Warum Wasserstoff-LKW aktuell und künftig keine Chance haben

Warum Wasserstoff-LKW aktuell und künftig keine Chance haben
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Matthias Gründler, Vorstandsvorsitzender der Traton SE, einem der weltweit größten Hersteller von Lkws und Bussen und Andreas Kammel, verantwortlich für Traton-Strategie für alternative Antriebe und autonomes Fahren, sind sich einig: Wasserstoff-LKW haben aktuell und künftig keine Chance gegen batteriebetriebene LKW. Die Fakten sprechen dafür, denn der reine E-Antrieb ist meist kostengünstiger und effizienter.

Offensichtlich ist hierbei die Tatsache, dass beim Wasserstoff-LKW nur etwa ein Viertel der Ausgangsenergie in den Antrieb fließen, drei Viertel gehen durch Umwandlungsverluste verloren. Betrachtet man den LKW, welcher seine Energie aus einem Akku bezieht, zeigt sich, dass sich das Verhältnis umkehrt. Selbst wenn man davon ausgehen könnte, dass Preise von einem Euro je Kilo Wasserstoff erreicht werden könnten (Produktionskosten), würde dies zu Tankstellenpreisen von um die vier Euro je Kilogramm führen. Aber selbst mit diesem Preis als Basis wären Wasserstoff-LKW keine Alternative zum E-LKW, wie Gründler und Kammel aufzeigen.

Denn der entscheidende Faktor bei LKW, unabhängig von ihrem Antrieb, ist die Tatsache, dass die Treibstoffkosten über Laufzeit den Anschaffungspreis weit übersteigen. Je besser die Fahrzeuge ausgelastet sind, umso größer wird der Energiekostenvorteil der E-Lkws. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit eines E-Lkw ist somit eine regelmäßige, intensive Nutzung. Die beiden Nutzfahrzeug-Experten gehen davon aus, dass „ein typischer schwerer E-Lkw in Europa bei den Gesamtkosten bereits 2025 vor einem konventionellen Diesel-Lkw liegen“ dürfte. „2030 kann der prozentuale Vorteil schon zweistellig sein, was den Diesel-Lkw zunehmend auch ökonomisch marginalisiert. Voraussetzung ist allerdings eine flächendeckende Schnellladeinfrastruktur, ausgelegt auf die 45-minütige Pause eines Fahrers nach viereinhalb Stunden Fahrzeit“, so die beiden in ihrem Handelsblatt-Artikel.

LKW profitieren im Alltag davon, dass ein Schnellladenetz berechenbar ausgebaut werden könne. Denn im Gegensatz zu E-Autos, wo mit sogenannten Nutzungsspitzen, bspw. in den Ferien zu rechnen ist, lässt sich die Auslastung durch LKW schon einfacher bestimmen. Dies in Kombination mit leistungsfähigeren, günstigeren Batterien, wie wir sie in den kommenden Jahren vermehrt sehen werden, sprechen für den E-LKW.

Gründler und Kammel ordnen den batteriebetriebenen LKW wie folgt ein: „So eignet sich der reine E-Lkw bestens für konstante Langstreckennutzung, zeigt aber Schwächen, wenn er unregelmäßig und flexibel eingesetzt werden muss. Solange es keine flächendeckende Ladeinfrastruktur gibt, kann Wasserstoff hier unter anderem als „Range Extender“ genutzt werden.“ Dennoch gehen die beiden auch davon aus, dass Wasserstoff-LKWs in den nächsten zehn Jahren immer häufiger zum Einsatz kommen. Parallel aber zunehmend durch immer alltagstauglichere E-Lkws verdrängt werden, weil diese schlicht billiger im Unterhalt sind.

„Der Vergleich mit dem Pkw macht es noch deutlicher. Wer das E-Auto als künftigen Mobilitätsträger ansieht, sollte erst recht an den E-Lkw glauben: Er punktet mit weit niedrigeren Strom- und Schnellladekosten, einer regelmäßigeren, intensiveren Nutzung und einem entsprechend rasch amortisierten CO2-Rucksack“, so die zwei Experten abschließend.

Quelle: Handelsblatt – Warum die Zukunft dem Elektro-Lkw gehört

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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