Chinesische Elektroautos sind hier in Europa bereits eine massive Konkurrenz für heimische Marken: 2026 werden so viele chinesische E-Autos in EU-Länder importiert wie noch nie zuvor. In den USA werden Hersteller aus dem Land der Mitte bislang zwar faktisch vom Markt ausgeschlossen, doch der US-Branchenverband Alliance for Automotive Innovation will diesen Zustand nun auch dauerhaft absichern lassen.
Anfang der Woche forderte er den Kongress dazu auf, endlich ein dauerhaftes Verbot chinesischer Fahrzeuge auf dem US-Markt zu beschließen. So soll eine ähnliche Entwicklung wie in Europa vermieden werden. Hier wurden dem Verband zufolge allein in den ersten acht Monaten 2026 mehr als 1,1 Millionen Fahrzeuge aus China importiert, was bereits mehr ist als im gesamten Jahr 2025.
Der Verbandschef John Bozzella sprach konkret davon, dass man den US-Markt vor einer „Flut chinesischer Importe“ schützen müsse. Schließlich würden diese auch Überwachungsrisiken mit sich bringen und heimische Hersteller benachteiligen, welche bereits „über Generationen“ in amerikanische Gemeinden investiert hätten.
Warum der Entwurf im September stockte
Ein entsprechendes Gesetz war bereits im Juli von einem Senatsausschuss beschlossen worden und die Version im Repräsentantenhaus hat bereits mehr als 100 Mitunterzeichner. Laut Gulf News war geplant, den eingebrachten Entwurf direkt in einem beschleunigten Verfahren ohne Abstimmung per Namensaufruf durchzubringen. Ein solches kann jedoch bereits scheitern, wenn ein einziger Senator widerspricht, was Rand Paul im September getan hatte.
Seine damalige Begründung war, dass er fürchtete, von der Verbannung chinesischer Autos könnten auch Traditionsmarken getroffen werden. Schließlich sieht der Gesetzesentwurf vor, dass alle Marken verbannt werden sollten, an denen China mit über 15 % beteiligt ist. Als Beispiel für eine betroffene Traditionsmarke nannte Paul unter anderem Mercedes-Benz, bei dem die Chinesen ja passiv fast 20 % halten würden. Daraufhin einigten sich die Senatoren, die den Entwurf eingebracht hatten, darauf, das Verfahren zunächst in den November zu vertagen.
Jetzt drückt der Verband aufs Tempo
Nun befürchtet man jedoch, dass der Gesetzesentwurf vielleicht gar nicht durchkommen könnte, da die Demokraten ja gerade die Midterms gewonnen haben. Daher drängte der Verband nun eben nochmals darauf, das Verbot noch in der kurzen Sitzung des Kongresses nach den Midterms zu beschließen.
Konkret geht es im Entwurf darum, Import, Herstellung und Verkauf vernetzter Fahrzeuge samt Software und Hardware mit Bezug zu China, Russland, Iran oder Nordkorea komplett zu verbieten. Dazu zählen, wie bereits angedeutet, alle Fahrzeuge von Herstellern, an denen chinesische Akteure mehr als 15 % halten. Ob der Gesetzesentwurf nach den Midterms tatsächlich noch in diesem Jahr vom Kongress beschlossen werden kann, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen.
Quellen: Reuters – Major automakers urge US Congress to pass permanent ban on Chinese vehicles / Gulf News – Senate punts bill to permanently ban Chinese cars until after midterm elections







Wird geladen...