Mit dem neuen EX60 will Volvo beweisen, dass die Schweden in Sachen Elektroantrieb technologisch mindestens auf Augenhöhe mit BMW und Mercedes sind. Der Mittelklasse-SUV kommt im Sommer auf den Markt, doch auf dem Testgelände bei Göteborg konnte der Hoffnungsträger bereits zeigen, was er kann.
„Heutzutage macht es kaum noch Sinn, von Plattformen zu sprechen. Daher kann ich Ihnen nicht sagen, dass es die Plattform für alle neuen Autos sein wird. Aber es legt den Grundstein für diese Modelle – in Bezug auf Software, Spannung, die direkte Integration der Batterien in die Karosseriestruktur ohne Module in einem separaten Gehäuse durch die Megacasting-Bauweise“, erklärt Anders Bell, Chief Technology Officer von Volvo die SPA3-Plattform.

Der Volvo EX60 wird in drei Motorisierungsvarianten angeboten: als P6 mit 80-kWh-Batterie mit Heckmotor, als P10 mit 91 kWh als Allradler sowie als P12 mit üppigen 112 kWh und ebenfalls zwei Motoren. Damit sollen Reichweiten zwischen 620 und 810 Kilometern bis zum nächsten Ladestopp drin sein. Alle Versionen können mit 22 kW Wechselstrom und beim Topmodell P12 mit bis zu 370 kW Gleichstrom geladen werden. Eine Ladezeit von 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent und vor allem 340 Kilometer zusätzliche Reichweite in nur zehn Minuten sind sehr wettbewerbsfähige Werte, die nur von den neuesten und fortschrittlichsten Elektroautos der Welt erreicht werden.
Mehr Platz im Innenraum und praktischer Stauraum
Der Innenraum besticht vor allem durch das großzügige Platzangebot in der zweiten Reihe. Im Vergleich zum XC60 wurde der Radstand um mehr als zehn Zentimeter verlängert, was insbesondere beim Knieraum zugute kommt und selbst ein Erwachsener mit einer Körpergröße von 1,90 bequem sitzen kann. Der Kofferraum fasst 523 Liter und positioniert sich damit gut in seinem Segment. Die Rücksitzlehnen lassen sich im Verhältnis 40:20:40 umklappen und ermöglichen so einen größeren Gepäckraum. Unter der Motorhaube befindet sich ein 58 Liter fassendes Staufach, beispielsweise für Kleinigkeiten und Ladekabel.

Wir waren in dem allradgetriebenen Volvo EX60 P10 mit seinen üppigen 375 kW / 510 PS und 710 Nm Drehmoment unterwegs, der sich zwischen dem P6 (275 kW / 374 PS) und de Topmodell P12 (500 kW / 680 PS) positioniert. Ab Ende des Jahres ist der EX60 P10 auch als Cross-Country-Version zu bekommen, die mit breiterer Spur, größerer Bodenfreiheit und serienmäßiger Luftfederung erst Ende des Jahres auf den Markt kommt.
Die Vorderradaufhängung besteht aus Doppelquerlenkern, die Hinterradaufhängung aus einer unabhängigen Mehrlenkerachse. Die Einstiegsversion verfügt über eine Standardfederung, während für den P10 AWD optional Luftfedern erhältlich sind, der bereits mit elektronisch verstellbaren Dämpfern ausgestattet ist. Das gehört beim Topmodell P12 zur Serienausstattung. Bei den Stahlfedern kommen passive frequenzselektive Dämpfer zum Einsatz, die ihre Dämpfungskraft automatisch an die Schwingungsfrequenz anpassen. Ziel ist ein optimaler Kompromiss zwischen Komfort und Stabilität – ohne elektronische Unterstützung.

Der Cross Country, zunächst nur in der mittleren Ausstattungsvariante P10 erhältlich, verfügt serienmäßig über eine Luftfederung und eine um 20 mm erhöhte Bodenfreiheit, die in der höchsten Einstellung auf bis zu 40 mm erhöht werden kann. Die maximale Anhängelast der Allradler liegt zwischen 2000 und 2400 Kilogramm.
Auch vom Beifahrersitz spürbar: das üppige Leergewicht von 2,3 Tonnen kann der elektrische Schwede auch dank der ausgewogenen Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse gut kaschieren. Selbst bei überhöhter Kurvengeschwindigkeit ist kaum ein Traktionsverlust spürbar. Die Motorleistung ist mehr als üppig, was nicht zuletzt am mächtigen Drehmoment von 710 Nm liegt.

Große Nachfrage zum Marktstart erwartet
Trotzdem wird der Volvo EX60 im Vergleich zur internationalen Konkurrenz bei gerade einmal 180 km/h abgeriegelt. In Deutschland ist der Volvo EX60 P6 ab 62.990 Euro zu bekommen, während der P10 3000 Euro teurer ist und der P12 bei 71.990 Euro startet. Das die Bestellungen in den ersten Wochen deutlich über den Erwartungen lagen, erwägt Volvo, die Sommerpause im Werk Torslanda bei Göteborg zu streichen, da die Warteliste für die Auslieferung des Modells bereits mehr als acht Monate beträgt.







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