Geld fürs E-Auto anstecken: Mercedes startet V2G in Deutschland

Geld fürs E-Auto anstecken: Mercedes startet V2G in Deutschland
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Mercedes Benz

Arun Niemann
Arun Niemann
  —  Lesedauer 3 min

Bidirektionales Laden ist gerade in aller Munde, und nach BMW und Volkswagen wird nun auch Mercedes ein eigenes Komplettpaket für V2G auf den Markt bringen. Das Angebot trägt den Namen „MB.CHARGE Home Pro Intelligent“, umfasst Wallbox, Stromtarif sowie dazugehörige App und wird mit dem Partner The Mobility House Energy umgesetzt.

Bei der Wallbox handelt es sich konkret um die 11-kW-DC-Wallbox ChargeLine Bidi von The Mobility House. Sie kann Fahrzeuge mit 400- und 800-Volt-Technik laden und per Over-the-Air-Update an neue Anforderungen angepasst werden. Der Stromvertrag „Mercedes-Benz Intelligent Pro Eco“, die Nutzung der App „Mercedes-Benz Charge Home“ und ein Smart Meter sind Grundvoraussetzungen für das bidirektionale Laden.

Dabei soll das Angebot zunächst für den elektrischen GLC und die neue C-Klasse ausgerollt werden. Kurze Zeit später sollen VLE, GLA, EQS, CLA, CLA Shooting Brake und GLB folgen. Die Funktion soll dann jeweils mittels Over-the-Air-Update in den Fahrzeugen freigeschaltet werden.

Einführungsangebot und Vergütung von Mercedes‘ V2G-Paket

Für die ersten 500 deutschen Kunden hat Mercedes ein Einführungsangebot parat: Sie sollen die Wallbox bei Vertragsabschluss bis Ende März 2027 für nur 1990 Euro statt 2990 Euro erhalten. Außerdem sollen sie einen Ladegutschein über 250 Euro für das Laden bei MB.CHARGE Public erhalten.

In puncto Vergütung zählt bei Mercedes jede Stunde, in der das E-Auto zu Hause angeschlossen ist, und es wird ein Bonus von 11,75 Cent pro Stunde gezahlt. Wer sein Auto 12 Stunden pro Tag einsteckt, kommt damit rein rechnerisch auf einen Bonus von über 500 Euro pro Jahr. Dabei ist es egal, ob das Fahrzeug geladen oder entladen wird, und es gibt laut Mercedes keine tägliche, monatliche oder jährliche Begrenzung.

Mercedes ist nicht der Erste

Zwar wird das neue Angebot von Mercedes als „erste marktreife Lösung eines Herstellers in Deutschland auf Basis offener Standards“ bezeichnet, doch von anderen Herstellern gibt es schon seit Jahresbeginn andere V2G‑Angebote. BMW hat in Zusammenarbeit mit Eon bereits im Februar 2026 ein Paket für den iX3 auf den Markt gebracht. Hier liegt der Bonus sogar bei 24 Cent pro angeschlossener Stunde, ist jedoch auf maximal 60 Euro im Monat beziehungsweise 720 Euro im Jahr gedeckelt.

Auch Volkswagen bietet inzwischen ein Paket aus Elli BiDi Charger, V2G-Tarif und App für MEB‑Fahrzeuge an. Nach eigenen Angaben startete The Mobility House zudem bereits 2024 in Frankreich das weltweit erste kommerzielle V2G-Produkt, in Zusammenarbeit mit Renault und Mobilize.

Großes Potenzial bei verhaltenem Kundeninteresse

Der Leiter für Antriebssysteme bei Mercedes-Benz, Jörg Bartels, bezeichnet das bidirektionale Laden als den konsequenten nächsten Schritt der E-Mobilität, bei dem das E-Auto zu einem aktiven Teil des Energiesystems werde. The Mobility House-Chef Thomas Raffeiner sieht im Elektroauto zudem den Batteriespeicher der Zukunft, mit dem das Stromnetz entlastet werden könne.

Eine Uscale-Studie kommt derweil zu dem Ergebnis, dass das Interesse am bidirektionalen Laden zwar groß sei, bisher aber nur 17 Prozent der E-Auto-Fahrer auch bereit seien, zu investieren. Ob sich die Angebote von Mercedes und Co. also durchsetzen, hängt wahrscheinlich vor allem von den längerfristigen Konditionen ab und davon, ob E-Auto-Besitzer tatsächlich bereit sind, Tausende in neue Wallboxen zu investieren.

Quellen: Mercedes-Benz – Pressemitteilungen / BMW Group – Pressemitteilung / Uscale – Bidirectional Charging Study 2026

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Arun Niemann

Arun Niemann

Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

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