Volvo ES90: Große Limousine mit kleinem CO2-Fußabdruck

Volvo ES90: Große Limousine mit kleinem CO2-Fußabdruck
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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Der neue Volvo ES90 zeigt, dass Größe nicht automatisch mit einem hohen CO₂-Ausstoß verbunden sein muss. Die große Limousine aus Schweden zählt laut deren neuen Umweltbilanz zu den klimafreundlichsten Autos, die Volvo bislang gebaut hat. Der jetzt veröffentlichte Lebenszyklusbericht beleuchtet detailliert, welche Emissionen während der gesamten Lebensdauer entstehen – vom Rohstoffabbau bis zum Recycling.

Kommt Strom aus dem üblichen europäischen Stromnetz zum Einsatz, verursacht der ES90 rund 31 Tonnen CO₂. Dieser Wert liegt deutlich unter dem des Volvo S90 mit Mild-Hybrid-System (-50 Prozent) und mit -30 Prozent ebenfalls deutlich unter dem des Plug-in-Hybrid-Pendants. Vergleicht man den CO₂-Fußabdruck mit kleineren E-Modellen wie dem Volvo EX40 oder EC40, fällt auch hier die Bilanz des ES90 günstiger aus. Wird ausschließlich mit Windstrom geladen, verringert sich die Menge sogar auf 26 Tonnen.

Nicht nur die Größe, auch das Design des neuen Modells ist auf Effizienz ausgelegt. Der Luftwiderstandsbeiwert liegt bei 0,25 – das ist der bisher beste Wert bei einem Volvo. Zudem setzt der schwedische Hersteller erstmals auf eine 800-Volt-Architektur, die nicht nur schnelleres Laden ermöglicht, sondern auch energetische Verluste reduziert.

Einsatz von recycelten Materialien senkt CO₂-Fußabdruck

Besonders sorgfältig erfolgte die Auswahl der Materialien. Beim Aluminiumanteil sind 29 Prozent recycelt, beim Stahl immerhin 18 Prozent. Auch bei den Kunststoffen greift Volvo auf Wiederverwertung zurück: Rund 16 Prozent bestehen aus recyceltem Material. Biobasierte Werkstoffe kommen ebenfalls zum Einsatz – zum Beispiel FSC-zertifiziertes Echtholz oder der vegane Bezug Nordico, den Volvo aus gebrauchten PET-Flaschen und biologischen Quellen herstellt.

Ein digitales Batterie-Zertifikat ergänzt den ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz. Die verwendete Blockchain-Technik erlaubt eine transparente Rückverfolgung der enthaltenen Rohstoffe. Kunden erhalten damit einen Überblick über die Herkunft der Materialien – ein Schritt in Richtung mehr Verantwortung beim Thema Batterieproduktion.

Volvo verfolgt seit 2019 einen klaren Kurs: Alle vollelektrischen Modelle sollen eine Lebenszyklusanalyse erhalten. Damit möchte der Autobauer eine informierte Kaufentscheidung erleichtern. Der ES90 ist das mittlerweile sechste Modell, für das eine solche Umweltbilanz vorliegt. Zuvor hatte Volvo bereits Daten zu EX40, EC40, EX30, EX90 und dem ersten elektrischen Serienauto veröffentlicht.

Laut Nachhaltigkeitschefin Vanessa Butani sei das keine Imagekampagne, sondern Teil eines langfristigen Plans. Der Konzern wolle bis 2040 klimaneutral werden. Elektrifizierung sei dabei nur ein Aspekt, ebenso wichtig sei der ressourcenschonende Umgang mit Materialien. Ab Sommer 2025 sollen die ersten Exemplare ausgeliefert werden. Bestellbar ist das neue Modell in vielen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland.

Hier beginnt der Einstiegspreis bei 71.990 Euro. Die Variante mit einem Motor und großer Reichweite gehört zur Basisversion mit der Bezeichnung „Core“. Trotz Premium-Ausrichtung positioniert sich Volvo damit unterhalb vieler Wettbewerber im oberen Mittelklasse-Segment.

Quelle: Volvo – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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