Teslas „Batteriefabrik light“ nimmt in Grünheide den Betrieb auf

Teslas „Batteriefabrik light“ nimmt in Grünheide den Betrieb auf
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Daniel Krenzer
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Im brandenburgischen Grünheide wird seit dieser Woche im Batteriewerk des US-amerikanischen Elektroauto-Herstellers Tesla gearbeitet. „Das Gebäude brummt, es ist voll“, bestätigte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) einem entsprechenden Bericht zufolge gegenüber dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Dies dürfte in Steinbachs Ministerium für Erleichterung sorgen, denn noch im Herbst drohte Tesla seine Pläne für eine Batterieherstellung am neuen Standort nahe Berlin komplett zu verwerfen.

Nun wird also doch in Grünheide an Batterien gearbeitet, allerdings lediglich an Komponenten. Die restliche Produktion erfolgt in den USA, weil es dort dafür derzeit die für Tesla reizvolleren Steuervorteile gibt. Es sei aber keinesfalls so, dass in Grünheide nur unbedeutende Arbeit im Gesamtprozess geleistet werde. „Das, was dort als Vorprodukt an der Stelle gefertigt wird, lastet dieses Gebäude completamente ander Stelle aus“, zitiert der rbb Steinbach.

Allerdings räumt der Minister ein, dass Tesla bislang noch keine weiteren Ausbauschritte beantragt habe. Außer einer Absichtserklärung seitens Tesla sei dieser Prozess noch nicht weiter vorangeschritten.

Sehr umstritten ist das Tesla-Werk in Grünheide aufgrund einer befürchteten Belastung des Grundwassers, da es sich zumindest teilweise in einem Wasserschutzgebiet befindet. Vor allem Freie Wähler und Umweltschutzorganisationen hatten sich dazu zuletzt sehr kritisch geäußert. Steinbach sei sich sicher, dass Umweltminister Axel Vogel (Grüne) und die Untere Wasserbehörde des Landkreises Oder-Spree „einen entsprechenden Lösungsweg“ finden würden, berichtet der rbb.

Ärger gab es zuletzt zudem, als Tesla offenbar ohne Genehmigung damit begann, 100 Pfähle in die Erde setze, um einen mit Photovoltaik überdachten Parkplatz zu errichten. Die Bauarbeiten wurden gestoppt und hätten nichts mit einer Ausbaustufe zu tun, beteuerte Steinbach. Im März sollen sich Tesla-Vertreter, Verbände und Behörden zusammensetzen, um gemeinsam Lösungen für die Problemstellungen zu finden.

Die erste Ausbaustufe in Grünheide mit den ersten in Deutschland hergestellten Teslas hat zum Ziel, mit 12.000 Mitarbeitern eine halbe Million Autos im Jahr zu produzieren. Im Januar wurde aber bekannt, dass Tesla sich offenbar noch schwertut, mit der unternehmenseigenen Art des Mitarbeiterumgangs ausreichend Arbeitskräfte zu akquirieren.

Quelle: rbb – Tesla nimmt Batteriefabrik in Grünheide in Betrieb

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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