Webasto startet Batterieproduktion in Deutschland

Webasto startet Batterieproduktion in Deutschland
Copyright:

Webasto

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Webasto hat in Deutschland mit der Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge begonnen. Im Detail gab das Unternehmen bekannt, dass man am Standort Schierling im Landkreis Regensburg die Fertigung von Batteriepacks für einen europäischen Bushersteller gestartet hat.

Ab Anfang des nächsten Jahres soll dort ebenfalls ein eigen entwickeltes Standard-Batteriesystem für Nutzfahrzeuge hergestellt werden. Hierzu habt das Unternehmen elf Millionen Euro in den Aufbau einer Multi-Produktlinie investiert. Weitere 18 Millionen Euro flossen in die Einrichtung eines Prototypenbaus und Prüfzentrums am Standort Hengersberg, Landkreis Deggendorf.

Webasto setzt auf E-Mobilität als tragendes Geschäftsfeld

Die Entscheidung mit Ladelösungen und Batteriesystemen zusätzliche Geschäftsfelder im Bereich der Elektromobilität zu erschließen ist bereits vor drei Jahren gefallen. „Der Markteintritt mit unseren innovativen Produkten für die Mobilität der Zukunft ist gelungen und in Kürze werden die ersten Busse mit Webasto Batterien durch Straßen europäischer Großstädte rollen“, so Dr. Holger Engelmann, Vorsitzender des Vorstands, Webasto SE.

„Mit dem Start unserer eigenen Batterieproduktion eröffnen wir ein ganz neues Kapitel in unserer rund 120-jährigen Firmengeschichte. Das ist die enorme Teamleistung vieler kompetenter Kolleginnen und Kollegen, auf die wir sehr stolz sein können.“ – Dr. Holger Engelmann, Vorsitzender des Vorstands, Webasto SE.

Webasto setzt beim Aufbau der Entwicklung und Produktion von Batteriesystemen auf die Kompetenzen aus dem eigenen Kerngeschäft. So sind zum Beispiel das Know-how im Thermomanagement, eine eigene Elektronikfertigung und die Erfahrungen mit dem Einbau komplexer Systeme in ein Fahrzeug wichtige Erfolgsfaktoren für das neue Geschäftsfeld. Des Weiteren hat man innerhalb der letzten drei Jahre weitere Experten für die Elektromobilität verpflichtet.

Webasto nutzt etabliertes Produktionsnetzwerk für Batterieproduktion

Zur Fertigung von Batteriesystemen für den europäischen Markt nutzt Webasto sein etabliertes Produktionsnetzwerk: In Schierling werden seit mehr als 30 Jahren Dachsysteme hergestellt. Am Standort befindet sich darüber hinaus das Kompetenzzentrum für Leichtbautechnologien der Unternehmensgruppe. In Ergänzung dazu produziert Webasto nun im selben Werk Batteriesysteme.

Am Standort in Hengersberg entwickelte das Unternehmen Lösungen für die Elektromobilität weiter. So hat man beispielsweise das Kompetenzzentrum für Cabriodächer um ein hochmodernes Testing sowie Prototypenbau für Batterien erweitert. Des weiteren fertigen Mitarbeiter in Hengersberg Aluminiumboxen für Batteriesysteme, die anschließend in die Produktion nach Schierling geliefert werden.

Die Zellen für die Standardbatterie von Webasto kommen von Samsung SDI, seit 2018 Partner von Webasto im Bereich Batteriesysteme. Zudem steht der Plan im Raum auf dem chinesischen Markt Fuß zu fassen. Die Entwicklung und Herstellung von Batteriesystemen wird zusammen mit einer Dachproduktion am neuen Webasto Standort Jiaxing angesiedelt. Die Eröffnung ist für Anfang 2020 geplant.

Quelle: Webasto – Per Mail

Worthy not set for this post
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

Sebastian Henßler  —  

Tech-Konzerne kaufen den Chipmarkt leer, die Autobranche zahlt drauf. Einzelne Speicherbausteine sind bis zu 400 Prozent teurer geworden.

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Michael Neißendorfer  —  

Hält Europa an seinen CO2-Grenzwerten fest, könne es den Rückstand auf China noch vor 2030 aufholen und den Ölverbrauch im Verkehrssektor drastisch senken.

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Sebastian Henßler  —  

Tozero verarbeitet jährlich 1500 Tonnen Batterieabfälle und gewinnt daraus Lithium, Graphit und Nickel-Kobalt zurück. Die Kosten liegen unter Bergbauniveau.

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

Eine aktuelle Befragung zeigt: Die Deutschen wechseln verstärkt vom Verbrenner zum Elektroauto – und fordern von der Politik mehr Initiative für E-Mobilität.

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

Sebastian Henßler  —  

MG will als erster Automobilhersteller eine Semi-Solid-State-Batterie in Großserie nach Europa bringen. Der Hochlauf läuft, doch manche Fragen bleiben offen.

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Michael Neißendorfer  —  

Verbände und Experten lassen kein gutes Haar am neuen „Klimaschutzprogramm“ der Bundesregierung. Wirklich neues habe es gar nicht zu bieten.

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

Sebastian Henßler  —  

VDIK-Präsidentin Labbé schlägt eine staatliche Ladekarte mit Guthaben vor. Damit ließen sich Tarifchaos und umständliches Laden auf einen Schlag beseitigen.