Volkswagen Konzern richtet Strukturen in China neu aus

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Michael Neißendorfer
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Der Volkswagen Konzern richtet die Strukturen für seine Organisation in China grundlegend neu aus. Damit erhalte die Region deutlich mehr Eigenständigkeit, um ihre Position auf dem dynamischen Automobilmarkt weiter zu stärken, so Volkswagen in einer aktuellen Mitteilung. Zentrales Element der Neuaufstellung ist ein regionales China Board unter der Leitung von Ralf Brandstätter, das zukünftig markenübergreifend und im engen Austausch mit den Joint Venture-Gesellschaften die wesentlichen Entscheidungen in der Region treffen werde.

Darüber hinaus will der Konzern die technischen Ressourcen und Kompetenzen seiner Marken noch stärker bündeln, um das eigene Entwicklungstempo von innovativen Technologien und digitalen Services „in China, für China“ deutlich zu beschleunigen. In diesem Zusammenhang hat das Unternehmen Marcus Hafkemeyer, derzeit Executive Strategy Advisor bei Huawei Automotive in Shanghai, mit Wirkung zum 1. August zum Chief Technology Officer der Volkswagen Group China ernannt. Darüber hinaus besetzt das Unternehmen eine weitere Schlüsselposition in der Region neu: Stefan Mecha, derzeit CEO der Volkswagen Group Rus, wird zum 1. August neuer CEO der Marke Volkswagen Pkw und Leiter des Konzernvertriebs in China.

Mit der der neuen Struktur in China legen wir den Grundstein für eine starke, integrierte Steuerung unserer Konzernaktivitäten in enger Zusammenarbeit mit unseren Joint-Venture-Gesellschaften. Die Region China erhält deutlich mehr Entscheidungskompetenz und Eigenständigkeit“, sagt Ralf Brandstätter, der die Verantwortung für den chinesischen Markt im Konzernvorstand übernimmt und ab 1. August die Volkswagen Group China führen wird. „Damit richten wir unsere Dienstleistungen, Technologien und Produkte noch schneller und konsequenter auf die spezifischen Wünsche unserer Kundinnen und Kunden vor Ort aus“.

China Board: schnelle markenübergreifende Entscheidungen

Das China Board soll zur treibenden Kraft für schnellere und flexiblere Entscheidungsprozesse werden: Hier sollen in Zukunft markenübergreifend grundlegende strategische und operative Entscheidungen getroffen und deren Umsetzung effizient gesteuert werden. Neben Ralf Brandstätter, der den Vorsitz im China Board übernimmt, sollen die regionalen CEOs von Audi, CARIAD und Volkswagen Pkw sowie Vertreter wichtiger Fachbereiche vertreten sein.

Stefan Mecha, derzeit CEO des Russland-Geschäfts des Volkswagen Konzerns, wird zum 1. August neuer CEO der Kernmarke sowie Leiter des Konzernvertriebs der Volkswagen Group China. Mecha wird an Ralf Brandstätter berichten. „Stefan Mecha ist einer unserer erfahrensten und international profiliertesten Manager. Er verfügt über eine hervorragende internationale Erfolgsbilanz in Brasilien, Südafrika und zuletzt Russland. Stefan hat eindrucksvoll bewiesen, dass er das Geschäft auch unter schwierigsten Bedingungen nachhaltig und erfolgreich ausbauen kann“, so Brandstätter.

Mehr Tempo bei Innovationen und mehr regionale Verantwortung für die Entwicklung

Auch die technische Entwicklung in der Region richtet der Konzern grundlegend neu aus: Durch eine markenübergreifende Koordination sollen das eigene Entwicklungstempo weiter erhöht, die Digitalisierung beschleunigt und Produkte und Dienstleistungen noch stärker auf die Bedürfnisse der chinesischen Kundinnen und Kunden zugeschnitten werden. Das Unternehmen wird dabei auf dem Fundament des „One R&D“ Programms aufbauen, das alle Entwicklungsaktivitäten in der Region bündelt. Dafür sollen die Personalkapazitäten in China weiter ausgebaut und lokale Entwicklungsumfänge erhöht werden, um Synergien besser nutzen zu können.

