Tesla-Werk Berlin „für mich als Ingenieur beeindruckend“

Tesla-Werk Berlin „für mich als Ingenieur beeindruckend“
Copyright:

Armands photography / Shutterstock.com

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Brandenburgs Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie, Jörg Steinbach (SPD), hat den E-Autobauer Tesla ins Land geholt. Er sieht die Ansiedlung des E-Auto-Pioniers als nur ein Beispiel für die Re-Industrialisierung des Ostens, wie er in einem Interview mit Das Parlament erklärte: Tesla habe „mehrere Auswirkungen“ auf den Wirtschaftsstandort Ost-Deutschland. Die Giga Berlin, wie Tesla sie nennt, sei bereits „der größte Industriearbeitgeber in Brandenburg“ und soll auch „zum größten Ausbildungsbetrieb“ des Bundeslands werden. Die Wirkung, die damit erzielt werde, ist Steinbach zufolge „für die regionale Wirtschaft immens, potentielle Investoren weltweit haben Brandenburg mittlerweile auf der Landkarte“.

Tesla gewinne seine Fachkräfte „bei weitem nicht alleine aus Brandenburg“, sondern aus allen Ländern weltweit. Das mache deutlich, „welche Auswirkungen die Ansiedlung eines großen, internationalen Konzerns auf die Region hat“, so der Minister. „Bei Tesla arbeitet ein Mix aus Fachkräften aus vielen verschiedenen Ländern. Eine solche Struktur ist die Zukunft und es bedeutet, dass wir ein Fachkräfteeinwanderungsland sein müssen“, sagt Steinbach.

Die erste Bilanz der Gigafactory, die seit März in Betrieb ist, falle „komplett positiv“ aus, wie der Minister erklärt: „Der Betrieb läuft, die Geschwindigkeit, mit der zurzeit produziert wird, ist für mich als Ingenieur beeindruckend“. Seit Ende Mai laufe der Betrieb bereits im Zwei-Schicht-Betrieb, bis Ende des Jahres soll es dann drei Schichten geben. Tesla habe die Re-Industrialisierung Brandenburgs erfolgreich in die Wege geleitet: „Im Zuge der Tesla-Ansiedlung gab es bereits andere im Bereich der Automobilbatterien“, sagt Steinbach. „So haben etwa BASF und Air Liquide ihre Bereiche ausgebaut, Microvast seine Batteriefabrik eröffnet und Mercedes Benz will seinen Elektrosprinter in Ludwigsfelde bauen“. Es gebe einen deutlichen Aufschwung hinsichtlich industrieller Arbeitsplätze.

Der jüngste Ansiedlungserfolg im Osten sei vor allem deshalb gelungen, da das Land viel grüne Energie bereitstellen könne, so Steinbach. „Das verlangen die Unternehmen, sie sind sehr daran interessiert, möglichst klimaneutral zu produzieren“, so der Minister, da dies auch „bei der börsentechnischen Bewertung eines Unternehmens immer wichtiger“ werde. Der Osten Deutschlands habe „aktuell einen erheblichen Ausbau-Vorsprung bei erneuerbarer Energie gegenüber den westlichen, vor allem den südwestlichen Bundesländern“. Brandenburg habe im bundesweiten Vergleich sogar „die höchste installierte elektrische Leistung aus erneuerbaren Energien pro Einwohner“.

Quelle: Das Parlament – „Bilanz komplett positiv“

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Welche Automobilhersteller werden 2035 den Weltmarkt anführen?

Welche Automobilhersteller werden 2035 den Weltmarkt anführen?

Daniel Krenzer  —  

Chinesische Automobilhersteller könnten bis 2035 den Weltmarkt dominieren. Eine KPMG-Studie zeigt, wie sich die globale Rangordnung verändern dürfte.

ICCT: Lockerungen durch EU könnte 185.000 Arbeitsplätze kosten

ICCT: Lockerungen durch EU könnte 185.000 Arbeitsplätze kosten

Daniel Krenzer  —  

Laut ICCT könnte eine Lockerung der EU-CO₂-Vorgaben bis 2035 rund 185.000 Arbeitsplätze kosten. Besonders betroffen wäre die deutsche Automobilindustrie.

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Sebastian Henßler  —  

Ein Tesla mit Methanol-Motor und 1000 Kilometern Reichweite war das Aushängeschild. Nun sind Obrist Powertrain und Obrist Technologies im Konkurs.

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Michael Neißendorfer  —  

Die Afrikanische Union hat große Pläne für den Ausbau der Elektromobilität – als Chance für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Auch für Europa.

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Sebastian Henßler  —  

Prof. Dr. Günther Schuh denkt das E-Auto neu: Das Chassis hält 50 Jahre, während Design, Technik und Batterie in festen Abständen erneuert werden.

Europas Automobilregionen fordern klaren Fokus auf E-Autos

Europas Automobilregionen fordern klaren Fokus auf E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

Die Automobilregionen der EU fordern gezieltere Investitionen zur Unterstützung des Übergangs zu Elektroautos und eine klare Richtung.

LFP-Akkus: China hält mehr als die Hälfte der Patente

LFP-Akkus: China hält mehr als die Hälfte der Patente

Sebastian Henßler  —  

Mehr als die Hälfte aller LFP-Patente stammt aus China. Europa kommt 2024 auf knapp sieben Prozent, obwohl die Grundlagen in den USA und Kanada entstanden.