2400 km im Xpeng G6: So banal ist E-Auto-Urlaub inzwischen

2400 km im Xpeng G6: So banal ist E-Auto-Urlaub inzwischen
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Daniel Krenzer

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  —  Lesedauer 4 min

Folgendes Szenario: Ein Fachjournalist fährt mit E-Auto samt Familie in den Urlaub nach Dänemark und legt innerhalb weniger Tagen 2400 Kilometer zurück – jeweils 960 Kilometer bis zum Ziel und zurück sowie Ausflüge vor Ort inklusive Kopenhagen (ohne Gästeparklizenz mit dem Auto nicht empfehlenswert). Was vor 15 Jahren noch ein wildes Abenteuer gewesen wäre, ist heutzutage „leider“ fast schon banal. Selbst mit dem kleineren Akku (66 kWh nutzbar, Standard Range) im Xpeng G6 (älteres Modell) ist eine solche Reise komplett unaufgeregt und ging ohne jegliches Ladechaos und ohne auch nur eine einzige notwendige Minute echte Wartezeit auf das Auto vonstatten.

Vollbepackt bis unters Dach ging es von Würzburg aus auf Reisen bis ins nördliche Sjælland, auf beiden Strecken jeweils mit Zwischenübernachtung. Nicht, weil das E-Auto es sonst nicht an einem Tag schaffen würde, sondern weil es sowohl Kleinkind als auch Erwachsenen guttut, nicht ganz so lange an einem Tag nur im Auto zu sitzen. Wer es an einem Tag meistern will: Der sehr realitätsnahe „A Better Routeplanner“ (ABRP) weist für das Modell eine optimierte Routen- und Ladeplanung mit 10:20 Stunden Fahrt inklusive 1:02 Stunden Ladepausen aus. Der neue G6 mit dem größeren Akku wäre nach 9:33 Stunden am Ziel und müsste demnach auf den 960 Kilometern einfacher Strecke stolze 34 Minuten laden. Unzumutbar, oder?

Günstig im Urlaub mit EnBW

Schwäbischen Tugenden folgend hatte unsere Reisegruppe ein Monatsabo bei EnBW gelöst, womit bei 11,99 Euro monatlicher Grundgebühr für 0,34 Euro pro kWh geladen werden konnte, da bis Ende September noch eine Ermäßigung greift. Zudem wurden Punkte gesammelt, was weitere 15 Euro durch Gutschriften einsparte. Die starke Priorisierung auf EnBW erforderte dann unterwegs den einen oder anderen verfrühten Ladestopp bei 30 bis 40 Prozent Restakkustand.

Das passte aber stets mit Kaffee-, Toiletten-, Essens- und Wickelbedürfnissen zusammen, sodass ohnehin notwendige Pausen stets zum Laden genutzt wurden – einmal aus Bequemlichkeitsgründen auch per App bei EWE Go. Dabei musste während der Reise mehrmals umgeparkt werden, da das E-Auto bereits wieder vollgeladen war, die menschlich benötigte Dauer der Pause aber erst irgendwo in der Mitte angekommen war.

Laden war am dänischen Ferienhaus mit derzeit steuerbegünstigtem Ladestrom zum Haushaltstarif möglich. / Foto: Daniel Krenzer

In Dänemark ist das Laden gänzlich unkompliziert. Zwar war die Cariqa-App als Default-Lösung eingeplant, doch die günstigsten Preise gab es bei den beiden Ladevorgängen entlang dänischer Autobahnen per Ad-hoc-Zahlung und Kreditkarte. An den beiden OK-Tankstellen waren dabei einmal 3,59 Kronen pro kWh und einmal 3,69 Kronen fällig, also umgerechnet 0,48 und 0,49 Euro. Zudem waren beide Male mehr als genug Ladepunkte frei, auch wenn die Dänen bereits deutlich beherzter zum E-Auto greifen als die Deutschen.

6,70 Euro pro 100 Kilometer

Durch meist 110 km/h auf der dänischen Autobahn und 80 km/h auf den Landstraßen sank dort zudem der Durchschnittsverbrauch deutlich, sodass die dynamische Reichweitenanzeige des G6 zwischenzeitlich auf knapp 470 Kilometer und damit über den WLTP-Wert kletterte. Auf deutschen Autobahnen trieben teils 140 oder auch mal 150 km/h als Reisegeschwindigkeit den Verbrauch nach oben. Im Schnitt standen nach knapp 2400 Gesamtkilometern 19,6 kWh Verbrauch laut Bordcomputer und 20,3 kWh inklusive Ladeverlusten laut Abrechnungen zu Buche, wobei im Ferienhaus eine Wallbox mit sehr günstigem Strom zur Verfügung stand.

Rechnet man den EnBW-Monatsbeitrag hinzu, summierten sich die Stromkosten insgesamt auf 6,70 Euro pro 100 Kilometer. Bei einem Dieselpreis von aktuell etwa 2,30 Euro müsste man da schon mit weniger als drei Litern Verbrauch dahinkriechen, ist also de facto deutlich teurer unterwegs – wenn auch vielleicht bei stabiler Blase 30 Minuten früher und mit 15 Prozent höherem Blutdruck am Ziel.

Daniel Krenzer

Wenige Wochen vor der Urlaubsfahrt hatte zudem die erste Inspektion des von unserem Redakteur regulär geleasten G6 angestanden, die absolut ereignisarm verlief. Allerdings hat sich im Fahrersitz ein winziger Riss zwischen einigen wenigen Lüftungslöchern gebildet, der mit der Zeit größer werden könnte. Demnächst wird der Sitzbezug daher auf Gewährleistung ausgetauscht. Ansonsten hat das jüngste Update ein paar Verbesserungen beim Infotainment und den Fahrassistenten mit sich gebracht. Allerdings gibt es seit einem Wechsel der Smartphonehülle hin und wieder Probleme damit, dass die automatische Ent- und Verriegelung per App nicht ganz so geschmeidig funktioniert wie gewohnt. Offenbar beeinflusst die Hülle das Signal ein wenig – ein Problem, von dem auch andere G6-Besitzer berichten. Ansonsten ist der G6 unseres Redakteurs nach nun knapp 19.000 Kilometern weiterhin ein treuer, zuverlässiger und komfortabler Begleiter, wie bereits in mehreren Testberichten geschildert.

Transparenz-Hinweis: Unser Redakteur nutzt den Xpeng G6 Standard Range in einem Gewerbeleasing zu dafür üblichen und regulären Konditionen (Leasingfaktor 1,01) und wird von Xpeng nicht für die Berichterstattung über das Fahrzeug bezahlt oder anderweitig entschädigt.

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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