In der zum 1. August neu geschaffenen Funktion des Chief Technology Officer für den Konzern berichtet Marcus Hafkemeyer direkt an Ralf Brandstätter und wird Mitglied des China Boards. Hafkemeyer soll die eigenständigen Entwicklungsaktivitäten in der Region vorantreiben und beschleunigen sowie konzernweite Synergien in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen CTOs der Marken und Einheiten heben.

China übernimmt eine Schlüsselrolle für den Erfolg unserer NEW AUTO-Strategie und die globale Transformation von Volkswagen. Die konsequentere Ausrichtung unserer Organisation auf die Besonderheiten des chinesischen Automobilmarktes ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Im Mittelpunkt unserer Strategie steht die Stärkung unserer Forschung und Entwicklung vor Ort. Auch hier folgen wir künftig dem Leitmotiv ‚in China, für China‘, das bereits für unsere Werke gilt. Schwerpunkte sind die weitere Elektrifizierung des Portfolios sowie digitale Technologien und Mobilitätsdienstleistungen“, so Brandstätter. „Wir freuen uns, mit Marcus Hafkemeyer einen herausragenden Automobil- und Digitalisierungsexperten begrüßen zu dürfen, der zurzeit in Shanghai tätig ist“. Hafkemeyer arbeitet bereits seit vielen Jahren mit chinesischen Automobilunternehmen zusammen und verfüge daher über umfangreiche Erfahrungen mit den spezifischen lokalen Entwicklungsmöglichkeiten und den Bedürfnissen der chinesischen Kundinnen und Kunden.

Stefan Mecha ist seit mehr als 15 Jahren im Volkswagen Konzern tätig. Er erwarb einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften in Deutschland und einen Global Executive MBA an der Insead Business School. Vor seinem Eintritt in die Volkswagen AG war er in verschiedenen Positionen bei dem Autovermieter Sixt und dem Auto- und Fahrzeughersteller Daimler tätig. Im Jahr 2005 wurde Mecha Regional Sales Director von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Westeuropa. Anschließend war er in verschiedenen Positionen im Vertrieb des Volkswagen Konzerns in Europa und im Nahen Osten tätig. Im Jahr 2016 wurde er Mitglied des Volkswagen Vorstands in Südafrika und Geschäftsführer der Vertriebsgesellschaft. Von 2018 bis 2020 war er als Vizepräsident für Vertrieb und Marketing in der Region Südamerika bei Volkswagen Brasilien tätig. 2020 wurde er zum neuen Generaldirektor der Volkswagen Group Rus ernannt.

Marcus Hafkemeyer studierte Maschinenbau an der Technischen Hochschule Köln. Seine berufliche Laufbahn begann der Diplom-Ingenieur 1997 als Entwicklungsingenieur bei der AUDI AG in Ingolstadt. Von 2001 bis 2003 war er als Bereichsleiter in der Serienentwicklung Elektrik bei Audi tätig. Im Jahr 2003 wechselte er zur BMW Group nach München und bekleidete dort verschiedene Führungspositionen in den Bereichen batterieelektrische Fahrzeuge (BEV), Hybridsysteme und CO2-Reduktionssysteme. 2017 übernahm Hafkemeyer die Position des Deputy General Manager und Vice President Electric Powertrain Development bei BAIC Beijng Electric Vehicles (BJEV) in China. Ein Jahr später wurde er zum Mitglied des Vorstands von Beijing Siemens Automotive E-Drive Systems, Changzhou, China, ernannt. Im Jahr 2020 wurde er zum Executive Strategy Advisor des Präsidenten und COO Automotive von HUAWEI Automotive in Shanghai, China, ernannt.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 17.06.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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