs gewollt ist, müssen Strom und elektrisches Fahren wettbewerbsfähig bleiben. Wir brauchen deshalb keine Debatte über zusätzliche Belastungen, sondern verlässliche und bezahlbare Rahmenbedingungen für die Transformation der Mobilität“, betont der ZDK-Hauptgeschäftsführer.

Der ZDK fordert daher, auf zusätzliche Belastungen des Stroms zu verzichten und die Stromsteuer für alle Verbraucher:innen auf das europäische Mindestmaß abzusenken. Ein stabiler finanzieller Rahmen sei aus Sicht des Verbands die Voraussetzung dafür, dass die Transformation der Mobilität gelingt. Nur so lasse sich der Kostenvorteil des Elektroautos gegenüber dem Verbrenner erhalten und die im Koalitionsvertrag verankerte Zusage einlösen.

Quelle: Verbaende.com – Stromsteuer runter – Elektromobilität nicht ausbremsen

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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