VDA: Autobauer spüren Folgen des Ukraine-Krieges

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Wolfgang Plank
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Angesichts der aktuellen Entwicklungen hat der Verband der Automobilindustrie (VDA) seine Prognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Statt einem Plus von 13 Prozent werde bei der Inlandsfertigung derzeit nur noch von einem Zuwachs von 7 Prozent auf 3,3 Mio. Pkw ausgegangen, heißt es in einer Mitteilung. Bei der Auslandsproduktion sei eine Korrektur auf plus 2 Prozent und 9,6 Mio. Einheiten erfolgt, vorher waren es 5 Prozent.

Diese Anpassungen sind eine erste Reaktion auf den Krieg in der Ukraine und seine Folgen für die Lieferketten und die Weltkonjunktur“, so VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Mögliche Ausweitungen von Sanktionen gegenüber Russland und zusätzliche Unsicherheiten wie Produktionsausfälle in China als Folge der dortigen Null-Covid-Strategie könnten weitere Anpassungen der Prognosen in den kommenden Monaten erforderlich machen.

In Deutschland wurden laut VDA im März 241.330 Pkw neu zugelassen – 17 Prozent weniger als noch im Vorjahresmonat. Nach dem ersten Quartal des Jahres 2022 stünden somit 626.000 Neufahrzeuge (minus 5 Prozent) in den Büchern. Gegenüber 2019 betrage der Rückgang in den ersten drei Monaten 29 Prozent. Dämpfend wirke sich weiter der Mangel an Vorprodukten in der Produktion aus.

Die Elektro-Neuzulassungen sanken demnach im März um 6 Prozent auf 61.800 Einheiten. Der Anteil von Elektro-Pkw an den gesamten Neuzulassungen betrage im vergangenen Monat somit 25,6 Prozent. Dabei hätten die Neuzulassungen von rein batterieelektrischen Pkw (BEV) um 15 Prozent zugelegt, die von Plug-In-Hybriden (PHEV) seien hingegen um 23 Prozent zurückgegangen. Im ersten Quartal wurden laut VDA insgesamt 151.500 Elektro-Pkw zugelassen, 6 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Der Auftragseingang aus dem Inland ist nach Verbandsangaben im März gewachsen und lag um 6 Prozent über dem Vorjahresmonat. Im ersten Quartal gingen 22 Prozent mehr Aufträge ein. Der ausländische Auftragseingang entwickelte sich hingegen rückläufig: Die deutschen Hersteller verbuchten 20 Prozent weniger Aufträge als im Vorjahr, seit Januar gingen 11 Prozent weniger Aufträge von Kunden aus dem Ausland ein.

Die Pkw-Produktion in Deutschland ist im abgelaufenen Monat kräftig zurückgegangen. Dies sei erstmals auch durch den von der Russischen Föderation initiierten Angriffskrieg in der Ukraine beeinflusst, heißt es beim VDA. Im März fertigten die deutschen Hersteller demnach 267.600 Pkw (minus 29 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden 829.100 Pkw in Deutschland produziert, 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Mit 200.200 exportieren Neufahrzeugen lag der Export 35 Prozent unterhalb des Vorjahresniveaus.

Quelle: VDA – Pressemitteilung vom 5. April 2022

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Wolfgang Plank

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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