Für die Pkw-Sparte von Mercedes-Benz fallen die Margen 2026 spürbar schmaler aus als geplant. Der Stuttgarter Autobauer rechnet bei Mercedes-Benz Cars nur noch mit einer bereinigten Umsatzrendite von zwei bis drei Prozent, nachdem bislang ein Korridor von drei bis fünf Prozent ausgegeben worden war. Damit wird selbst die bisherige Untergrenze verfehlt. Bekannt gemacht hat der Dax-Konzern die Korrektur am Dienstag überraschend per Ad-hoc-Mitteilung, einen Tag vor der Vorlage des vollständigen Quartalsberichts.
Als Hauptgrund nennt das Unternehmen die Entwicklung in China, hinzu kommen steigende Ausgaben zum Jahresende. „Neben dem zunehmend herausfordernden Marktumfeld in China erwartet die Mercedes-Benz Group höhere Kosten im vierten Quartal, inklusive höherer Materialkosten“, teilte Mercedes mit. Das Van-Geschäft ist von der angepassten Prognose ausgenommen, sie betrifft die Autosparte und den Gesamtkonzern.
In der Folge soll auch das Betriebsergebnis der Mercedes-Benz Group nur noch das Niveau des Vorjahres erreichen. Zuvor hatte der Konzern ein „deutlich“ höheres EBIT in Aussicht gestellt, was einem Anstieg um mindestens 15 Prozent entsprochen hätte. Der Zuwachs galt als eingeplant, weil im vergangenen Jahr hohe Kosten für einen Stellenabbau das Ergebnis belastet hatten. 2025 lag das EBIT bei 5,8 Milliarden Euro, wovon 3,6 Milliarden Euro auf Mercedes-Benz Cars entfielen.
Ebenso trüben sich die Aussichten beim Free Cashflow des Industriegeschäfts ein, also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet. Statt „leicht“ soll dieser nun „deutlich“ unter dem Vorjahreswert bleiben. Für Anleger:innen hat die Kennzahl besonderes Gewicht, da Mercedes überschüssige Mittel nach der regulären Dividende regelmäßig in Aktienrückkäufe lenken will. Die Aktie gab in einer ersten Reaktion um vier Prozent nach.
China wird zur schweren Last für Stuttgart
In den ersten neun Monaten des Jahres sind die Verkäufe von Mercedes in der Volksrepublik um 29 Prozent zurückgegangen, allein im zweiten Quartal betrug das Minus 30 Prozent. Gerade im lukrativen Luxussegment greifen chinesische Kund:innen inzwischen zu anderen Marken, ein Problem, das nicht allein die Stuttgarter betrifft. Die Konsumstimmung im größten Automarkt der Welt bleibt schwach. Zugleich tun sich deutsche E-Autos gegenüber wesentlich günstigeren chinesischen Modellen schwer.
Jenseits des chinesischen Marktes zeigt sich ein anderes Bild. Dort steuert Mercedes auf den höchsten Absatz seit der Corona-Pandemie zu. Bereits die Halbjahreszahlen hatten gezeigt, dass die Elektro-Offensive des Herstellers in Europa Wirkung entfaltet, während die neue Schwäche in China zunehmend auf das Ergebnis drückt. Wie stark sich die Ertragskraft der Autosparte verschoben hat, verdeutlicht ein Blick auf die Vorjahre. 2024 kam sie bereinigt noch auf 8,1 Prozent Rendite, 2025 waren es 5,0 Prozent. Für das laufende Jahr werden nun weniger als drei Prozent angepeilt. Der Konzernumsatz sank 2025 um 9,2 Prozent auf 132,2 Milliarden Euro, 96,4 Milliarden Euro davon stammten aus dem Pkw-Geschäft.
Etwas freundlicher fallen die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Quartal aus. Das Betriebsergebnis erreichte 1,77 Milliarden Euro und übertraf damit die Markterwartung, die bei 1,6 Milliarden Euro gelegen hatte. Mercedes-Benz Vans als kleineres Geschäftsfeld verdiente mit einer Marge von 9,4 Prozent ebenfalls mehr, als am Finanzmarkt geschätzt worden war.
Unverändert bleiben die Ziele für die übrigen Bereiche. Für Mercedes-Benz Vans erwartet der Konzern weiterhin eine bereinigte Umsatzrendite von acht bis zehn Prozent, für Mercedes-Benz Financial Services eine bereinigte Eigenkapitalrendite von 12 bis 14 Prozent.
Quelle: Automobilwoche – Mercedes kappt Gewinnprognose für 2026 / Manager-Magazin – Mercedes-Benz kappt Prognose








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