Zehn Minuten an der Schnellladesäule sollen beim neuen Mercedes-AMG GT SUV für bis zu 450 Kilometer WLTP-Reichweite genügen. Möglich macht das eine maximale DC-Ladeleistung von 710 kW, verfügbar für die größere der beiden Batterievarianten. Das Modell ist der erste Full-Size-SUV, den Mercedes-AMG in seiner 59-jährigen Geschichte von Grund auf selbst entwickelt hat. Technisch basiert er als zweite Neuheit auf der Hochleistungsarchitektur AMG.EA.
Zur Wahl stehen Akkus mit 106 oder 128 kWh nutzbarer Kapazität, beide auf 800 Volt ausgelegt. Verbaut sind schmale Rundzellen mit 105 Millimetern Höhe und 26 Millimetern Durchmesser, was kurze Wege für die Wärmeabfuhr schafft. Ein elektrisch nichtleitendes Öl umströmt jede einzelne Zelle direkt und sorgt für eine gleichmäßige Temperierung. Dank einer speziellen Zellchemie mit siliziumhaltiger Anode erreichen die Zellen laut Hersteller eine Energiedichte von über 298 Wh/kg, mit dem großen Speicher sind bis zu 700 Kilometer WLTP-Reichweite möglich.
Beim kleineren Akku liegt die Ladeleistung bei bis zu 600 kW, bei den Topmodellen reicht ein Zehn-Minuten-Stopp dann für 386 Kilometer. Von 10 auf 80 Prozent vergehen je nach Batterie 11 oder 12 Minuten, an einer 400-kW-Säule verlängert sich der Vorgang auf 14 beziehungsweise 16 Minuten. Wo nur ältere 400-Volt-Säulen verfügbar sind, schaltet das System automatisch in den passenden Modus. Ausgelegt ist das Auto zudem für fünf Schnellladestandards weltweit, darunter CCS2 für Europa und NACS für die USA. Sämtliche Ladeangaben bezeichnet Mercedes ausdrücklich als vorläufig.

Neben der Ladegeschwindigkeit steht die dauerhaft abrufbare Leistung im Mittelpunkt des Konzepts. Das direkt gekühlte Batteriesystem soll verhindern, dass die Performance nach kurzer Zeit nachlässt. Für Jörg Burzer, Technikvorstand der Mercedes-Benz Group, zeigt das Modell, dass “elektrische Performance heute hohe Dauerleistung, große Reichweite und kurze Ladezeiten miteinander verbinden kann”.
Dauerleistung statt kurzer Kraftspitzen am Start
An der Spitze steht der AMG GT 63 SUV mit drei Axial-Fluss-Motoren. Gemeinsam kommen sie auf bis zu 860 kW (1169 PS) und 2000 Newtonmeter, der Sprint auf 100 km/h gelingt in 2,7 Sekunden. Mit 1-Foot-Rollout gemessen, bei dem die ersten gut 30 Zentimeter unberücksichtigt bleiben, sind es 2,5 Sekunden. Mit derselben Motorenkonfiguration leistet der AMG GT 55 SUV 600 kW (816 PS). Beide Varianten halten eine Dauerleistung von 530 kW, der vordere Motor arbeitet als Booster und wird bei geringer Last abgekoppelt, um Schleppverluste zu verringern.
Darunter positioniert sich der AMG GT 53 SUV. Zwei Synchronmotoren liefern zusammen 400 kW (544 PS) bei 270 kW Dauerleistung, an der Hinterachse sitzt ein Zweiganggetriebe. Hier ist ausschließlich die 106-kWh-Batterie verbaut, die WLTP-Reichweite erreicht bis zu 668 Kilometer. Ein zehnminütiger Ladestopp bringt laut Datenblatt 440 Kilometer.

Ein Blick auf das Fahrwerk zeigt den Anspruch, Komfort und Dynamik zu verbinden. Beim neu entwickelten AMG Active Ride Control+ ersetzen aktive Hydraulikelemente die klassischen Stabilisatoren und reduzieren Nick- und Wankbewegungen, unterstützt von dreifach schaltbaren Luftfedern. Serienmäßig ist das System im GT 63, für den GT 55 ist es optional erhältlich. Hinzu kommt eine aktive Hinterachslenkung mit bis zu sechs Grad, die unterhalb von 80 km/h gegenläufig zu den Vorderrädern einschlägt.
Für das akustische Erlebnis sorgt das Fahrprogramm AMGFORCE Sport+, das je nach Modell den Klang eines AMG V8 oder Sechszylinders wiedergibt. Grundlage sind über 100 Messungen mit 16 Mikrofonen. AMG-Chef Stefan Weckbach fasst die Idee des Modells knapp zusammen: “SUV by Shape. GT by Nature.”
Bestellstart im Oktober, die Topmodelle lassen warten
Als erste Variante ist der AMG GT 53 SUV ab dem 20. Oktober bestellbar, der Grundpreis liegt bei 113.050 Euro. Die beiden leistungsstärkeren Varianten folgen im Frühjahr 2027. Den kombinierten Verbrauch gibt Mercedes je nach Version mit 18,8 bis 23,8 kWh/100 km an, das Leergewicht liegt zwischen 2525 und 2715 Kilogramm.

Mit 5,08 Metern Länge und 3,04 Metern Radstand fällt das Modell großzügig aus. Der Kofferraum fasst 607 Liter, unter der Fronthaube kommen nach VDA-Norm weitere 78 Liter hinzu. Gebaut wird der SUV im Werk Sindelfingen, in der eigens für die AMG.EA-Technik umgerüsteten Halle 32. Auch Pressteile, Rohbau und Lackierung entstehen am Standort.
Quelle: Mercedes-Benz AMG – Pressemitteilung








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