Tesla Robotaxi überfährt Kinder-Dummy bei FSD-Test

Tesla Robotaxi überfährt Kinder-Dummy bei FSD-Test
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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Tesla will am 22. Juni 2025 seinen neuen Robotaxi-Dienst in Austin starten. Der Zeitplan ist ehrgeizig. Doch ein aktueller Test wirft Fragen auf – vor allem zur Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer. Bei einer simulierten Alltagssituation zeigte ein Tesla Model Y mit aktivierter FSD-Software auffällige Reaktionen. Das Auto erkannte ein Stoppzeichen und die Warnlichter eines haltenden Schulbusses nicht. Laut Verkehrsregeln hätte es anhalten müssen. Erst wenn der Bus die Straße wieder freigegeben hätte, wäre die Weiterfahrt erlaubt gewesen.

Stattdessen fuhr der Tesla einfach weiter. Der Versuch wurde vom Projekt „The Dawn Project“ durchgeführt, das sich seit Jahren kritisch mit Teslas Software auseinandersetzt. Die Szene wurde bewusst realitätsnah aufgebaut, inklusive Kinder-Dummys auf der Straße. Diese wurden vom Auto überrollt. In einem Fall kam es nach dem Zusammenstoß kurz zum Stillstand, danach setzte der Wagen zurück und überrollte den Dummy ein zweites Mal.

Die Kritik ist nicht neu. Dan O’Dowd, Gründer des Projekts, stellt die Eignung von Teslas selbstfahrenden Systemen regelmäßig infrage. Seit 2022 schaltet seine Organisation Anzeigen, TV-Spots und digitale Kampagnen, um auf Risiken hinzuweisen. Ein Werbespot beim Super Bowl 2023 war bisher der öffentlichkeitswirksamste Moment.

Tesla widerspricht Kritik an autonomer Fähigkeit des Robotaxi

Tesla widerspricht diesen Einschätzungen. In der Vergangenheit warfen einige Beobachter dem Projekt sogar Manipulation vor. Es hieß, frühere Tests seien ohne aktivierte FSD-Software durchgeführt worden. Auch Systemhinweise sollen ignoriert worden sein. Um solchen Vorwürfen zuvorzukommen, veröffentlichte O’Dowd dieses Mal detaillierte Aufnahmen. Darauf sei zu sehen, dass die Software Version 13.2.9 aktiv war und der Fahrer das Strompedal nicht berührte.

Die Debatte betrifft nicht nur eine einzelne Fahrt. Teslas Robotaxi-Pläne stehen im Zentrum größerer Entwicklungen. Der geplante Service in Austin soll beweisen, dass autonome Mobilität ohne Eingriffe möglich ist. Behörden in den USA beobachten die Lage genau. Gerade Teslas bisherige Erfahrungen mit Unfällen und Systemfehlern haben zu laufenden Prüfungen geführt. In diesem Umfeld wirken neue Vorfälle umso kritischer.

Tesla-Chef Elon Musk hält dennoch am eingeschlagenen Kurs fest. In einem Tweet sagte er, das Unternehmen sei besonders vorsichtig, wenn es um Sicherheit gehe. Tesla arbeite mit größter Sorgfalt an seinen Systemen. Trotzdem sei nicht auszuschließen, dass sich der geplante Start des Robotaxi-Dienstes erneut verschiebe. Die ursprüngliche Premiere wurde bereits um zehn Tage nach hinten gelegt.

Tesla hält an Kamera statt Sensoren fest

Parallel zur Diskussion um Sicherheit steht die technische Ausrichtung im Fokus. Tesla setzt seit einiger Zeit auf Kameras statt auf Sensoren oder Radar. Das Konzept nennt sich „Tesla Vision“. Damit will das Unternehmen zeigen, dass Software allein ausreicht, um ein Auto sicher zu steuern. Kameras sollen die Umgebung in hoher Auflösung erfassen, Entfernungen einschätzen und Objekte voneinander unterscheiden.

Tesla begründet diesen Schritt mit der Weiterentwicklung seiner Software. Sensoren seien eine Zwischenlösung gewesen, mehr nicht. Musk argumentiert, dass ein kamerabasiertes System besser arbeiten könne als ein Mensch. Acht Kameras, die in alle Richtungen blicken, sollen laut seiner Aussage ein vollständiges Bild der Umgebung liefern. Drei Blickwinkel nach vorn, ergänzt durch seitliche und rückwärtige Perspektiven, ergeben für ihn eine überlegene Wahrnehmung.

Kritiker sehen das anders. Für sie reicht Kameratechnologie allein nicht aus, um komplexe Verkehrssituationen zu beherrschen. Der Schulbustest in Austin stützt diese Einschätzung. Dort zeigte sich, dass selbst deutlich sichtbare Signale wie Warnlichter ignoriert wurden. Die Software reagierte nicht so, wie es im Straßenverkehr notwendig wäre. Gerade im Alltag können kleine Fehler schwere Folgen haben.

Die kommenden Wochen werden zeigen, wie robust Teslas System tatsächlich ist. Der Robotaxi-Dienst soll als Beweis dienen, dass autonome Mobilität nicht nur technisch machbar, sondern auch sicher ist. Gleichzeitig bleibt das Risiko bestehen, dass ein weiterer Vorfall die Glaubwürdigkeit von Teslas Ansatz beschädigt. Jedes nicht erkannte Stoppzeichen und jeder überfahrene Dummy wird zum Prüfstein für die ganze Strategie.

Quelle: Teslarati – Tesla confirms massive hardware change for autonomy improvement / t3n – Trotz Stoppschild und Warnleuchten: Selbstfahrender Tesla überfährt 8 Kinder-Dummys

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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